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Garnison Vogelsang / Гарнизон Фогельзанг - Abzug 25. Panzerdivision

Abzug der 25. Panzerdivision

In Übereinstimmung mit dem Beschluß des ZK der KPdSU und des Ministerrates der UdSSR über die Verringerung der Stärke der Streitkräfte und der konventionellen Waffen wurde durch den Generalstab dert Streitkräfte der UdSSR der Entschluß gefasst, im Sommer 1989 vier Panzerdivisionen (u.a. die 25. PD Vogelsang und die 32. PD Jüterbog), eine Fla-Ra Brigade, mehrere Luftlande -und Luftsturmabteilungen, chemische Abteilungen, mehrere Ausbildungseinheiten und andere Truppenteile vom Territorium der DDR abzuziehen sowie einige organisatorisch-strukturelle Veränderungen durchzuführen [1], um den den reinen Verteidigungscharakter der Warschauer Vertragsstaaten zu unterstreichen bzw. zu bekräftigen.

Die 25. Panzerdivision (PD) und die dazugehörigen sst. Truppenteile (wie z.B. die Truppenluftabwehr) waren auch ein Teil dieses Beschlusses und wurden auch in die UdSSR zurückverlegt und teilweise aufgelöst.

Generalmajor Iwanow bat zusätzlich in seinem Schreiben vom 28. Februar 1989 um eine Organisierung des rechtzeitigen Informationsaustausches über aufgedeckte Aufklärungsabsichten des Gegners, die Konzentrierung der Kontrollen von Personen die wegen Spionagetätigkeit im Blickfeld der Militärabwehr der Gruppe und des MfS lagen, um die Ausarbeitung eines Maßnahmenkomplexes zur Aufdeckung und Verhinderung möglicher Aufklärungstätigkeiten durch den Gegner und um die Verhinderung möglicher Provokationen antisozialistischer Elemente im Zuge der Übergabe der freigezogenen Objekte.

In die Sicherungsmaßnahmen waren mehrere DE des MfS und der sowjetischen Militärabwehr (Operativgruppen) involviert:
Hauptabteilung I (u.a. Abwehrarbeit in den Führungsorganen) , der HA II (Spionageabwehr), HA III (u.a. ELOKA, Funkelektronische Abwehr/Funkaufklärung) und HA XIX (u.a. Absicherung Militärverkehr bei der DR). Die Erläuterung der einzelnen Maßnahmen bzw. Aufgabenbereiche erscheint weiter unten. Deren Sicherungsmaßnahmen sind im Zuge ihrer Aufgaben umfangreich dokumentiert und in den Beständen der BStU erhalten geblieben. Für den Standort Vopgelsang ist die "Operativgruppe Vogelsang" ausgewiesen

Einzelheiten der Rückführung

Die Rückführung der Kampf- und Rädertechnik erfolgte aus der Garnison Vogelsang in 3 Etappen. Die Rückführungstransporte der Kampf- und Rädertechnik, der Munition, des Personalbestandes, sowie weiterer Technik unterschiedlicher sst. Truppenteile der 25. PD, erfolgte in den Zeiträumen 16.04. - 09.06.1989 (27.03. - 26.08.) mit ca. 25 (48) Eisenbahntransporten über die Verladebahnhöfe Vogelsang und Prenzlau und schließlich über die Grenzübergangsbahnhöfe Grambow und Frankfurt/Oder. Im Landmarsch führte die Route über den Autobahn-Grenzübergang FORST. [6]
In der 2. Etappe wurden für die Rückführungstransporte der Rad- und Kettenfahrzeuge der 25. PD im Zeitraum vom 11.05. - 02.06.1989 in Vogelsang 150 schwere Flachwagen (Sam, Rlmmp, Rmms Wagen) bereitgestellt.

Die offizielle Verabschiedung der 25. Panzerdivision, erfolgte am 12. Mai 1989 auf dem Bahnhof Prenzlau. [3] Die Organisatorischen Absprachen zur praktischen Umsetzung der Rückführungsaufgaben fanden in den vorangeganenen Monaten zwischen
dem Leiter "Spezielle Transport- und Bauaufgaben" (STBA) und dem Chef Militärtransportwesen (MTW) der GSSD statt. Darin wurde das Volumen der Transporte proknotiziert.

Das MTW der DDR schätze in diesem Schreiben vom 07.02.1989 den Gesamtbedarf für die Rückführung von 4 Panzerdivisionen auf 5.000 Wagen bzw. 1.600 Züge. Offensichtlich war der geschätze Umfang des MTW allein mit Hilfe der Reichsbahn auf den Schienenwegen bis Brest nicht zu realisieren (u.a. lange Laufzeiten der Wagen, Leerfahrten), weshalb der Leiter der STBA die Hochseeschifffahrt und die Eisenbahnfähre Mukran als weitere Option vorschlug. [3]


Dieser Vorschlag wurde aber Ende März 1989 in einem Schreiben des Ministers für NV an Genossen E. Krenz wieder verworfen. In einem Schreiben des Leiters der HA I an den Stellvertreter des Ministers vom 27. April 1989 betrug die reale Anzahl der geplanten Züge für die 3 Etappen der Rückführung bei 199. In einer Information der HA XIX vom 03. Juli 1989 sind bis zum 02. Juli insgesamt 82 Züge gefahren.

Da die Transportbewegungen der 3. Etappe der Rückführung in den Monaten Juli und August genau in die Ferienzeit (Kinderferienlager, Ferienaustausch DDR/Polen) fielen, beantragte der Minister für Verkehrswesen der DDR beim Generalsekretär E. Honecker einen Aufschub der Transporte ab der zweiten Augusthälfte. Diesem Bitten wurde durch die sowjetische Seite stattgegeben.


Übersicht der Rückführungstransporte von den Bahnhöfen Vogelsang und Prenzlau

Ein Transport bestand durchschnittlich aus 10-20 schweren Plattenwagen sowie 1-6 Mannschafts- und 1-3 geschlossenen Wagen.

16.04. und 22.04.1989: je 1 Zug (26 Wagen) Munitionstransport über Frankfurt/Oder, weiterer Munitionstransport aus Vogelsang am 17.10.1989 [4]
12.05. - 09.06.1989: 24 Züge vom Abgangsbahnhof Vogelsang und 19 Züge aus Prenzlau. [4]

23.08.: 1 Zug aus Vogelsang über die Güst Grambow

Im Landmarsch

20.05. - 22.06.1989 8 Kolonnen mit insgesamt 700 Fahrzeugen über AGüst FORST [6]

Gesamtübersicht der Truppenverbände, ihrer Standorte, die Verladebahnhöfe und die Anzahl der Züge


Parallel zur Truppenrückführung verlief auch eine ganze Reihe Umdislozierungen von Militäreinheiten. Für den Standort Vogelsang sind 2 Umdislozierungen vermerkt. In das freigezogenen Objekt des sst. Pionierbataillons wurde eine Kompanie der chemischen Abwehr aus Bernau verlegt. Das Freigewordenen Gelände der Panzerdivision wurde mit einer sst. Kompanie ZBV aus Prenzlau belegt. Ein anderes FlaRakRgt trifft aus der UdSSR ein und das Mot.-Sch.-Rgt Drögen wird nach Vogelsang verlegt. [5]  

Liste der abgezogenen Verbände, Truppenteile und Einheiten vom Standort Vogelsang [5]:
FlaRakRgt, Pion. Btl., Nachr. Btl., Aufkl. Btl., Btl. mater. Sicherstellung, Btl. Chem. Abwehr, SaniBtl., Instands. Btl.

Aufgaben bzw. Abwehrmaßnahmen der DE des MfS

Die Regierung der DDR, die Bezirksverwaltungen des MfS und das MfS selbst waren, im Zuge der Streckenabsicherung über alle Schritte der Rückführung genaustens im Vorfeld informiert und in die Planungen des gesicherten Abzugs eingeweiht.
Zu den Aufgaben der HA III gehörten Maßnahmen der funkelektronischen Abwehr. Hier galt es die gegnerischen Geheimdienste an der Informationsgewinnung via Sonden oder an der Übermittlung von Nachrichteninformationen zu hindern.
In Vogelsang erfolgte eine solche Maßnahme am 17.05.1989 [2]. Die Bahnstrecken Frankfurt/O.-Grunow und Frankfurt/O.-Seelow wurden ebenfalls in die Abwehrmaßnahmen der HA III einbezogen.   

Mit dem Abzug der 25. Panzerdivision und dessen Stab "verlor" der Standort Vogelsang seinen Status und Charakter. Ab dieser Zeit erfolgten vermehrt Umdislozierungen verschiedener Einheiten und Truppenteile von und nach Vogelsang.

Quellen: [1] HA II 30189 Bl. 209, [2] HA II 30190 Bl. 44, [3] HA XIX 8698 Bl. 2, [4] HA II 22588 Bl. 36, [5] HA II 24399 Bl. 612;623-624;626-627, [6] HA I 234 Bl. 232-233

Stand:15.01.2017