Heimatgalerie - Tarifa/Gibraltar 2015

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Tarifa/Gibraltar 2015

Fernfahrt nach Tarifa / Gibraltar ...

Pünktlich nach 2 Jahren Tourpause, wurde dem Fernweh mit dem Start Richtung Südeuropa endlich ein Ende gesetzt.
Erneut hatten wir uns beim Händler unseres Vertrauens ein Wohnmobil (Womo) gemietet, in einem groben Plan die Fähnchen abgesteckt und Proviant gehortet.

Unser Ziel diesmal, Tarifa, der „European Southern Point“. Ohne Umwege wäre dieses Ziel „nur“ knapp 3000 km entfernt. Wäre. Nicht aber für uns. Denn auf dem Weg dahin müssten wir unzähligen Orten die gebotene Aufmerksamkeit verweigern. Das für uns undenkbar und so wird, wie vor 2 Jahren, der Weg zum Ziel. Um es vorweg zu nehmen, wir brauchten fast 2 Wochen bis Tarifa. Wer Zahlen liebt: 7065 km in 24 Tagen, auf 17 Campingplätzen (CP).

Einige Panoramen von besonderen Orten dieser Reise verstecken sich hier


Von Berlin ging es auf einer ersten kurzen Strecke zu einem Stellplatz (SP) am Hermsdorfer Kreuz, in der Nähe von Reichenbach. Die eintreffende Dunkelheit war nicht sonderlich hilfreich, um den Stromkasten zu finden. Also ließen wir es sein. Prima! Die erste Nacht ohne Strom. Kein Problem, einmal wird das gehen.

In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages fuhren wir weiter Richtung Schweiz. Das Tagesziel, der CP „Viamala“ in Thusis, war nur 635 km entfernt. Tagesaufgabe also: Strecke machen! Spät, wegen ständiger Pausen (die Landschaft zwing einen ja förmlich), fuhren wir über die Schwelle des CP. Kurzer Check-in, Platz gesucht, Strom ran und Stühle raus. Schön, wie die Handgriffe nach 2 Jahren noch sitzen. Nach 15 Minuten war alles erledigt. Ich nahm das als ein gutes Zeichen, welches mir deutlich zu verstehen gibt: „Das ist genau unser Ding!“. Mit 51 € ist der Platz zwar etwas üppig, aber die Freundlichkeit, Ordnung und Sauberkeit rechtfertigen den Preis. Und ja, „Spaß kostet!“. Außerdem ist Urlaubszeit und die Wirtschaft will angekobelt werden. Das ständige Gejammer anderer Leute über Kosten und Ausgaben nervt mich ohnehin. Wer das nicht will, soll doch zu Hause bleiben. Geld ist auch nur Papier und nicht zum sammeln! 

Bild 1 Sanitär CP "Viamala" Thusis
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Sanitär CP "Viamala" Thusis
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CP "Viamala" Thusis
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CP "Viamala" Thusis
Bild 5 Schweizer Alpen / Stausee


Für den folgenden Tag (Sonntag) war das 20 km entfernte „Festungsmuseum Crestawald“ geplant. Gute 2 Stunden später hatten wir das Museum in einer individuellen Besichtigung inspiziert. Fazit: Sehenswert. Schon aus der Tatsache, dass die Schweizer ihre ganz eigene Art der Tarnung und Nutzung hatten. Ein detaillierter Bericht folgt vielleicht später. 
Der Tag war noch jung und die Sonne lud ein, an der einen oder anderen Schlucht anzuhalten und die menschenleere Gegend auf uns wirken zulassen. Herrlich frische Luft und rauschende Bäche. Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien passierten wir standesgemäß unterirdisch, durch den San Bernadino Tunnel. Ein großer Rastplatz am „Mundloch“ des Tunnels, forderte erneut seine Zeit. Wer die Natur liebt, wird zwangsläufig permanent zum anhalten gezwungen.
Aber, die Zeit drängt, denn Sospel liegt immer noch gut 460 km entfernt.
Am Ende des Tages sollten es 550 km werden. Der CP "Happy Holiday" (Municipal) in Sospel ist zweckmäßig und ausreichend. Daher waren die 20 € Nachtpauschale auch gut angelegt. Übrigens, gibt es fußläufig an der Hauptstrasse von Sospel eine schmackhafte Pizzeria.

Bild 1 Festungsmuseum Crestawald / Geschütz "Lucrezia" 
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Festungsmuseum Crestawald / techn. Betriebsraum (NEA)
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Festungsmuseum Crestawald / Tarnung d. Geschütze
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Festungsmuseum Crestawald / Parkplatz
Bild 5 Parkplatz am "San Bernadino Tunnel"
Bild 6 CP "Happy Holiday" in Sospel


Heute, am Montag, sollten wir auf unser erstes Highlight treffen, das Fürstentum Monaco. Oft genug bei der Formel 1 gesehen oder in Reportagen belächelt. Nun durften wir uns selbst ein Bild davon machen. Ich wurde im Vorfeld gewarnt, es wird eng und parken ist mit „Dickschiffen“ aussichtslos. Camping ist in Monaco verboten, somit bleiben nur die Parkhäuser. Gut, dachte ich und suchte im Vorfeld das eine, welches meiner lichten Höhe entsprach. Leider war das von „Monaco – Tourist“ empfohlene Parkhaus das falsche.
„Only for bus“ brüllte mich der gut gekleidete Regulierer aus seinem Glashäuschen an. „Ja, das sehe ich auch, steht ja auf den Schildern“, denke ich. "Sag mir doch lieber wo ich sonst hin soll, statt mir zu sagen was ich selbst weiß", rief ich Ihm entgegen. Das übernahm glücklicherweise einer der hinter mir stehenden Busfahrer. Nach einer klassischen „12 Punkt Wendung“ im Puppenstubentunnel, erreichten wir, dank Navi, netten Bauarbeitern und der Polizei, wirklich ein Parkhaus mit dem vertrauten Schild, „Camper welcome“. Wir lagen uns in den Armen! Aber, auch hier ist es eng, aber wer sein Fahrzeug kennt, packt auch das.
Wir stehen! Sind völlig durchgeschwitzt, aber der erste Schritt im Fürstentum ist, wenn auch schwer erkämpft, geschafft. Was in den kommenden Stunden folgte ist eigentlich mit einem Satz erklärt: Dekadent bis in die Spitzen. Aber das ist hier eben so und kümmert auch niemanden.
Unser erstes Interesse galt dem Wetter und dem nächsten Fastfood Restaurant, wegen der Klima. „Ist das hier immer so warm?“. Diese Frage beschäftigte uns den ganzen Tag. Nun gut, es scheint so zu sein. Erstes Ziel, das Jacques Cousteau (1910-1997) Aquarium, damit unsere Tochter auch zu Ihrem guten Recht kommt. Auf dem Weg dorthin passierten wir die 3 Häfen der Stadt und fühlten uns, angesichts der Reize, gedanklich überfordert.
Der Weg zum Aquarium ist leicht gefunden und lange Schlangen an den Kassen sind Fehlanzeige. Besucht man nur das Aquarium, ist der Eintritt auch akzeptabel. Wir zahlten, 2 Erwachsene / 1 Kind, 35 € incl. Babyhaie streicheln. Das besondere an diesem Aquarium, es wird mit Mittelmeerwasser gespeist und ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Wirklich absolut Sehenswert! 
Wieder an der Sonne, (wie toll!) folgten wir den touristischen Notwendigkeiten. In Richtung „Casino Monte Carlo“, der Formel 1 Strecke folgend und durch den bekannten Tunnel. Anschließend „schleppten“ wir uns die Treppen zum Casino empor (wenn Sightseeing zur Kopfsache wird). Zum Glück gibt es hier auf PET Flaschen kein Pfand. So konnten die geleerten Literflaschen ohne Reue im "Minutentakt" entsorgt werden. Ich habe in den letzten 2 Jahren nicht nie so viel geschwitzt, wie an diesem einen Tag! Irgendwie waren wir auch auf dem Rückweg zum Parkhaus zu faul oder zu blöd einen Bus zu nehmen.  

Fazit: Wir erlebten Monaco als eine „Stadt“, die gerade wegen ihrer Enge unglaublich sauber, gepflegt und trotz der Touristenströme organisiert und ruhig bleibt.

Da uns der Plan zur Weiterfahrt nach Cannes „zwang“ und es schon nach 18 Uhr war, mussten wir schweren Herzens Nizza auslassen. Den CP „LeRanch“ in Cannes erreichten wir 2,5 Stunden später. Die Fahrt dorthin war angenehm und entspannend. Wie so vieles hier. Hektik fehlt hier im Sprachgebrauch.
Nach kurzem Verhandeln, wurde uns gestattet (natürlich gegen Gebühr, 52,90 € bezahlt) unser Womo am kommenden Tag (Dienstag) länger stehen zu lassen.
Auf diesem CP machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den hiesigen Singzikaden. Der Lärm den die kleinen Dinger verursachen, beeindruckte uns die halbe Nacht.

Bild 1 Monaco 
Bild 2 Womo Parkhaus  / Monaco

Bild 3 kleiner Hafen / Monaco

Bild 4 Fürstenpalast Grimaldi / Monaco

Bild 5 Musée océanographique de Monaco
Bild 6 großer Hafen / Monaco
Bild 7 Detailaufnahme großer Hafen / Monaco
Bild 8 Tunnel Lavotto / Monaco
Bild 9 Haarnadelkurve am Hotel Fairmont / Monaco
Bild 10 Casino Monte Carlo
Bild 11 Hafenausfahrt / Monaco
Bild 12 Singzikade
Bild 13 CP "LeRanch" / Cannes


Am Dienstagmorgen klingelte unser Wecker früher als erlaubt. Der Linienbus schaukelte uns gg. halb 10 in die City von Cannes. Der erste Eindruck, eine weitere typische Stadt an der Côte d'Azur. Palmen und Kakteen säumen die Strassen, viel zu große Schiffe drängeln sich Heck an Heck im Hafenbecken und Porsche sind hier eher was für Pfennigfuchser. Bis auf einige Film- und Schauspielanekdoten bot uns die Stadt nicht viel. Könnte aber auch wieder an der unerträglichen Hitze gelegen haben. Einige Souvenirshop und Kaffees später, galt unsere größte Aufmerksamkeit dem Linienbus Richtung „LeRanch“. Schließlich mussten wir ja bis 18 Uhr vom Platz sein. Noch schnell den Abwassertank leeren, Frischwasser zapfen und 80 km später waren wir schon in St. Tropez. Auf diese Stadt hatten wir uns besonders gefreut. 
Die Zielfindung zum SP erwies sich auf den letzten Metern als etwas beschwerlich, da "Man" ja dem Navi blind vertraut. Endlich angekommen, wurden wir von der Platzpächterin freundlich, aber bestimmend empfangen und in die Platzordnung eingewiesen. Respekt! Die gute Frau hat den Platz im Griff.
Da der SP am nächstfolgenden Tag bis 12 Uhr verlassen sein muss, beschlossen wir 2 Nächte (30 €) zu bleiben und erst am Donnerstag weiter Richtung Spanien zu fahren. Die angezeigten 520 km beeindruckten natürlich nur mich als Fahrer. Von meinen 2 Damen erhielt ich nur ein kurzen Schmollmund und den Hinweis, "Du machst das schon!".

Bild 1 Promenadenstrand / Cannes 
Bild 2 Bd de la Croisette / Cannes

Bild 3
Bd de la Croisette / Cannes
Bild 4 SP in St. Tropez


Am nächsten Morgen brachte uns der Mini-Linienbus in klimatisierter Atmosphäre zum Hafen von St. Tropez. Dort suchen die meisten Besucher welches Ziel? Na klar, die „Gendarmerie Nationale“. Mit unserem Glück wird diese natürlich nicht ab kommende Woche wegen Bauarbeiten gesperrt oder ist als Museum schon neu eröffnet, NEIN, genau wenn wir hier sind ist alles eingezäunt und mit Baumaterialien verstellt. Da bleibt nur der gestreckte Kameraarm am Bauzaun.
Die Hafenatmosphäre mit den viel zu großen Schiffen, der Eisladen mit 4 € Kugeln oder der 6 € Cappuccino entschädigen da nur bedingt.
Beobachtet man die Besucherströme, scheint das niemanden zu stören. Ich spendiere meiner Tochter gleich 2 Kugeln (wenn, dann Richtig, denke ich, auch wenn meine Tochter es kaum glauben mag) und für uns 2 schöne Pötte Cappuccino. Was kostet die Welt? Man will ja schließlich in der Masse untergehen.
Wer die Zeit hat, sollte am Ende des Hafens um den alten Turm herumlaufen. Dort bieten sich nette Fleckchen um direkt am Wasser zu entspannen oder zu baden. Ich scherte mich auch nicht um die Kleiderordnung und ging mit Shorts ins Mittelmeer.
Den Nachmittag nutzen wir zum Baden, denn der Stellplatz ist unweit vom Strand. Als Tipp für Hungrige die lange Wartezeiten scheuen, sei die Pizzeria linker Hand an der Hauptstasse zum Platz empfohlen. Alles in allem, ein schönes kleines Städtchen welches auch 2 oder 3 Tage Besuch vertragen würde. Wir kommen wieder, dann hoffentlich mit fertigem "Louis de Funes" Museum.

Bild 1 „Gendarmerie Nationale“ / St. Tropez 
Bild 2 Hafen / St. Tropez

Bild 3 Yacht im Hafen St. Tropez
Bild 4 Tour Vieille / St. Tropez
Bild 5 Tour Vieille / St. Tropez
Bild 6 Strand in St. Tropez


Nach einer weiteren angenehmen warmen Nacht, galt es mal wieder Strecke zu machen. Ziel heute: Cadaques (Spanien).
Nach lächerlichen 7 Stunden und 520 km, hatten wir den Ort Cadaques erreicht. Es sei erwähnt, dass allein die letzten 15 km in den Serpentinen gut und gerne 45 min. verschlungen haben. Nicht jedermanns Sache. Der CP „Cadaqués“ in Cadaques trohnt sozusagen auf der höchsten Ebene im Ort. Mit einem Pool, ausreichend und sauberen Sanitäranlagen, einem Restaurant und einer freundlichen Rezeption präsentiert sich der CP nett verschlafen. Unseren Platz für die eine Nacht konnten wir selbst wählen. Ich hatte vereinbart, dass wir am kommenden Tag, unser Womo auf dem Platzeigenen Parkplatz abstellen durften. Und zwar kostenlos, ein Novum wie wir gelernt hatten.
Der Grund war, dass wir an diesem Freitag in das zum Museum (Casa-Museu) umgewandelte S. Dali (1904-1989) Haus in Port-Lligat gehen wollen. Die Karten hatte ich im Voraus bestellt. Sehr weise, denn für diesen Tag waren die regulierten Besuchermengen ausgeschöpft. Also kein Ort für Spontane. Das Museum ist sein Eintritt wert und näher kommt man dem Künstler nur hier. Museen sind das eine, Private Gemächer das andere, wertvollere.

Über Tossa de Mar und Lloret de Mar fuhren wir rund 140 km den ersten Ruhetagen auf dem CP „RocaGrossa“ bei Calella entgegen. Ein Platz der etwas Gehobenären Kategorie. Aber das sollte uns für unsere kommenden 3 Nächte gerade recht sein. Immerhin liegt der Strand direkt am peinlich sauberen und ordentlich geführten CP. Nach dem Check-in folgt man dem „Einweiser“ auf seinem Mofa in Richtung Stellplatz. Dass dieser Platz an den natürlichen Hang gebaut ist, hatte ich während der Planung gelesen. Allerdings waren mir solche Steigungen neu. Nicht umsonst holt und bringt der Platzeigene Traktor die Wohnwagen von und zu den Stellplätzen. Gleicher fährt auch den ganzen Tag mit einem Personenhänger im Kriechgang Berg auf, Berg ab. Ich hatte den Fahrer oben am Pool mal gefragt, „27%“ war seine Antwort, die Steigung betreffend.
Zurück zum Check-in, wir folgten mit Vollgas dem „Einweiser“ und hatten 3 Stellplätze zur Wahl. Super! Die erste Nacht erlebten wir in einer sagenhaften Ruhe mit einem tollen Ausblick auf’s Meer. Klar, wenn der Platz in den Hang gebaut ist, hat man oben die tollsten Plätze. Uns fehlte es an nichts. Duschen, WC’s und Waschmaschinen alles vis-a-vis. Einziger Wermutstropfen, warum muss man heutzutage noch für WiFi bezahlen? Einfach in die Platzmiete mit einrechnen, das würde den Beigeschmack ersetzen. Der Strand mit dem herrlich blauen und angenehm warmen Wasser hat ein kleines Restaurant, was ausreichend und günstig ist. Wegen des Sandes und der kleinen Steinchen machten sich unsere Surfschuhe bezahlt. Die Dinger trägt hier ohnehin fast jeder, und nicht nur hier! Am Sonntag war der Wellengang so stark, dass ich nach 30 min. mit wackligen Beinen das Wasser verlies. Resumeé: ein vortrefflicher Platz, der ohne Macken auskommt.

Bild 1 CP „Cadaqués“ / Cadaques 
Bild 2 Bucht /
Port-Lligat
Bild 3 Casa S. Dali /
Port-Lligat
Bild 4 Skulptur im Garten Casa S. Dali / Port-Lligat
Bild 5 Pool (Penisform) im Garten Casa S. Dali / Port-Lligat


Wir verließen am Montag den Platz mit dem Versprechen wiederzukehren.  

Zum CP bei Barcelona waren es nur 83 km. Auf dem Weg dahin, hielten wir noch hier und da um zu tanken oder um Lebensmittel zu horten.
Der CP „3Estrellas“, südwestlich von Barcelona (Castelldefels), ist über die "Autovia" gut zu erreichen. Durch unsere Reservierung war der Check-in eine Sache von Minuten. Es folgte die übliche Einweisung in die „Hausordnung“ und die Zuweisung des Platzes. Der uns zugewiesene Platz lag direkt am Strand, herrlich. Auf diese Strandnahen Plätze fahre ich persönlich besonders ab. Nicht so meine Frauen, besteht bei ihnen doch immer die Sorge, der Sand vom Strand würde sich im Womo gemütlich machen.
Kurzer Uhrenvergleich und schon waren wir wieder auf dem Weg in Richtung Bushaltestelle. Der Tag war noch jung und wollte genutzt werden. Die Festung und das Columbusdenkmal sollten heute noch drin sein, so unser Plan. Der Bus schaukelte uns eine gefühlte Ewigkeit bis zum „Placa d’Espanya“. In der alten umgebauten Stierkampfarena versuchten meine Frauen ihr Shoppingkontingent abzuarbeiten. Frauen finden doch überall was, erstaunlich, mir war der Shoppingpalast gleichgültig. Sieht genauso aus wie zu Hause, dachte ich. Vom Platz in Richtung Süden geht es über Rolltreppen (welche Wohltat bei der Hitze) bis fast zur Festung hoch, den Rest erledigt die „Cabelcar“. Von hier oben bietet sich dem Besucher ein herrlicher 360° Blick auf die Stadt. Die Columbusfigur war anschließend nur noch eine Fleißaufgabe.
Der erstbeste Bus brachte uns dann, nach 4 Std. Fußmarsch, wieder zurück zum „Placa d’Espanya“, wo wir unseren Bus zum CP bestiegen. Schon an diesem Abend hatte ich das flaue Gefühl, dass unser Plan für den nächsten Tag, auf Grund der Weitläufigkeit, ins Wanken geraten würde.

Bild 1 Strand am CP „RocaGrossa / Calella 
Bild 2 Aussicht vom Platz am CP "RocaGrossa" / Ca
lella


Am Dienstagmorgen waren wir zunächst noch voller Tatendrang. Alle Zweifel waren vom Tisch. Der Drang ließ mit zunehmender Tageszeit aber immer mehr nach. Schon am ersten "Tagesordnungspunkt", dem „Park Güell“, verließ uns die Lust nach „Sightseeing“. Zu viele Menschen, zu viel Sonne. Halbherzig schlenderten wir durch den Park. Die Hauptattraktion war ohnehin mal wieder kostenpflichtig und mit langen Wartezeiten versehen. Da sich Hunger einstellte, kehrten wir ein und nahmen die erste Pause des Tages. Wie herrlich ein klimatisiertes Restaurants sein kann.
Auf die teuren Eintrittskarten für die „Sagrada Familia“ hatten wir im Vorfeld verzichtet. Gut 81 € waren uns dann etwas zu viel. Einmal in Ruhe drum herum laufen muss reichen. Es nieselte an diesem Tag auch immer wieder mal, also fanden wir uns schneller als gedacht in einem Cafe wieder. Schnell noch einige Souvenirshops leer gekauft, ab zum Bus und zurück zum CP. Denn ich wollte noch unbedingt den Strand testen, bevor es morgen, am Mittwoch, weiter nach Denia geht.

Ein Satz zum Fluglärm vom nahe gelegenen Flugplatz. Er ist nun mal da und die Flieger starten und landen von 7 Uhr morgen bis 23 Uhr Abends, mal mehr, mal weniger. Groß gestört hat es uns nicht. Den ersten 10 Maschinen schaut man noch wütend hinterher, aber auch das lässt nach.

Bild 1 „Placa d’Espanya“ / Barcelona 
Bild 2
„Sagrada Familia“ / Barcelona
Bild 3 Seilbahn zur Festung "Castell de Montjuïc" / Barcelona

Bild 4 "Castell de Montjuïc" / Barcelona

Bild 5 "Mirador de Colom" / Barcelona
Bild 6 "
Park Güell “ / Barcelona
Bild 7
"Park Güell “ / Barcelona
Bild 8
„Sagrada Familia“ / Barcelona
Bild 9 Strandplatz am CP „3Estrellas“ / Barcelona (Castelldefels)


Mit einem kurzen Stopp am „0 Meridian“ bogen wir am späten Nachmittag im Städtchen Denia ein. Was soll ich groß über Denia schreiben? Klein, ordentlich, verschlafen, putzig. Selbiges trifft auch auf den CP „Los Pinos“ zu. Die Zeit scheint hier keine Rolle zu spielen oder ist stehengeblieben. Unser Preis, 34,25 € pro Nacht, Vernünftig! Sanitär sauber, Die Frauen (ausschließlich) nett und bemüht. Wifi gibt es im Kontingent,  mal was ganz neues! Die kleinste Einheit, 500 MB, reichen völlig aus. Viel passierte hier nicht, ankommen, Strom, Kaffee, duschen, baden oder anders rum. Und, ja, die Singzikaden ließen mich Nachts wach werden. Verdammte Fiecher! 

Bild 1 „0 Meridian“ / bei Barranquet 
Bild 2 CP „Los Pinos“ / Denia
Bild 3 Strand von Denia


Am nächsten Morgen war es schon zu Tagesbeginn sehr heiß, daher konnte es für uns gar nicht schnell genug gehen, erstes Ziel an diesem Tag, die "Wasserfälle bei Algar". Jede Menge Spanier und Touristen tummeln sich in den bitterkalten Fluten der Wasserfälle. Ein Besuch lohnt in jedem Fall. Die Anreise dorthin gestaltet sich mit einem „Dickschiff“ etwas schwierig, sind doch sämtliche Parkplätze für kleine Fahrzeuge ausgelegt. Ein Womo Parkplatz am Campingplatz oberhalb ist nicht weniger einfach zu erreichen. Einige Stunden verbrachten wir hier in den Fluten der Wasserfälle. Aber Achtung! Kaltes Wasser, bekommt hier eine völlig neue Bedeutung! Wir hatten nach 30 min. blaue Finger.

Auf dem weiteren Weg nach Granada erlaubten wir uns noch den kleinen Abstecher nach Mazarron, zu den Felsformationen in Strandnähe. Imposant, wie der Wind im Laufe von Jahrmillionen die erloschenen Lavaströme geformt hat. Parken ist direkt davor möglich. Diese zwei Abstecher sorgten schließlich auch dafür das wir erst gg. 23:30 Uhr am CP „Las Lomas“ in Grenada ankamen. Unsere Befürchtung, der Platz wäre schon verschlossen, bestätigte sich zum Glück nicht. Bis 24 Uhr ist die Rezeption geöffnet. Hier wollten wir nun unseren 2. Ruhepause verbringen und am folgenden Tag die "Alhambra" besuchen. Der CP besticht mit super Service, sauberen Sanitäranlagen und einer Top Lage. Preis-Leistung, Top! Empfehlung!

Bild 1 "Les Fonts de l’Algar" / Algar 
Bild 2
"Les Fonts de l’Algar" / Algar
Bild 3
"Ciudad Encantada de Bolnuevo" / Mazarron
Bild 4
"Ciudad Encantada de Bolnuevo" / Mazarron
Bild 5 Parken direkt vor den Felsen bei Mazarron
Bild 6 CP „Las Lomas“ in Grenada


Der Bus ins Zentrum von Granada hält direkt vor dem Platz und bringt den Gast sicher in die Stadt. Dort einfach in ein Taxi steigen, Alhambra sagen und schwups ist man für lächerliche 7 € an dessen Tor, incl. Tipps für den Rundgang. Dank Kartenvorbestellung waren wir schnell durch den Einlass.
Die Alhambra lässt sich nicht so leicht in wenige Sätze fassen. Man muss es einfach gesehen haben, auch wenn es uninteressant erscheint. Maurischer Baustil pur. Bitte unbedingt auf die Eintrittszeit zum Nasridenpalast achten, weil diese bei Unpünktlichkeit verfällt. Die Alhambra ist ein Ort, der Fantasien a la Sindbad weckt, den Alltag vergessen lässt und beeindruckend zeigt, was baulich um 1100 möglich war. Geschafft haben wir dennoch nicht alles. Nach 6 Stunden fehlte uns noch die Generalife.
Somit bleibt dieser Teil für uns noch unerfüllt. Erwähnen möchte ich den Kaffeeautomaten am Tor zur "Alcazaba". Für lächerliche 1 € bekommt man einen Automatenkaffee der seines gleichen sucht. Das halte ich für Erwähnenswert.

Bild 1 "Patio de los Arrayanes" (Myrtenhof) / Alhambra 
Bild 2
Patio de los Leones“ (Löwenhof) / Alhambra
Bild 3 Detailaufnahme Löwenhof / Alhambra

Bild 4 "
Alcazaba" (die Festung, ältester Teil) / Alhambra
Bild 5 Blick auf Granada von der "Alcazaba" / Alhambra
Bild 6 "Alcazaba
“ / Alhambra
Bild 7
Stellplatz am CP "LasLomas"
Bild 8
Stausee am CP "LasLomas" / Alhambra


Am Samstag ging es wieder früh raus, denn wir hatten die im Jahre 1959 entdeckte Tropfsteinhöhle bei Maro im Programm. Wohl die Größte in Spanien. Ich habe nicht nachgemessen. Ein Restaurant am Platz lädt bei herrlichem Ausblick zu Kaffee und Snack ein.
In der folgenden Stunde traten wir nun endlich nach 2 Wochen den Weg in die Stadt an, wegen welcher wir eigentlich losgefahren waren, Tarifa. Vorbei an malerischen Landschaften bei Malaga, Marbella und Gibraltar (wir sehen uns morgen), erreichten wir in den späten Nachmittagsstunden Tarifa. GESCHAFFT!
Nach gut 3900 km hatten wir unser Ziel erreicht. Wer hätte das gedacht? Abgestellt haben wir unser Womo, dank dem Hinweis der Polizei am Hafen. Nicht so leicht, denn rein fahren ist das eine, Zugeparkt zu werden dann das andere. Endlang der Hafenmole zeigte sich die wahre Schönheit dieser Stadt. Links das Mittelmeer, ruhig und klar, rechts der Atlantik, stürmig und endlos. Welch ein atemberaubendes Schauspiel der Natur. Augen und Gehirn versuchten vergeblich die Eindrücke zu synchronisieren. Nun war uns das ewige Sonnenwetter sehr recht, wir hatten klare Sicht auf Marokko und die Wellenreiter am Atlantik versuchten in der „High Wind Area“ ihr Bestes. Welch ein Kontrast. Eine tolle Gegend! Steht auf meiner "wenn ich Rentner bin Liste" ganz weit oben.
Richtung Norden fahrend, gleich hinter der Stadt, reiht sich ein CP an den anderen, eine Suche dauerte nicht lange. Die Preise sind sehr hoch und die Ausstattung der Plätze ist identisch. Man steht auf Surfer. Ganz klar. Wir zahlten am CP „Torre de la Pena“ bei Tarifa, der zweigeteilt ist, 45 € für die Nacht. Das Restaurant war mittelmäßig und der Stellplatz ein wenig versandet. Die Sanitäranlagen waren jedoch sauber.

Bild 1 Tropfsteinhöhle / Maro 
Bild 2 Tropfsteinhöhle
/ Maro
Bild 3 Blick auf Maro vom Restaurant an der Höhle

Bild 4 Mittelmeer und die Küste Marokko / Tarifa

Bild 5 Atlantik und Tarifa Stadt
Bild 6 Abenddämmerung über Tarifa
/ Blick vom CP "Torre de la Pena"


Am folgenden Tag, auf dem Weg nach Gibraltar, stoppten wir noch in der Nähe der langen Sandstrände und stellten fest was wir verpassen müssen, weil wir jetzt weiter müssen. Wir kommen wieder, mit mehr Zeit im Gepäck. Versprochen!
Der Abschied von Tarifa wurde nur durch das nächste Highlight erleichtert.
Vor Gibraltar im Grenzstau stehend, entdeckten wir den SP am Hafen, 12 € pro Nacht schien uns akzeptabel und wir „griffen“ zu. Denn aus diversen Foren hatte ich erfahren, dass Parkplätze für Womo’s in Gibraltar rar gesät seien. Somit blieb nur die Fußläufige Variante und der Bus (Erfahrung damit hatten wir ja genug).

Erster Anlaufpunkt war die Cabelcar, die uns zum 2. höchsten Punkt über Gibraltar brachte. Der Hoch- und Runterticketpreis ist vertretbar. Neben der unglaublichen Aussicht, interessierte mich auch das Verhalten der Affen. Auch darüber hatte ich in Foren einiges gelesen, war gespannt und entsprechend vorbereitet. Die besten Chancen für die Tierchen uninteressant zu sein ist, langweilig zu wirken. Also, alles war nicht zum Körper gehört sollte verstaut sein und Glitzerfummel sind tabu. Dennoch wollte die Affenmutter den Beutel meiner Frau haben. Jedoch hatte die Affenmutter nicht mit der Entschlossenheit meiner Frau gerechnet. Mit "Schwupps" und einem beherzten Brüller war der Beutel wieder unser.
So vergingen gute 3 Stunden, bis es uns wieder nach „unten“ zog. So eine Bergtour macht hungrig, die Mittagsstunden nahten und ein uriges britisches Pup deutete an: „hier seid ihr richtig!“. Wir tafelten üppige Mahlzeiten mit allem drum und dran und zahlten nicht mal 35 €.
Das wir auch hier wieder nicht die nötigte Zeit haben werden, wurde uns sehr schnell bewusst. Nun musste Plan B (was geht in wenig Zeit) her. Kurz die netten umherlaufenden Menschen angesprochen und prompt saßen wir im Bus zum „Lighthouse“. Wenn schon der Leuchtturm in Tarifa gesperrt war, soll ich wenigstens an der Strasse von Gibraltar fündig werden. Die Zeit (20 min.) zwischen den Abfahrtzeiten der Busse musste für Fotos und Ausblick reichen. Auf der Rücktour zur Grenze legten wir fest, dass wir nicht, wie geplant, an diesem Tag weiter nach Ronda fahren werden, sondern im Hafen auf dem SP übernachten (12 h waren ohnehin bezahlt) und morgen, am Montag, nach Madrid durchziehen. Immerhin 680 km, ein ordentlicher Happen.
Wir haben die Übernachtung am Fuße des Berges nicht bereut. Meine Frau beschäftigte sich mit dem Wolkenphenomen, ich machte Langzeitbelichtungen und Töchterchen träumte von Wifi.

Bild 1 Stellplatz vor Gibraltar / La Linea
Bild 2 Blick vom Affenfelsen / Gibraltar

Bild 3 Moschee am Leuchtturm von Gibraltar

Bild 4 Landebahn Flughafen Gibraltar, nach Osten

Bild 5 Landebahn Flughafen Gibraltar, nach Westen
Bild 6 Abendstimmung am "The Rock"
/ Gibraltar


Dennoch sind wir am nächsten Morgen, da noch kein Grenzstau war, mit dem Womo über die Grenze gefahren. Allein schon wegen der Überquerung der Landebahn und natürlich wegen der Kraftstoffpreise. Ziemlich lustig ist die kleine Kehrmaschine, die den Fahrbahnbereich der SLB säubert, bevor ein Flugzeug landen darf. Ein Wunder, dass sie beim Pirouettendreh nicht umkippt.  
Im Anschluss an diesen mobilen Kurzbesuch, machten wir uns auf den Weg in die spanische Hauptstadt Madrid. Ziel war der, ca. 680 km entfernte, CP „Arco-Iris“ bei Madrid, am westlichen Stadtrand. Wie in Barcelona, sind auch hier Campingplätze dünn gesät. Anfangs fuhren wir noch über gut ausgebaute Landstrassen, durch riesige Olivenanbaugebiete in der Region westlich von Granada. Knapp eine Stunde gab es landschaftlich keine Abwechselung. Später, während der trostlosen Autobahnfahrt, ließ ich mich durch einen spanischen Reisebus „ziehen“. An dem dranzubleiben, wurde zur Herausforderung. Kurz vor Madrid hatte er mich dann schließlich doch abgeschüttelt. Keine Chance gegen diesen thoughen Berufskraftfahrer. Aber so verging wenigstens der Grossteil der Zeit. 
Der CP bei Madrid empfing uns wie wir es in der Zwischenzeit gewohnt waren, freundlich. Wir bekamen alle notwendigen Informationen über den Platz und Madrid. Die Wahl des Platzes wurde uns wieder selbst überlassen.

Angesichts der knapp 8stündigen Fahrt, wurde die Party am Pool mit den Leichtbekleideten Mädels heute mal abgesagt. Daddy war Müde.

Bild 1 CP „Arco-Iris“ / Madrid 
Bild 2 Zufahrt zum Stellplatz "Aro-Iris"
/ Madrid
Bild 3
Abwärtsweg auf dem CP "Aro-Iris" / Madrid
Bild 4 Champions League und andere Pokale im "Estadio Santiago Bernabéu"

Bild 5 Spielfeld im Bernabéu
Bild 6 Mannschaftsräume Startelf
/ Bernabéu
Bild 7
Wellnessbereich Spieler
Bild 8 Außenansicht
"Estadio Santiago Bernabéu" / Madrid
Bild 9 Seitenansicht Bernabéu, nähe Fanshop


Wieder relativ zeitig standen wir an diesem Dienstagmorgen in den Startlöchern bzw. an der nahe gelegenen Bushaltestelle. 1x umsteigen, wurde uns gesagt. Ich hatte mir natürlich die Busnummern und Busstrecken im Voraus angeschaut. In fremden Ländern überlasse ich das nicht der Improvisation oder den Hinweisen der heimischen Busfahrer. Unser Ziel war das „Estadio Santiago Bernabéu“ von Real Madrid. Davon hatten wir als Realfans immer schon geträumt. Um so mehr waren wir erfreut, als wir erfuhren, dass Stadionführungen in Eigenregie angeboten werden. Gelesen und gebucht, natürlich im Voraus.
Die Schlange vor den Verkaufsschaltern des Stadions machte jedoch keine Unterschiede zwischen jedem und den Reservierungen. Nun gut, uns störte in diesem Moment so ziemlich nichts. Wir hätten alles ertragen, auch eine Mittagspause der Kassenhäuschen. In der Tat war es so, dass wir uns ohne Hektik und Zwang im Stadion bewegen konnten. Es gibt zwar einen vorgezeichneten Weg für die Tour, aber niemanden der Unterwegs zur Eile mahnt. Für Realfans, aber auch Fußballfans allgemein, sei dieser Besuch wärmstens empfohlen. Der Verein hat ein respektables „Museum“ geschaffen, in dem es an absolut nichts fehlt. Alle Preise, alle Trophäen sind zu sehen. Die Geschichte wird multimedial präsentiert. Auf der Spielerbank darf Platz genommen werden und auch die Umkleideräume und der Wellnessbereich der Spieler sind nicht tabu (wenn kein Spiel an dem Besuchstag ansteht). Nach ca. 3 Stunden waren wir im Bilde und beendeten unseren Besuch im Stadion mit einem Mittagessen im Stadioncenter.
Den Nachmittag verbrachte jeder nach belieben, bzw. ich mit Töchterchen im Pool. Am Abend, auf der täglichen Routenbesprechung für den kommenden Tag, legten wir fest, gleich bis in die Pyrenäen durchzufahren. Der CP „Rio Ara Ordesa“ in Torla schien uns gut als Transithafen geeignet.

Bild 1 CP „Rio Ara Ordesa" / Torla 
Bild 2 An der Zufahrt zum Campingplatz "Rio Ara Ordesa"


Gegen Mittwochabend erreichten wir nach 530 km diesen Platz, sehr zum Erstaunen der Betreiber und anderer Gäste. Den Blicken nach zu folgen, war entweder unser Womo zu groß für diesen Platz und diese Gegend (zugegeben waren die letzten km der Strecke und die Zufahrt zum CP etwas Gewöhnungsbedürftig) oder man rechnet hier so „spät“ mit niemandem mehr. Egal. Der Betreiber gab uns sofort den vordersten Platz für die Nacht. Das ist gut so, bringt doch alles andere nur Unruhe auf den Platz.
Der Platz wird von vielen Wanderern und anderen Lebenskünstlern genutzt. Die Sanitäranlagen sind in einem sauberen und scheinbar neuen Zustand. Ich habe lange nach Fehlern gesucht, aber keine gefunden. Auch dieser Abend verlief ähnlich wie die letzten. Strom anschließen, Kaffee machen, Duschen und ausruhen. Zu später Stunde beschlossen wir für den folgenden Tag unser Ziel, Oradur sur Glane, von der Liste zu streichen, schweren Herzens wohl bemerkt. Aber der Umweg wäre doch erheblich gewesen und wir hatten nur noch wenig Sand in der Uhr. Sonntag sollten wir wieder zu Hause sein.
Auf der Fahrt durch die atemberaubende Landschaft der Pyrenäen, legten wir fest, dass diese Gegend die Schweiz um Längen schlägt. Mit Rot auf der Karte fett markiert sind wir sicher, hier kommen wir auch noch mal hin. Kleine schmale Straßen, die nur von den zahlreichen Tunneln unterbrochen werden, damit sie sich nicht um jeden Felsvorsprung winden müssen, rechts Abgrund oder Glasklare Bäche, links zerklüftete Felsen oder Grasgrüne Hänge. In der Ferne 3000er mit Schneebedeckten Gipfeln. Diese Idylle hatten wir nicht erwartet. Lässt man sich von den regelmäßigen Haltebuchten einladen, kommt der Hobbyfotograf auf Hochtouren.
Gegen Abend verkürzten wir unsere Strecke auf Grund der Abenddämmerung und der schwindenden Hoffnung überhaupt noch irgendwas oder irgendwen zu erreichen, um gute 100 km. Jetzt rächte sich das ständige anhalten in den Bergen. Das Navi bot uns in der Gottverlassenen Gegend bei „Irgendwo“ nicht viele Alternativen, wir nahmen die erstbeste. Und so war er auch der CP, Augen zu und durch. Den Namen des Platzes lasse ich mal außen vor. Aber 3 Toiletten, natürlich ohne Brille und Papier, für die Dunkelheit ist auf dem Weg zum Klo eigenes Licht mitzubringen und Duschen, bei der die Duschzeit durch kontinuierliche Wassertemperatur locker halbiert werden könnte, haben keine 24 € für eine Nacht verdient. Das das wesentlich besser geht, haben wir unzählige Male erlebt und ist im Grunde auch gar nicht so schwer. An diesem Abend fühlten wir uns in unserem Womo besonders heimisch.

Bild 1 Pyrenäen  
Bild 2 Bachlauf in den Pyrenäen

Bild 3 auf dem Weg (A 138) nach Frankreich / Pyrenäen

Bild 4
auf dem Weg (A 138) nach Frankreich / Pyrenäen
Bild 5 Am Tunnel Bielsa-Aragnouet (Spanien-Frankreich) / Pyrenäen
Bild 6 Richtung Aragnouet
/ Pyrenäen
Bild 7 CP irgendwo in der Nähe Saugues / Frankreich

Bild 8
CP irgendwo in der Nähe Saugues / Frankreich


Die ersten Kilometer des folgenden Tages entwickelten sich zu einer wahren Odyssee. Unerklärliche 2 Stunden kurvten wir über Bergpässe und passierten Dörfer und Straßen, von denen man annehmen musste, dass diese für moderne Fortbewegungsmittel nicht konzipiert waren. Wir unternahmen alles erdenkliche, nur um endlich eine Landstraße nach DIN Norm zu finden. Irgendwann auf dem rettenden Asphalt waren wir uns sicher, dass auch dieser Tag wieder vorzeitig enden würde. In Clerval wurden wir fündig. „Bonjour“, schalte es uns an der Zufahrt des kleinen CP in "Clerval" entgegen. „Bonjour“ erwiderte ich erleichtert und hätte ohne zu zögern auch das Dreifache (statt 12 €) bezahlt. Dieser CP war ein echter Glücksgriff. Klein, fein und im Grunde sauber. Die Sanitäranlagen sind etwas in die Jahre gekommen, aber alles funktioniert.
Am Samstagmorgen starteten wir zu unserer vorletzten Etappe in Richtung Schweinfurth. Angepeilt war der dortige, relativ neue CP "Stadtcamping - Schweinfurth" am Stadtrand. Knapp 7 Stunden später standen wir vor dessen Tor. Ein Anruf bei der hinterlegten Telefonnummer und dem Zutritt stand nichts im Wege. Tja, das ist Deutschland, Samstagabend ist eben keiner mehr da, auch nicht auf privaten Plätzen. Dieser CP gehört dem ansässigen "Fendt" Händler und einem Campingausstatter. Hier wurde nicht gekleckert. Bis auf ein Restaurant, ist alles in ausreichender Anzahl vorhanden und entspricht in weiten Teilen der Kategorie 4 oder gar 5 Sternen. Der Platz ist relativ neu errichtet und so sieht er eben auch aus. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Gäste zu verhalten wissen, damit dieser absolute Top Zustand möglichst lange so erhalten bleibt. Ganz in der Nähe, in einer Kleingartenanlage, befindet sich das Gartenlokal „Alte Warte“. Wir können das nur empfehlen, üppig gefüllte Teller, nette Bedienung, Live Musik und ein großzügiger Biergarten. Hier ließen wir unseren letzten Abend davon ziehen.

Bild 1 Sanitär im Stadtcamping Schweinfurth  
Bild 2
Duschen im Stadtcamping Schweinfurth
Bild 3 Waschbecken
im Stadtcamping Schweinfurth

Tag darauf begann die Etappe, vor der wir uns seit Beginn gegrault hatten, der Heimweg. An Bord herrschte schlechte Stimmung, jeder war in Sich vertieft, mit den Gedanken sonst wo, nur nicht zu Hause. In den späten Sonntagnachmittagstunden rollten wir in der „geliebten“ Heimat ein.

Der nächste Tag war mit den üblichen Aktivitäten gefüllt, Auspacken, Womo säubern, Volltanken und mit einem weinenden Augen bei der Abgabe „bye bye" sagen.

Ein Resümee?
Sicher, lange mussten wir nicht überlegen, die nächste Route war schon vor Ende dieser gesteckt. Wie lassen sich 3 Wochen individueller Aktivurlaub durch Südeuropa in wenige Sätze fassen?
Fest steht, wir haben jede Stunden als Erholung empfunden, bereuen keinen der 7000 km und würden gleiches jederzeit wieder tun. Also dann, bis zum nächsten Trip.