Heimatgalerie - Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг - Modell Montagebunker

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Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг - Modell Montagebunker

Im Frühling 2011 bekam ich mit einigen Freunden die Möglichkeit den westlichen Montagebunker zu dokumentieren und zu vermessen. Das Projektierungsdatum und die Bezeichnung des Bauwerks muss ich leider noch schuldig bleiben. Allerdings ist die Zweckbestimmung im Zusammenhang mit den Systemen R-5M unhaltbar, da das Baudatum irgendwann nach 1960 liegt.

Es gibt derzeit verschiedene Denkansätze, was die Zweckbestimmung des Bauwerks betrifft, auch in die Richtung der 'Versorgung' anderer Systeme.   

Szabolcs Kizmus
fertigte aus den Daten der Vermessung ein 3D Modell. Es gibt im Vergleich zum östlichen Bunker einige Unterschiede.
So sind z.B. die Innenwände nicht glatt, sondern haben die bekannte "Granit"- (Rippen) Struktur. Vor einiger Zeit erhielt ich verlässliche Meßdaten des östlichen Bunkers. Der Vergleich ergab, dass beide Bunker in Länge, Breite und Höhe gleich sind.

Einige Daten zum Bauwerk:
Länge: ca. 97.4 m
Breite: ca. 10.7 m
Höhe: ca. 5.40 m

Im Inneren:
3 Räume unterschiedlicher Länge. Dem folgt ebenfalls der Trakt der technischen Arbeitsräume des Bunkers. Die links und rechts abgehenden Räume könnten unterschiedliche Verwendung im Sinne der technischen Arbeitsabläufe, dem Ein- und Ausgang der "Produkte" und der Sicherstellung des Lüftung und Klimaregimes gehabt haben. Am Ende ein Doppelflügeltor mit anschließendem Zwischenraum und Ausgangstor.

Ich danke allen fleißigen Vermessungshelfern, dem Licht Besorger, dem Genehmigungserteiler und natürlich dem 3D-Modellfertiger Szabolcs Kizmus!

Das Ergebnis der Vermessung vom Montagebunker West. 3D Modell in Zusammenarbeit mit Szabolcs Kizmus.

 


 

Tief in den Wäldern Estlands befinden sich noch heute stumme Zeugen der Stationierung der Raketensysteme R-12 (NATO Code: SS-4, GRAU Index 8K63). Eines dieser Bauwerke wurde von den Freunden 'UE Photography' besucht und Dokumentiert. Diese Variante des Bunkers hat nur einen großen Saal und an den Kopfenden beidseitig angelegte Betriebs- und Wartungsräume. Eine Montagefunktion würde ich hier, auf Grund der Zentralen Lage des Saals mit den Durchfahrten, der geänderten Torkonstruktion und der aufgebrachten Schläuche zum Zwecke der Abdichtung der Torspalte eventuell ausschließen. Die Rippenstruktur, basierend auf der Verschraubung der einzelnen Bogenelemente, zeigt Paralellen die auch im westlichen Bunker in Vogelsang sichtbar sind. Dies lässt die Vermutung zu, dass auch dieser Bunker in Estland Anfang der 60ziger Jahre errichtet wurde.

Vielen Dank an 'UE Photography' für die Dokumentation

Bunker R-12 Estland

 


 

Detailgrafik zum Spaltmaß an den Toren der Stirnseiten. Dieses Spaltmaß resultiert zum einen aus der Konstruktion der Torscharnieren (u.a. "aufschwingen"), da es sich bei dem Bauwerk um ein Typenprojekt handelt welches in jeder denkbaren Klimaregion gebaut wurde und daher auch Klimaschwankungen unterworfen sein kann und zum anderen war eine Hermetisierung, welche ohne größeren Aufwand realisierbar gewesen wäre, nicht gewollt bzw. notwendig.

(Quelle: Team + Archiv heimatgalerie, Szabolcs Kizmus, B. Pohler)