Heimatgalerie - Museum SWL "Javor 51" (CZ)

Heimatgalerie

Dokumentationen zur Zeitgeschichte - damit die Wahrheit erhalten bleibt
Home Unterwegs Vor Ort gewesen Museum SWL "Javor 51" (CZ)

Museum SWL "Javor 51" (CZ)

Ca. 27 km südwestlich der Stadt Plzeň (CZ), bei Mišov, befindet sich eine von 3 Frontbasen der ZGS.

 

Dieses "geschützte Lagerobjekt für Waffen besonderer Bestimmung", ugs. als Sonderwaffenlager oder Kernwaffenlager bezeichnet, welche auf Grund eines Abkommens zwischen den Regierungen der ČSSR und der UdSSR vom 15.12.1965 zusammen mit 2 weiteren Lagerobjekten errichtet wurde, erfährt in diesen Wochen eine völlig neue und andere Bestimmung. Seit vielen Jahren im "Dornröschenschlaf", verwandelte sich dieses Lagerobjekt zu einem Museum welches den Grad der Erhaltung betreffend Europaweit seines gleichen sucht. Der glückliche Umstand das die tschechische Armee das ehem. Objekt für eigene Zwecke nutzte bewahrte die Objekte vor dem allgemeinen Vandalismus. In den letzten Jahren wurde einer der Bunker zur Aufbewahrung der Särge deutscher gefallender Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg genutzt.
Den Betreibern ist es, nach der Rückführung der Särge mit den Gebeinen der gefallenen deutschen Soldaten nach Deutschland, gelungen dieses Lagerobjekt in seinem Erhaltungsgrad so zu präsentieren das hier für folgende Generationen Geschichte "zum Anfassen" und zum Nachdenken möglich wird. Hinter dem Projekt steht die Foundation "IRONCURTAIN" (Eiserner Vorhang). 

http://www.ironcurtain.org/cz/

Beeindruckend mit wie viel Geschick, Herzblut und Zeitaufwand unzählige authentische Überbleibsel im Bunker selbst präsentiert werden. Der durchschnittlichen Besucher/Betrachter betritt, nach dem durchschreiten der 2 großen 2 x 2m Drucktore einen Lagerbunker der von der Empore betrachtet eher an eine Mittagspause des Personals erinnert. Nur wirklich wenige Details sind auf Grund der Gründlichkeit der letzten Betreiber verloren gegangen. Dennoch lassen sich die Abläufe der Lagerung, der Klimatisierung, der Zu -und Abluft und Montagepunkte unter fachmännischer Erläuterung durch die Betreiber fast lückenlos nachvollziehen.

Ab 17. August soll (wenn alles klappt) die offizielle Eröffnung dieses Museums erfolgen. Ich werde an dieser Stelle darüber und über den Stand der Vorbereitungen informieren.

Leider sucht man hierzulande nach diesen Lägern inzwischen vergebens. Diese Frontbasen (Lychen/Stolzenhain) waren auch in der ehem. DDR vorhanden, nur hat man die Möglichkeit vertan ihre Existenz einer vernünftigen Nutzung zu zuführen. Da sich in den letzten Jahren kein tragendes Konzept oder Investoren finden ließen, sind diese Lager heute in einem bemitleidenswerten Zustand oder Rückgebaut.