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Military Liaison - Sperrgebiete der MVM

Um zunächst Klarheit zu schaffen, was "Sperrgebiete" sind muss die allgemeine Charakteristik betrachtet werden (in Auszügen aus den "Gemeinsamen Festlegungen zwischen dem MfNV und dem Stab der GSSD zur Realisierung der Sperrgebietsverordnung vom 26.07.1979" vom 15.01.1988)

1) Sperrgebiete sind solche Gebiete, für die das Betreten, Befahren bzw. das Überfliegen sowie die bildliche Darstellung durch Unbefugte untersagt bzw. eingeschränkt ist oder nur mit einer besonderen Erlaubnis gestattet werden kann.

2) Ständige Sperrgebiete sind Festlandsperrgebiete, Seesperrgebiete oder Luftsperrgebiete, die für einen unbefristeten Zeitraum festgelegt werden. Diese Territorien sind auf Grund ihrer Lage oder der sich in ihnen befindlichen militärischen, ökonomischen und politisch bedeutsamen Objekte und Einrichtungen für den Schutz und die Sicherheit der DDR von besonderer Bedeutung.  
Sperrgebiete legt der Oberkommandierende (OK) der GSSD fest. Das Befahren und Betreten ist für die Angehörigen der drei westlichen MVM grundsätzlich verboten. Ausnahmen kann der OK der GSSD festlegen.
Die Chefs der MVM werden durch Übergabe einer Karte mit den eingezeichneten Sperrgebietsgrenzen verbindlich informiert.

3) Zeitweilige Sperrgebiete sind Festlandsperrgebiete, Seesperrgebiete oder Luftsperrgebiete, bei denen der Zeitraum der Gültigkeit bereits bei der Einrichtung der Sperrgebiete festgelegt wird, die entsprechenden Einschränkungen nur zeitweilig festgelegt werden oder die entsprechenden Eischränkungen prinzipiell einmalig und innerhalb eines kurzen Zeitraumes wirksam werden. Es sind Gebiete, deren Befahren und Betreten für einen befristeten Zeitraum durch MVM Angehörige verboten ist. Dazu zählen z.B. Gebiete oder Gelände von Manöverhandlungen, Truppenbewegungen und anderen militärisch bedeutsamen Handlungen der sowjetischen Streitkräfte, der NVA und der Armeen anderer Warschauer Vertragstaaten. Ebenso gilt das zeitweilige Verbot für Gebiete oder Gelände politisch bedeutsamer Veranstaltungen die eine umfangreiche politische-operative Sicherheit erfordern.
Die Festlegungen erfolgen im Auftrag des MfS, des MfNV oder des MdI beim OK der GSSD. Eine zusätzliche Beschilderung dieser zeitweiligen Sperrgebiete durch MVM-Verbotsschilder ist nicht notwendig.

Gelände- und Wasserflächen, die der GSSD in Deutschland zur ständigen Nutzung bereitgestellt und als Sperrgebiete festgelegt wurden, werden nur dann mit Verbotsschildern gekennzeichnet, wenn sie nicht eingefriedet oder durch Posten gesichert sind.

(Stand: 11.12.2016)

(Quellen: BV Neubrandenburg Abt. II Nr. 24 Band 1, ZAIG 31146)