Heimatgalerie - Seekabelbunker, Ahlbeck

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Seekabelbunker, Ahlbeck

Am Rande der Ortschaft Ahlbeck (Usedom) befand sich die Stütznachrichtenzentrale, die das, aus der UdSSR ankommende, Seekabel aufnahm. Dieses Nachrichtenseekabel (Tubenkabel) zwischen der UdSSR und der DDR wurde notwendig, als Mitte der 80er Jahre die VR Polen auf Grund der Politischen Unruhen im eigenen Land nicht mehr das einstige Vertrauen genoss.

Es war für die Führung der Sowj. Streitkräfte und Ihrer Generalstäbe unabdingbar autarke und sichere Nachrichtenverbindungen zu Ihren Streitkräften und Truppenteilen außerhalb Ihrer Landesgrenzen zu haben. Dem wurde, neben dem Weg der staatl. Nachrichtennetze, immense Bedeutung zugeteilt. Über dieses Seekabel wurden alle wichtigen Nachrichtenverbindungen geführt. In Ahlbeck wurden das Kabel aufgenommen, Informationen verarbeitet und über das Nachrichtennetz der GSSD an andere wichtige Führungsstellen weitergeleitet. So gingen Abzweigungen z.B. nach Harnekop, Falkenhagen, Wünsdorf, Vogelsang und weiter bis Prag. Die Verwaltung bzw. die Verantwortung für diesen Bunker lag nicht bei der GSSD, sondern bei einer höheren Führungsebene in Moskau, wenngleich die GSSD Nutzer dieser Nachrichtenverbindung war. Das änderte sich erst mit der Umstellung der Nachrichtensicherstellung in der Verwaltungsstruktur der GSSD und Ende der 80iger Jahre mit der Übernahme der Anlage durch die 132. NBr, die auch den Rückbau (Abschaltung der Verbindungen) der Anlage betreute und damit die Übergabe an die Bundesrepublik vollzog. Dies gilt im Übrigen auch für andere Objekte in der ehem. DDR (Falkenhagen, Vogelsang, Schwepnitz).

Bauzeit 1979-1981, Das Bauwerk ist einetagig aufgebaut und bietet auf Grund der Zugangs-und Schleusenaufteilung einen Schutz vor ABC- Waffen. Über die Schutzklasse lässt sich nur spekulieren.

Heute liegt eines der wichtigsten Nachrichtenbauwerk der Warschauer Vertragsstaaten vergessen im Wald bei Ahlbeck. Eine baugleiche Anlage soll sich auf der Gegenseite im weiteren Umfeld von Kaliningrad befinden, ob es noch in Nutzung ist oder leer steht, ist mir nicht bekannt. Falls jemand hierzu nähere Informationen hat, die er mit mir teilen möchte, dem empfehle ich meinen "Kontakt".

(Quelle Text: P. Rentsch)