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GSSD/WGS

Die zuletzt (per 31.12.1987) durch die Räte der Bezirke an das Ministerium des Innern gemeldete, von der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" (GSSD), genutzte Geländefläche in der ehem. DDR, betrug 194.686 Hektar (ca. 1,8 %).
Die GSSD verfügte über ca. 770 Liegenschaften (davon 260 mit eigenen Mitteln errichtet), ca. 5200 Lager und Depots, 47 Flugplätze und ca. 3400 Ausbildungs -und Übungszentren. 
Im Zusammenhang mit der aufgestellten Analyse des NVR im Jahre 1988 zum Stationierungsabkommen von 1957, wurde von Seiten der DDR zu den Liegenschaftsfragen hingewiesen, dass nach 1989 die Inanspruchnahme zusätzlicher Geländeflächen nur noch bei zwingender militärischer Notwendigkeit erfolgen kann. [1]

1953 (im Zuge der Auflösung der Sowjetischen Kontrollkommission) Umbenennung der GSBTD in GSSD. Im Jahre 1989 letzlich Umbennenung der GSSD in "Westgruppe der Streitkräfte/Западную группу войск" (kurz "WGS").
Dem einen oder anderen könnte allerdings die Bezeichnung "Westgruppe der Truppen" (WGT) ein Begriff sein. Wie mir aber erklärt wurde, beruht dies auf einem Verständigungsfehler. Denn es gab in der DDR nur den "Oberkommandierenden der Streitkräfte" und nicht den Oberkommandierenden der Truppen.
Ergänzend dazu, auch in offiziellen Dokumenten der DDR wurde diese Abkürzung gewählt.
Die Umbennenung von "GSSD" in "WGS" folgte analog dem Vorbild der Bruderländer (Zentral [CSSR]-, Nord [Polen]- und Südgruppe [Ungarn]). Der durch die DDR vorgebrachte Hinweis, dass die Bezeichnung "GSSD" in der Frage der Existenz zweier deutscher Staaten, nicht mehr den politischen Realitäten entspricht, wurde ebenfalls von der sowjetischen Seite zugestimmt. Demnach sollte der Begriff "Deutschland" in der Bezeichnung entfallen, ebenso jeder Hinweis auf die DDR oder UdSSR. Wichtig hierbei, die Verträge mit der DDR von 1955/57 und die Völkerrechtlichen Verträge mit den 3 Westalliierten blieben unberührt. [2]

Diese zur unverzüglichen Kampfhandlung bereit stehende Armee war mit modernster Waffentechnik ausgestattet und verfügte in allen Gattungen über eine komplette Infrastruktur. Täglich waren ca. 14.000 Mann im Diensthabenen System. Etwa 40.000 Sodaten waren zum Wach-und Tagesdienst eingeteilt.

Nach dem Abzugsvertrag vom 12.10.1990 traten rund 306.500 Soldaten und Offiziere, sowie ca. 208.400 Zivilbeschäftigte zusammen mit ca. 105.000 Stück Kriegsgerät und 2,3 Mill. To Material die Heimreise in eine ungewisse Zukunft an. Es war die größte Truppenverlegung der Nachkriegszeit. Zuletzt war die GSSD / WGS mit 5 Armeen und 1 Luftarmee in der DDR disloziert:

1. Gardepanzerarmee (Dresden)

2. Gardepanzerarmee (Fürstenberg)

3. Stoßarmee (Magdeburg)

8. Gardearmee (Nohra)

20. Gardearmee (Eberswalde, verließ als letzte Armee die DDR)

16. Luftarmee (Wünsdorf)

In der Zeitspanne vom Ende des 2. Weltkrieg bis zum Abzug der Truppen hatte die Sowjetunion in Ihrer Besatzungszone und der späteren DDR ca. 10.000.000 Soldaten kommen und gehen lassen. Als letztes verließ die Berlin-Brigade nach einem Festakt am Ehrenmal in Berlin-Treptow im August 1994 Ostdeutschland (zu der übrigens kein einziger Offizier der NVA geladen wurde).
Bis zum Jahre 1994 verließen nocheinmal rund 760.000 Militärangehörige die Bruderstaaten des Warschauer Paktes.

7,8 Milliarden DM zahlte Deutschland an die UdSSR, als es um die Frage des "wohin" mit Mensch und Material ging. Mit Sicherheit waren damit längst nicht alle Probleme und Nöte befriedigt. Man reduziere das nur mal auf einen kleinen Familiekreis, die Tochter bringt Ihre Schulfreunde mit, etwa 50 Personen, alle haben natürlich ein Auto und wollen alle im Zimmer der Tochter schlafen und Ihr Auto auf dem Hof parken.


Des Weiteren verpflichtete sich Deutschland alle ehem. Liegenschaften der WGS (deren Wert 1990 mit ca. 10,5 Milliarden DM pauschal bewertet wurde, ein Fehler der uns heute teuer zustehen kommt) kostenlos zu übernehmen und für deren Sanierung zu sorgen, wobei die GSSD / WGS aber auch selber Versuche der Rekultivierung unternahm. Zum Glück für "uns" klappte das nicht überall.

Geblieben sind riesige Liegenschaften und Areale die zum Teil bis heute Fragen über Ihrem Zweck aufwerfen. Viele werden nur schwer oder nie endgültig geklärt werden können.
(Quellen: Peter H. Rentsch, Buch: "Советские Войска в Германии 1945-1994", [1] Analyse z. Abk. v. 1957-Protokolle NVR, [2] BStU: MfS Abt. X 1303 / BArch, Archiv Heimatgalerie)

FP Pütnitz/Damgarten

Vorweg sei gesagt das ich mich mit der Einordnung an dem letzten Nutzer orientiere. Selbstverständlich sind weitere Information zum Beitrag und berechtigte Korrekturen jederzeit willkommen. In den 30iger Jahren wurde der Fliegerhorst Pütnitz/Damgarten von der Wehrmacht errichtet.

 

SWL Lychen в/ч пп 73259

Diese Frontbasen (geschützte Lagerobjekte für Waffen besonderer Bestimmung) für „Sonderwaffen“ unterlagen ausschließlich der sowjetischen Verfügungsgewalt. In beiden Frontbasen (Komplex "4000" und "4001": Stolzenhain und Lychen) sollten die im Handlungsfall eventuell notwendigen, nuklear einsetzbaren Gefechtsköpfe, den im Feld handelnden Truppenteilen und Verbänden der Raketentruppen, auch die der Verbündeten Divisionen und Armeen, zugeführt werden. Die, auf Grund der Bedrohungslage, sinkenden Vorwarnzeiten, machten eine handlungsnahe und sichere Lagerung mit einfach logistischen Ansatz im Einsatzraum notwendig (Faktor ZEIT).

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