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SWL Lychen в/ч пп 73259

Diese Frontbasen (geschützte Lagerobjekte für Waffen besonderer Bestimmung) für „Sonderwaffen“ unterlagen ausschließlich der sowjetischen Verfügungsgewalt. In beiden Frontbasen (Komplex "4000" und "4001": Stolzenhain und Lychen) sollten die im Handlungsfall eventuell notwendigen, nuklear einsetzbaren Gefechtsköpfe, den im Feld handelnden Truppenteilen und Verbänden der Raketentruppen, auch die der Verbündeten Divisionen und Armeen, zugeführt werden. Die, auf Grund der Bedrohungslage, sinkenden Vorwarnzeiten, machten eine handlungsnahe und sichere Lagerung mit einfach logistischen Ansatz im Einsatzraum notwendig (Faktor ZEIT).

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In diese beiden Frontbasen (Komplex "4000" und "4001": Stolzenhain und Lychen) sollten die im Handlungsfall eventuell notwendigen, nuklear einsetzbaren Gefechtsköpfe, den im Feld handelnden Truppenteilen und Verbänden der Raketentruppen, auch die der Verbündeten Divisionen und Armeen, zugeführt werden. Die Sicherstellung dieser Truppenteile und Verbände der Raketentruppen u. a. mit nuklear einsetzbaren Gefechtsköpfen, die in den Divisionen und Armeen der Verbündeten von den Raketeneinheiten im Handlungsfall erwartet wurden, erfolgte aus diesen Basen über eine ganze Kette weiterer logistischer Abläufe.
Nur wenige Personen kannten die Bestimmung des Objektes und die der Lagerbunker. Dieses Objekt, die Schwesteranlage bei Stolzenhain, sowie weitere Objekte und Anlagen anderer Nutzer, spielten eine erhebliche Rolle bei der Friedensicherung in Europa. Auf Grund einer Entscheidung im Mai 1965, wurden in fast allen Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages vorgeschobene Basen für die Lagerung, Prüfung und teilweise Instandhaltung von nuklearen Gefechtsköpfen für Trägersysteme der Landstreitkräfte gebaut.

Zitat: "Zweck der Objekte war die gesicherte Lagerung von nuklear nutzbaren Gefechtsköpfen für NUR operativ-taktische, später taktische und operativ-taktische Raketen der Raketeneinheiten der Landstreitkräfte der in der Koalition handelnden Truppen der NVA und der sowjetischen Streitkräfte, bzw. der Truppen die von den sowjetischen Streitkräften für den Empfang dieser Einsatzmittel vorgesehen waren. Durch die errichteten Schutzbauwerke sollte die gesicherte, langfristige Lagerung und die Haltung der Einsatzbereitschaft des Lagergutes gewährleistet werden." (P. Rentsch, aus "An vorderster Front")

Notwendig wurden diese vorgeschobenen Lagerbasen aus der Erkenntnis, dass eine schnelle Ausgabe der Mittel im Einsatzfall auch eine handlungsnahe Lagerung im Einsatzraum notwendig machte (Faktor ZEIT). Es zeigte sich, dass vorgelagerte Basen notwendig waren, um die empfindlichen und technisch anspruchsvollen Lagergüter langfristig, sicher und mit einfachem logistischen Ansatz handlungsnah lagern zu können. Die Versorgung der handelnden Truppen, z. B. in der DDR, und die Reaktion auf eine Bedrohungslage waren durch die Führung aus der Sowjetunion heraus nicht mehr Zielführend. Eine sichere und effiziente Organisation war bei sinkenden Vorwarn -und Reaktionszeiten so wie bisher nicht mehr möglich.

Zitat: "Wollte man schnell handeln (reagieren), musste man das vorn tun".

Die Verfügungsgewalt und die Zugriffssicherung über diese Lagermittel unterlag in erster Linie der UdSSR (wie ebenso in anderen Lagern der Bruderländer). Über die Sicherung der Lager und des Lagergutes wachten die Spezialkräfte der 12. Hauptverwaltung des Verteidigungsministeriums der UdSSR (12-е Главное управление МО СССР/ГУМО). Die immer noch weitverbreitete Auffassung der KGB wäre mit der Aufgabe der Lagerung und Sicherstellung der Lagergüter beauftragt gewesen, wird unter Zeitzeugen und Militärhistorikern einstimmig zurückgewiesen. Denn der KGB war mit der Aufgabe der Militärabwehr betraut, nicht aber mit der Lagerung und Sicherstellung der Lagergüter (GK). Des Weiteren wäre der KGB fachlich, organisatorisch und transportlogistisch überhaupt nicht in der Lage gewesen diese Aufgaben sicherzustellen. Das Personal der Militärabwehr hatte nicht einmal Zutritt zu diesen Sicherheitsbereichen der Lagerung. Es gab zwar bis Ende der 50er Jahre (vor der Gründung der 12. HV) im KGB die Ansicht, auch diese Aufgaben im Umfeld der Nuklearwaffenträger ballistischer Art wahrzunehmen, Gefechtsköpfe zu transportieren und Sonderausrüstungen zur Kontrolle und Auslösung der Nuklearreaktion zu verwalten. Mit Gründung der 12. HV wurden diese Aufgaben allerdings in die Hände der Militärs gelegt, und man konzentrierte sich fortan ausdrücklich auf die eigentliche Aufgabe, die Abwehr von Spionage und Sabotage.
Die Aussage, die eingelagerten GK waren für die LaSK der NVA bestimmt, ist irreführend. Denn im Ernstfall hätte es weder die NVA, noch die GSSD gegeben, sondern eben nur die Vereinten Streitkräfte der Warschauer Vertragsstaaten. Die vorgehaltene Menge an Gefechtsköpfen für die in die Vereinten Streitkräfte eingebundenen NVA-Einheiten war gemessen an der Gesamtstückzahl eher gering. Die NVA-Einheiten hätte diese Mittel entweder nur auf Grund einer Entscheidung der politischen Führung in Moskau oder im Krisenfall durch den Obersten Befehlshaber der Streitkräfte der UdSSR (Generalsekretär der KPdSU) erhalten. Erst im Laufe aktiver Kriegshandlungen hätten die Generäle der Armeen und Frontverbände, durch die Freigabe Moskaus, den Einsatz der Kernwaffenmittel selbst planen und durchführen können, wobei die Verfügungsgewalt immer bei der 12. HV blieb. Ihre Aufgabe bestand ausdrücklich darin, die GK im Falle der Verfügung zu den Übergaberäumen zu bringen und dort an die handelnde Truppe zu übergeben. Bei der NVA kannten nur etwa 5 Offiziere die Übergaberäume der Kernwaffenmittel und die damit verbundenen Abläufe.
Die weitläufige Bezeichnung "Lychen II", ist nicht die offizielle Bezeichnung dieser Liegenschaft. Die sowjetischen Streitkräfte benutzten diese Bezeichnung der einfachhalber nach aussenhin. Die Bezeichnung der NVA für dieses Objekt lautete "Lager für Produkt 7/T-7". Dies wiederrum zeigt, wie präzise und weitgreifend die Form der Geheimhaltung gehandhabt wurde. Bekannt ist uns nur der Rufname der Frontbasen innerhalb der Transportorganisation "GLOBUS". Na immerhin!
Bei aller Wertung dieser Lager heutzutage darf nicht vergessen werden, dass die Lager "4000" und "4001" dem damaligen Stand der Lagertechnologie, dem Lagervolumen und dem Lagerregime der Lagermittel der damaligen Zeit entsprachen.

Spätere Mittel waren, in Bezug auf das Lagerregime, wesentlich unempfindlicher. Auch sollte im Zusammenhang mit den Lagermitteln darauf hingewiesen werden, dass die Bündnisplanungen ab 1979 anders waren als zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Lager.
So wurde ab 1979 intern mit einem verzögertem Einsatz der polnischen und rumänischen Bündnispartner gerechnet (man nahm an, dass diese Partner erst ihre innenpolitischen Probleme lösen mussten, bevor sie im Bündnis der Vereinten Streitkräfte handlungsfähig waren) und der NVA in den Planungen eine höhere Wertigkeit zugesprochen. Was nicht gleichbedeutend offenlegt, dass alle eingelagerten GK, NVA Mittel hätten sein können. Auch erhielt die NVA in diesem Zusammenhang den Bereich der früheren Küstenfront als Handlungsbereich, denn es galt nun diesen allein zu sichern, falls der Bündnispartner Polen ausfällt. Da die Lager aber bei Standortverschiebungen, rein Versorgungstechnisch, passen mussten, wurden für diese "Probleme" rechtzeitig Vorkehrungen getroffen und ab 1979 zügig umgesetzt.
Ein Regierungsabkommen zwischen der UdSSR und der DDR regelte alle Fragen zum Bau und zur Finanzierung dieser Anlagen. Die DDR bezahlte einen Großteil der Lagerbauten aus eigenen Mitteln. Das war auch in anderen Ländern der Warschauer Vertragsstaaten so. Das Stationierungsland stellte immer die nötigsten Mittel für den Bau zur Verfügung. Dies war in allen Regierungsabkommen so geregelt. Der Kreis derer, die den Inhalt dieses Abkommen kannten, war verständlicherweise sehr begrenzt, jedoch nicht unbekannt (wie immer oft behauptet wird). Aufseiten der DDR hatten etwa 10-15 Personen über die Lagerorte und die eingelagerten Mittel Kenntnisse.
Obwohl bereits ab dem Jahr 1953 erstmalig die Vorbereitung und die Stationierung des Systems R-5 (SS-3) in Neuthymen und Vogelsang erfolgte, wurden erst im Jahre 1969 Gefechtsköpfe, Anfangs für R-11 (SCUD-A), mit Ablösung dieses Systems dann für die R-17 (SCUD-B) vorgehalten. Später wurden dann auch GK für OTR-22/Temp/SM (SS-12), OTR-23 (SS-23) und Totschka (SS-21) in diesen Frontbasen gelagert. Nachdem die OTR-23 (SS-23) auf Grund ihrer Reichweite unter den INF-Vertrag fiel, wurden auch diese aus den Lagerobjekten rückgeführt.

(Quelle Text: P. Rentsch, "An vorderster Front" Teil 1, Archiv Heimatgalerie)

 


 

Projektierungsbeginn für diesen Bautyp war bereits Anfang 1962 für den eigenen Bedarf Ost, erst Ende 1965 wurde dann auch für andere projektiert.

Im Jahre 1967 wurden das PBS (Projektierungsbüro Süd, Dresden) und das ISB (Institut für Spezialbauten, Berlin-Karlshorst) durch das 31. Zentrale Spezialprojektierungsbüro mit den Unterlagen zum Bau dieser Anlagen betraut. Zu prüfen war, inwieweit diese sowjetischen Projektierungen dem DDR-Standard anzugleichen waren. Den Projektanten der DDR-Seite wurden aber keine Original- und schon gar keine vollständigen Unterlagen übergeben. Sie durften weder die Baustelle besichtigen (was durchaus üblich war), noch erhielten sie wichtige Unterlagen, Gutachten oder Voruntersuchungsberichte zum Bauraum. Die wenigen übergebenen Unterlagen enthielten zum größten Teil nur Tarnbezeichnungen. Der zu projektierende Umfang betraf nicht nur die Spezialobjekte, sondern auch alle zusätzlichen Einrichtungen und Bauten, die eine autarke Handlung gewährleisteten (z.B. Medien, Abwasser, Strom, Heizung, Med-Punkt, Heizwerk bis hin zur Objekteinfriedung).

Baubeginn für das Objekt bei Lychen war im 2. Quartal 1967. In diesem ersten Bauabschnitt wurden die Vorbereitungsarbeiten für die zukünftige Baustelle sichergestellt. Zu diesen Vorbereitungsarbeiten gehörten: Baustrom, Bauwasser, Rodungsarbeiten, Energiezuführung, Brunnen, Reservebrunnen, Reinwasserbehälter, Ableitung Regenwasser, Einfriedung (Außenzaun) und Zufahrtsstrasse. Erst ab dem 3. Quartal 1967 wurden erste Gebäude errichtet. Hierzu zählten das Stabsgebäude, das Klubhaus und die Objektstrassen mit Vorplätzen. Beide Lager hatten den Status eines selbstständigen Einrichtung.
Diese Bauausführungen im Objekt Lychen (Waldrodung, Zufahrtsstraßen, Garagen, Unterkünfte, Technikzone und der nichtbetriebsbereite Lagerbunker) wurden überwiegend von Pioniereinheiten (Ingenieurbauregiment), NVA Betrieben und auch nichtstaatlichen Kleinunternehmen aufgrund eines vorher klar definierten Vertrages über den Zustand der zu übergebenen Einrichtungen ausgeführt und komplett mit finanziellen Mitteln der DDR bezahlt. Insgesamt brauchten die DDR Kräfte bis zum Dez. 1968 ca. 21 Monate, um das Kasernenobjekt und Teile der Lagerbunker zu errichten.

Alle speziellen technischen und lagerspezifischen Einbauten im Lagerbunker und an angrenzenden Objekten wurden danach ausschließlich und ohne Mithilfe der DDR in eigener Regie von sowjetischen Spezialkräften bis Januar 1969 ausgeführt. Erst danach war das Gefechtskopflager (Frontlagerkomplex) betriebsbereit. Der Bestand an Gebäuden war bei der Übergabe 1990 ein weitaus größerer als im Dezember 1968. Denn die sowjetischen Truppen hatten viele Gebäude mit eigenen Mitteln erbaut bzw. erweitert.
Die beiden Frontbasen, Lychen und Stolzenhain, wurden fast zeitgleich errichtet und unterschieden sich nur in wenigen Kleinigkeiten.

Das Gelände (der eingefriedete Bereich) bei Lychen umfasste ca. 300.000 m², davon „Technik-Zone“ ca. 75.000 m². Durch drei Zugangskontrollen gelangte man in den eigentlichen inneren Sicherheitsbereich, der von auffällig vielen Objektsicherungsposten umgeben war. Man schreibt diese hohe Anzahl der Objektsicherungen den letzten politisch unruhigen Jahren nach 1989 in der DDR zu, als aus Moskau die Weisung kam, die Gefechtskopflager in puncto Objektsicherung massiv auszubauen, um ein Eindringen Unbefugter zu verhindern. Auch zusätzliche Sicherungskräfte (MSB) im Spannungsfall zum Schutz dieser Anlagen anzufordern, war durchaus üblich und wurde einma im Jahr geübt. Nach außen hin wiederum auffällig die typische russische Einfachheit der Objektsicherung und die fehlende HSA (Hochspannungssicherungsanlage).

Das Objekt bei Lychen ("4001" - в/ч пп 73259) war für die Versorgung der Truppen der Küstenfront und der darin eingebundenen NVA Truppen bestimmt. Damit waren die taktischen und operativ-taktischen Raketeneinheiten dieser Front die ersten in der Bedarfskette. Das Lager Stolzenhain ("4000") hatte die handelnden Einheiten der Raketentruppen der Streitkräfte der UdSSR, die Raketeneinheiten der Armeen der 1. Westfront und die taktischen und operativ-taktischen Raketeneinheiten der Mob-Verbände zu versorgen. Nur etwa ein Viertel der vorgehaltenen Lagermenge war für die operativ-taktischen Raketenbrigaden der in der 1. Westfront handelnden 3. Armee (MB III) bestimmt. Somit ist auch hier die Wertigkeit der Nutzer und "Empfänger" eindeutig.
Zu Tarnungszwecken wurden die Lager während ihrer kompletten Nutzungsphase als "RTB" (reparaturtechnische Basis/РТБ/ремоннтно-технйческая база) bezeichnet. Sie waren sst. (отдельного/selbstständig) und autark. Die Aufgabe der darin handelnden BRTB war die zeitnahe Versorgung der handelnden Verbände (der RT) im Interesse ihrer Feldvereinigungen. Durch diese beiden Frontbasen wären die Handlungen der Raketeneinheiten für den 1. Kernwaffenschlag der Front, Gefechtssicherstellung der GK, gesichert gewesen.
Der letzte Kommandeur der Frontbasis "4001" bestätigt diese Aufgaben wie folgt:

Zitat:
"Das Lagergut hat in Anzahl und Typ, zum vereinbarten Termin, a(n)m vereinbarten Ort(en) den übernehmenden Einheiten zur Verfügung zu stehen, damit diese auf Basis unserer Vorarbeit ihren Handlungsrahmen erfüllen können. Jegliche
Verzögerung der befohlenen Abläufe durch unser Verschulden ist inakzeptabel."


Der Personalbestand der RTB war in der Lage, mit eigenen Kräften alle notwendigen Handlungsabläufe und Arbeiten des Transportes, der Sicherung und der Übergabe sicherzustellen. Im Bedarfsfall wären die RTB technisch und personell in der Lage gewesen, alle genormten GK, also auch konventionelle, für die in der Struktur befindlichen Träger zu transportieren, auszuliefern und zu übergeben. Darauf war der gesamte technologische Prozess ausgelegt. Die oft erwähnte "Hauptaufgabe" der RTB, "Lagerung und Ausgabe der nuklearen GK", ist laut Zeitzeugen zu einseitig und somit falsch. Die im Technikbereich des Lagers stationierte BRTB (Bewegliche Raketentechnische Basis) war von den Lagereinheiten streng getrennt und hatte nicht wie in anderen Einheiten übliche Aufgaben (Transport von Trägern, Wartungs- und Kontrollaufgaben). Zu den Handlungen der BRTB der RTB zählte aber auch die Rückholung von nicht verwendeten GK, deren Inspektion und Wiedereingliederung in den Lagerprozess. Dieser Prozess der Wiederaufnahme war an ein ganz bestimmtes Lagerprocedere der Wiedereingliederung gebunden. Einfach wieder "reinlegen" ging nicht.

Die beiden Lagerbunker (je 39,7 x 40,5 m) waren in einer T-Form aufgestellt, damit sollte erreicht werden, dass wenigstens einer der beiden Lagerbunker nach einer abgelaufenen Druckwelle nutzbar und bedienbar bleibt. Über angrenzende Laderampen für LKW wurde das Lagergut in den Bunker verbracht bzw. ausgelagert. Belegt waren diese Lagerbunker permanent, auch während der Wartungsintervalle, wenn das Lagergut "gewälzt" wurde. Laderampen, Ladewege, Tambour und Empore mit Krananlage waren pro Lagerbunker kopfseitig gegenüberliegend dupliert. Die Strecke Laderampe-Zugang zum Bauwerk war komplett überdacht und somit gegen Luftaufklärung getarnt. Zahlreiche Rundumverteidigungen, die zum Teil erst nach 1989 entstanden sind, runden das Bild ab. Den Lagerbunker selbst verschlossen 2 sich gegenüberliegende ca. 45 cm starke 2,00 x 2,00 m Drucktore. Diese konnten nur per Hand mechanisch geöffnet und geschlossen werden. In Havariefällen waren zum Öffnen und Schließen Umlenkrollen installiert. Es bestand lediglich zum Eigenschutz eine Notver- und Entriegelung des Schließmechanismus der Drucktore. Dahinter ein Tambour (5,70 x 6,00 m) mit einem weiteren baugleichen Drucktor und weiteren notwendigen Filtern zur Reinigung der Außenluft. Es folgt eine Empore, auf der mit Hilfe einer Krananlage (Tragkraft: 3 t) das Lagergut in die ca. 3 m tiefer liegende Halle mit den anliegenden 4 Lagerkavernen abgelassen wurde. In der Halle erfolgte dann das Auslagern/Prüfen/Einlagern des Lagergutes und das anschließende Einbringen in eines der Lagerkavernen. Prüf -und Versorgungsinstrumente waren doppelt für jede Torseite ausgelegt. Der Prüf- und Empfangsbereich in der unteren Ebene vor den Lagerkavernen war streng zweigeteilt in Richtung der Lagertore. Auch in den Lagerkavernen waren Prüf- und Handlungsanschlüsse (Füllstutzen für Helium) für die Lagercontainer vorhanden.
Die Lagerkavernen hatten die Ausmaße von 21 x 5,70 x 2,40 m (LxBxH). Obwohl solche Zahlenspielereien nicht bedeutend sind, da die reale Lage erst festlegte wer, wann und wo mit welchen Mitteln versorgt werden sollte, möchte ich dennoch die möglichen Lagerkapazitäten erwähnen. Projektiert war das Lager mit den Kavernen für 72 Gefechtsköpfe pro Lager. Alle Zahlen die in der Summe der beiden Lager darüberhinaus gehen, sind somit schlicht falsch. Pro Lagerkaverne konnten anhand der Bodenösen (die zur Befestigung des Lagergutes dienten) jeweils links- und rechtsseitig ca. 16-24 Gefechtsköpfe gelagert werden. Rein rechnerisch wäre die Lagerkapazität in Lychen max. ca. 192 Gefechtsköpfe. Man kann davon ausgehen, dass unterschiedliche GK auch unterschiedlich viel Lagerplatz beanspruchen, was eine andere Anzahl von Befestigungspunkten verlangte. Rein rechnerisch, wohlgemerkt. Denn die Lagerbunker variierten in den Ländern des Warschauer Vertrages. So hat das Lager in Ungarn eine höhere Lagerkapazität (durch mehr Lagerfläche) und ein Lagerbunker in der ehem. CSSR weniger Lagerkapazität durch kürzere Lagerkammern. Ein Hinweis darauf könnte die Anzahl der jeweiligen Lager in diesen Staaten sein.

Gegenüber den Lagerkavernen befanden sich 29 Räume für die technischen Einbauten, wie NEA (Netzersatzanlage), Akku Ladestation, Raum für Treibstoff, Pressluftbehälter-Kompressorstation, Ventilations-Laboratorium, Pumpenraum, Filter,  Ventilation, (eine konstante Raumtemperatur von etwa +5° bis +15° C und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40-70% waren Grundvoraussetzung für die Lagerung), Wasserversorgung, Zugangskontrollräume, Personalräume, Kabeleinführung NA und der Personenzugang. Unter den Emporen jeweils Dienstraum und technologische Räume verschiedenster Zweckbestimmungen, u.a. Dienstanweisungen für Lagergut.
Deckenstärke: 600-900 mm, Bodenplatte: 900 mm, Wandstärke an den Torseiten: 1000 mm, Wandstärken sonst: 300-600 mm, Erdüberdeckung an den Kopfseiten: 1000 mm, Raumhöhe im Arbeits- und Wartungsbereich: 5700 mm. Das Bauwerk verfügt über keine Zerschellschicht. Für eine kurze Zeit war es möglich die Lagerbunker zu hermetisieren.

Die Übergabe des Objekts und der Abzug der GK wurde noch zu DDR-Zeiten angekündigt und vermutlich Anfang 1990 beschlossen. Nach oder ab dem Übergabetag (03. Oktober 1990) verzögerte sich jedoch die Rückgabe des Objekts, da sich die deutsche Seite zunächst personell nicht in der Lage sah und zudem ihnen die schnelle Gründlichkeit verständlicherweise fremd war. Hatte man doch jahrelang die "Russen" in solchen Handlungen unterschätzt bzw. nicht mit deren Präzision und Gründlichkeit gerechnet. In der zweiten Hälfte 1990 (September 90) wurde die militärische Nutzung dieser Bauwerke beendet und die Lagerbunker endgültig Mitte Dezember 1990 an die deutsche Seite besenrein übergeben. Ein spezielles Rückbaukommando beseitigte vor der Übergabe der Bauwerke an die deutsche Seite alle „Spuren“, die auf Art, Umfang und Zweck der Lagerung Rückschlüsse zuließen. In puncto "Rückbau" war die sowjetische Seite sehr gründlich. Denn man war sich sehr wohl bewusst, "WER" nach dem Ende der DDR hier "Kontrollen / Besichtigungen" durchführen wird. Selbst an den Wänden geschriebene Handlungsabläufe wurden überpinselt. Besenreine Übergabe bekam hier eine völlig neue Bedeutung. Als im August 1990 NVA-Offizieren der Zugang zu dem Lager gestattet wurde, waren die Lager schon absolut leer. Hier zeigte sich wahrscheinlich schon das doch vorhandene Misstrauen gegenüber dem ehemaligen Bündnispartner.
So leise und heimlich wie die "Sonderwaffen" kamen, gingen sie auch. Welchen Weg sie dabei nahmen, ist abschließend nicht ganz geklärt. Entweder auf dem kompletten Schienenweg durch Polen, über Mukran und / oder über Lufttransporte via Dölln, Sperenberg und / oder andere Flugplätze.

Aussagen, wonach die Gefechtsköpfe der OTR-12 (Wokuhl, Warenshof) Mitte der 80er Jahre im Zusammenhang mit dem "Sicherungskomplex-Antwort" hier gelagert wurden, sind mit der simplen Begründung der INF Inspektionen zu verneinen. Die sowjetische Seite hätte sich nie in diese Läger schauen lassen.

Über die Schutzklasse lässt sich sagen, dass diese Bauwerke biologischen und nuklearen Einsatzmitteln nichts entgegenzusetzen hatten. Daraus resultiert zur Projektierungszeit eine mittlere Schutzklasse dieser Bauwerke.

Die Basis hatte mit ihren Lagergütern und deren verheerenden Einsatzfolgen bei Anwendung im Rahmen eines möglichen Nuklearkrieges in Europa, einen Abschreckungsszenario gedient, dem sich beide handelnden Seiten, West wie Ost unterwarfen und das zur längsten Friedenperiode in Europa führte. Insofern ist dieser Ort ein geschichtsträchtiger Ort, der dem Leser und Besucher, Denkanstösse geben sollte.

Zu diesem riesigen Themenkomplex sei hier ein wirklich sehr gutes Buch (An vorderster Front - Ausgesuchte Aspekte zu Forschungsergebnissen zum 4. und 5. Gefechtskopflager der sowjetischen Streitkräfte auf dem Territorium der DDR) zu erwähnen, das viel Licht ins Dunkle bringt und mit vielen Falschmeldungen, gefühltem Wissen und oft verbreitetem "Schwachsinn" aufräumt.
Des weiteren möchte ich in diesem Zusammenhang auf das Heft N° 25 von Sundwerbung aufmerksam machen. Hier hat der Autor Hr. Eckart viele interessante Details zu diesem Lager der Frontbasierung zusammengetragen. Seit Anfang 2015 ist die erweiterte Neuauflage unter dem Namen "Tarnname Fichte" (Bezeichnung des NVA Rohbaus) erschienen. Darin gibt V. Eckart nun u. a. auch Einblicke in den Rückbau des Objektes.

Hinweis: Informationsstand: 24.03.2015

(Quelle Text: P. Rentsch, "An vorderster Front" Teil 1, Archiv Heimatgalerie)

... weitere 3D-Modelle zu diesem Bautyp

 


 

Nachfolgend ein Auszug aus dem Bestand an Plänen aus den Jahren 1968/69 zum Objekt Lychen. Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von V. Eckart. Danke für diese Unterstützung!

Plan #1: Grundriss Lagerbunker
Plan #2: Lageplan Lagerzone
Plan #3: Lageplan "Kaserne" (Unterkunft, Versorgung, Betriebsteil)

(Quelle: Privatarchiv V. Eckart)

Nachfolgend einige Bilder aus dem SWL Stolzenhain ("4000") zum Vergleich.


Die Lager in Polen sind in etwa baugleich mit den Lagern in der ehem. DDR. Einzig die Lagerkavernen sind etwas kürzer. Zum Vergleich 2 Bilder aus Polen.

Bild 1: SWL Borne Sulinowo, Bild 2: SWL Sulecin


Informationstafel Lychen-2

Schon mit Beendigung der Rückbaumaßnahmen Ende des Jahres 2012, kam mir der Gedanke, die verbliebenen Lagerbunker nicht ohne jede Information über deren Historie im Wald stehen zu lassen. Die Situation „rief“ geradezu nach einer geeigneten Form der Erinnerung und Aufklärung. Inspiriert durch die Forschungsfreunde im Taucherwald und deren Informationstafel, übernahm ich deren Idee. War es doch offenkundig, dass derartige Projekte befürworten werden. Der Landkreis Oberhavel hatte mir schon zuvor „keine Steine in den Weg gelegt“, als es um die Dokumentation der Rückbaumaßnahmen in entsprechender Form ging.

Im Oktober 2013 führte ich erste Gespräche mit den zuständigen Entscheidungsträgern im Landkreis Oberhavel in Oranienburg. Es folgte ein Antrag an die zuständigen Stellen. Nach kurzer Bearbeitungszeit, erhielt ich ein erstes positives Echo. Mit dieser Genehmigung waren nun Inhalte gefragt. In Zusammenarbeit mit Zeitzeugen und Militärhistorikern wurde ein Textentwurf formuliert, der die Geschichte und den Zweck des Objektes „Lychen-2“ inhaltlich trägt und in kompakter Form neutral wiedergibt.
Parallel dazu kümmerte ich mich um Angebote aus dem Bereich der Werbetechnik und beauftragte ein Grafiker mit der Umsetzung des Layouts. In weiteren Gesprächen mit dem Landkreis Oberhavel wurde der Inhalt, das angedachte Material der Tafel und der vorgesehene Aufstellungsort besprochen und abgestimmt. Leider verlief die weitere Zusammenarbeit mit dem LK OHV nicht wie zuvor erlebt. Zahlreiche Personelle Veränderungen und Strukturelle Neuordnungen behinderten den Vorgang enorm. Dank meiner unsäglichen Mühen, zahlreichen Anschreiben und Telefonaten und mit Unterstützung einiger Landkreisbediensteter, gelang uns ein Fortgang der Initiative. Eine abschließende Expertise des Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam, führte im Sommer 2015 zur vorläufigen Genehmigung.
Nun galt es mit den zuständigung Bauämtern Fragen der Verkehrssicherung, Aufstellung und Wartung zuvereinbaren. Gemäß den Forderungen des Bauamtes nach Standsicherheit und Präsentation wurde von mir die Ortsansässige Zimmerei Schmidt ausgewählt und mit der Projektierung des Aufsteller beauftragt. Layout und Herstellung übernahm die Fa. Zipter/Fa. Tonat und die Fa. Hruby.     

Als Initiator dieses Projektes obligt mir die alleinige Finanzierung des Projektes. Der Grossteil der Herstellungskosten ist nunmehr gedeckt. Offen und nicht kalkulierbar sind die Kosten der Pflege und Wartung.

Daher möchte ich jeden motivieren, sich gleich in welcher Höhe, an dem Erhalt der Tafel zubeteiligen. Bitte bedenken sie, dass diese finanzielle Unterstützung ein guter Beitrag in Richtung Zukunft mit Vorbildfunktion ist. Hilft ihre Unterstützung doch, unsere Geschichte zu konservieren und den folgenden, unseren Generationen verständlich zu machen und zu erhalten. ALLE eingehenden Mittel fließen 1:1 in das Projekt, dafür verbürge ich mich und stehe auch zu jeder Kostenposition auf Wunsch Rede und Antwort!

Bitte helft uns / mir dieses Projekt zu erhalten!

Bitte unterstützen sie dieses Projekt! Wer ohne Umwege helfen möchte, der folge dem Pfad der Gemeinschaft der Unterstützer:

IBAN DE78100900007109682017
Stichwort: Info-Tafel Lychen 2


Ich spreche schon jetzt allen Unterstützern und Förderern meinen großen Dank aus. Vielleicht hilft diese Initiative dabei, ähnliche Projekte ins Leben zu rufen?!

 


Es ist geschafft! Die Tafel steht an ihrem vorbestimmten Ort!

Diese Informationstafel soll zukünftig helfen, die Geschichte und die Aufgabe der "Frontbasis Objekt 4001" / "Lychen-2" an diesem Ort in neutraler Form für Interessierte zu erläutern. Mit dieser Tafel soll bewusst verhindert werden, dass eines der wichtigsten Militärobjekte zwischen den Zeilen der Geschichte verschwindet. In der Zeit des kalten Krieges und der gegenseitigen angedrohten nuklearen Vernichtung, galt dieses Objekt ohne jede Aufmerksamkeit mit seinen eingelagerten Mitteln als Garant für den Erhalt des Status Quo.

Militärhistoriker und Zeitzeuge haben sich geäußert und bestehende und ihre Forschungsergebnisse und Erlebnisse für diese Tafel Verdichtet und zur Verfügung gestellt. Dafür sage ich Hochachtungsvoll, Danke!
Bedanken möchte ich mich natürlich bei den vielen Unterstützern und Förderern, die mit mir zusammen dafür gesorgt haben, dass dieses Projekt auch finanziell realisiert werden kann.

Mein besonderer Dank gilt den zahlreichen Unterstützern und Befürwortern, ohne sie wäre das Projekt, vorallem finanziell, nicht realisierbar gewesen:

Hr. K.- P. Bittner, Hr. V. Eckart, Hr. T. Fischer, Hr. T. Fröhlich, Hr. M. Gesell, Hr. F. Kammler, Hr. R. Kempe, Hr. R. Löhder, Fr. D. Mainz, Hr. K. Mebus, Hr. B. Pohler, Hr. Schönsee, Fr. Trambow, Hr. Wessel

Mein besonderer Dank gilt Herrn P. Rentsch für die Militärhistorische Beratung, dem Landkreis Oberhavel für das Genehmigungsverfahren, Herrn Dr. Morré vom Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst und Herrn Arnold von den Berliner Unterwelten für ihre großzügige und unkomplizierte Hilfe.


Am 01.04.2012 begann auf dem Gelände des SWL Lychen der Rückbau aller Gebäude und versiegelten Flächen. Dem voran gingen umfangreiche Vorarbeiten, Untersuchungen zu Altlasten und diverse Gelände-Vermessungen. In einem ersten Arbeitsschritt galt es, das gesamte Gelände so weit wie nötig von Bewuchs zu befreien, um eine ungehinderte Arbeitsfläche zu schaffen. Zuvor war es durch den Landkreis Oberhavel zum Kauf des Geländes nebst des umliegenden Waldes gekommen.  
Nachdem nun der Rückbau des Geländes im Dezember 2012 nahezu abgeschlossen war, soll der Wald wieder aufgeforstet und zur Holzgewinnung kreiseigener Heizanlagen genutzt werden.

Die beiden Lagerbunker blieben von dem Rückbau jedoch unberührt, wurden massiv gesichert und verschlossen, jedoch nicht verfüllt. Ob ihr "Überleben" von der Beschaffenheit abhängig gemacht wurde oder eine Nutzung in naher Zukunft den Ausschlag gab, ist derzeit nicht bekannt. Konzepte zur Nutzung liegen nach Rücksprache nicht vor.

In naher Zukunft ist durch uns die Anbringung einer Gedenk- bzw. Erinnerungstafel an einem der Lagerbunker geplant. Mit den zuständigen Ämtern und Behörden sind bereits positive Gespräche geführt worden. Demnächst kann ich auf dieses Projekt ausführlicher eingehen.

An dieser Stelle möchte ich mich für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oberhavel bedanken.

Nachfolgend der Gastbeitrag von Herrn U. Feldmann zum Rückbau des Kasernenkomplex Lychen

"Ich erinnere mich noch gut an jenen Mittwoch, den 13. April 2011 – meine erste Besichtigung des ehemaligen Kernwaffenlagers Lychen II.
Mein erster Eindruck war eine verlassene Kaserne, wie sie auch woanders hätte stehen können. Betrachtet habe ich das Gelände zunächst unter dem Blickwinkel der mir kurz zuvor gestellten Aufgabe: Abriss und spätere Wiederaufforstung.
Nach einigen Terminen vor Ort begann das Interesse für die Geschichte dieses Ortes zu wachsen und ich stellte fest, dass viele Fakten und Informationen bereits umfassend dokumentiert wurden – u.a. auch hier auf HEIMATGALERIE.de.
Das ist viel mehr, als ich es hätte vollbringen können.
Ich hoffe trotzdem, dass durch meine Arbeit und die dabei gewonnenen Erkenntnisse ein kleiner Beitrag hierzu geleistet werden konnte.

In diesem Sinne einige wenige Worte zu meiner <<Lychener Zeit>>:

Die Vorarbeiten waren schon schwierig genug. Unterlagen gab es so gut wie keine. Der von den Russen überlassene Lageplan war unvollständig, teilweise falsch und nicht wirklich zu gebrauchen. Die deutschen Unterlagen waren auch nicht besser. Angaben zu Altlasten waren diffus und wenig aussagefähig. Das Gelände war inzwischen von Grünpflanzen überwuchert, nur einige Wege waren noch begeh- bzw. befahrbar.
Somit fielen als erste Aufgaben das Freimachen und das Vermessen des Geländes an. Parallel dazu wurden die Gebäude auf ihre Beschaffenheit untersucht um somit Aussagen zu den beim Abriss anfallenden Abbruchmassen und Abfällen zu gewinnen.
Im April 2012 begannen dann die eigentlichen Abbrucharbeiten. Zunächst wurden die Asbestdächer abgedeckt und dann der Reihe nach die Gebäude abgerissen.
Die Materialien aus dem Abbruch waren unspektakulär: Beton, Ziegel, Teerpappen, Dämmstoffe, Holz, Schrott, Sperrmüll und Siedlungsabfälle…
Während der Abriss-Arbeiten wurden eine Reihe Bauwerke gefunden, von denen bisher niemand etwas wusste, so eine dritte im Boden verborgene Zisterne, ein im Wald versteckt angelegter Mannschaftsbunker und einige bislang unbekannte Schächte. Für das Heizhaus gab es ein zweites Schornsteinfundament.
Außerdem hatten die Russen im Wald außerhalb des eingezäunten Geländes eine Asche- und Mülldeponie angelegt.
An Abrissmaterialien wurden ca. 35.000 Tonnen abgefahren. Zusätzlich waren ca. 6.000 Tonnen Aschen vermischt mit Abfällen aus dem Wald zu bringen und zu entsorgen.
Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Veolia Umweltservice Nord GmbH aus Rostock.
Die fachliche Begleitung der Arbeiten erfolgte durch die AGUA GmbH, Beratende Geologen und Ingenieure aus Angermünde.

Die Abbrucharbeiten waren zum Ende des Jahres 2012 weitgehend abgeschlossen. Im Anschluss erfolgte noch das Beräumen des Waldes von den Aschen und deren Abfuhr. Dies wurde Mitte des Jahres 2013 beendet.

Während der Arbeiten waren wirklich interessante Hinterlassenschaften der Russen kaum noch zu finden. Gefunden haben wir einige Schilder, eine Kiste, einen Stahlhelm und eine Feldflasche.
Interessantester Fund war darüber hinaus ein Foto-Negativ. Wie sich herausstellte, hatten Wehrpflichtige Erinnerungsfotos gemacht."

Lychen, im Juli 2013
Uwe Feldmann
verantwortl. Mitarbeiter des Landkreises Oberhavel

(Quelle Bilder 14-28/Text Zitat: Landkreis Oberhavel/Adolf-Dechert-Str. 1/16515 Oranienburg, Archiv Heimatgalerie)