Heimatgalerie - Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг

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Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг

Anlässlich des 20. Jahrestags des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland, gab es die Ausstellung "Geschichte der Garnison Vogelsang". Start der Ausstellung war, vom 29.08. - 13.10.2014, Zehdenick / Havel. Als weitere Orte kamen bis 11/2014 die Stadt Oranienburg und bis 05/2015 das Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst hinzu. Seit 06/2015 sind die Ausstellungstafeln in der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf zu sehen.

Artikel "Märkische Online Zeitung" (MOZ)

Pressemitteilung Landkreis Oberhavel


Nahe der Ortschaft Vogelsang / Oberhavel befand sich, neben Wünsdorf und Jüterbog, mit rund 68 km² eine der größten und bedeutendsten Standorte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) / Westgruppe der Streitkräfte (WGS). Die Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг. Hier hatte der Stab der 25. Panzerdivision seinen Sitz und der überwiegende Teil der Truppenteile (TT) und Verbände der Division war an diesem Standort untergebracht (Disloziert).

Die Geschichte der Garnison beginnt im März 1949 mit der Abholzung des Baumbestandes westlich von Tangersdorf, zum Zwecke der Schaffung eines Schieß- und Übungsplatzes auf 1400 Hektar. In den darauffolgenden 45 Jahren entstanden auf über 3 km² nach und nach mehr als 12 Militärstädtchen aus Haushaltsmitteln der DDR mit insgesamt rund 500 Gebäuden, teils in Eigenleistung. Diese "Städtchen" waren innerhalb der Garnison baulich mit Objektmauern abgegrenzt und verwaltungstechnisch eigenständig. Diese enorme Flächennutzung durch das sowjetische Militär prägte die gesamte Region nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geografisch. Durch die strukturelle Dichte von Militärobjekten im Kreis Templin/Zehdenick (FP Gross-Dölln, 2 Tanklager, FLA-Ra Storkow, ML Kannenburg, Lychen, Wokuhl) war die Allgegenwärtigkeit nicht nur den Anwohnern und Gästen ein gewohntes Bild. Dies führte in den 1950er und 60er Jahren dazu, dass diese Region durch westliche Geheimdienste besonders stark frequentiert wurde. Das wiederrum sorgte in den Kreisdienstellen der Militärabwehr des MfS (Hauptabteilung II) für schlaflose Nächte.  

Im April 1959 stationierte die UdSSR in Vogelsang und Neuthymen erstmalig außerhalb ihrer Landesgrenze das Raketensystem R-5M (SS-3) um wegen fehlender Reichweiten der vorhandenen Systeme auf die Bedrohung u.a. durch das "Project Emily" (Systeme THOR), dem "SAC" (Strategic Air Command) und gegen die Systeme "Redstone" zu reagieren. Das Raketensystem R-5M hatten mit einem nuklearen Monogefechtskopf eine Reichweite von ca. 1200 km.

Nach 4 Jahrzehnten der Nutzung verließ im April 1994 der letzte sowjetische Soldat (der Stütznachrichtenzentrale) das Gelände der Garnison Vogelsang. Zurück blieb eine städtebauliche Struktur im Wald, welche in ihren Ausmaßen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR seines Gleichen suchte.

Zahlreiche innovative Nachnutzungsideen in den Jahren nach 1992 scheiterten letztendlich an der dezentralen geografischen Lage und den teils unüberschaubaren Investitionskosten. Allein die Kosten für die Boden- und Grundwassersanierung wurden vom Amt für Umweltschutz Gransee mit 18.000.000 DM beziffert. 

Ich bemühe mich seit Jahren mit Unterstützung von zahlreichen Freunden, Archiven, Zeitzeugen, Landkreisen und Behörden um eine Aufarbeitung der Geschichte dieses Standortes. Wenn sie Erfahrungen, Erlebnisse oder Kenntnisse mit mir/uns teilen möchten, bin ich immer dankbar. Denn die Größe der Garnison sagt nichts über deren Archivlage aus.

Ich möchte versuchen die Geschichte, die Ursachen und die damit verbundenen Hintergründe zu erläutern und darzustellen. Nicht selten bringen neue Unterlagen bessere oder andere Informationen, sodass sich bestehendes verdichtet, ergänzt oder berichtigt werden muss. Daher wird dieser Artikel regelmäßig korrigiert oder auch neu geordnet bzw. überarbeitet.
Bisher wurde hier nur das Gelände der Garnison, nördlich der Ortschaft Vogelsang beschrieben bzw. dargestellt. Das nördlich an die Havel bis Richtung Lychen angrenzende Gelände wurde nicht nur vom Standort Vogelsang, sondern auch von verschiedenen TT/E anderer Standorte als Truppenübungsplatz (TÜP) genutzt und soll hier vorerst nicht dargestellt werden. Der TÜP wurde über die 20. GA Eberswalde geführt und somit auch deren Nutzung durch die Armee verwaltet.
Auf sowjetischen Generalstabskarten wurde die Garnison mit dem Namen: "ХАФЕЛЬ" (Havel) geführt.

Stand: Juni 2018

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