Heimatgalerie - Garnison Vogelsang / Гарнизон Фогельзанг

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Garnison Vogelsang / Гарнизон Фогельзанг

Anlässlich des 20. Jahrestags des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland, gibt es die Ausstellung "Geschichte der Garnison Vogelsang". Start der Ausstellung war, vom 29.08. - 13.10.2014, Zehdenick / Havel. Als weitere Orte kamen bis 11.2014 die Stadt Oranienburg und bis Mai 2015 das Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst hinzu. Seit Juni 2015 sind die Ausstellungstafeln in der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf zu sehen.

Artikel "Märkische Online Zeitung" (MOZ)

Pressemitteilung Landkreis Oberhavel


Nahe der Ortschaft Vogelsang / Oberhavel befand sich, neben Wünsdorf und Jüterbog, mit rund 68 km² eine der größten und bedeutendsten Garnisonsstandorte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) / Westgruppe der Streitkräfte (WGS). Der Divisionsstandort Garnison Vogelsang / Гарнизон Фогельзанг.

Die Geschichte der Garnison beginnt im März 1949 mit der Abholzung des Baumbestandes westlich von Tangersdorf zum Zwecke der Schaffung eines Schieß- und Übungsplatzes auf 1400 Hektar. In den darauffolgenden 45 Jahren entstanden auf über 3 km² nach und nach mehr als 12 Militärstädtchen mit insgesamt rund 500 Gebäuden, teils auch in Eigenleistung. Diese "Städtchen" waren innerhalb der Garnison baulich mit Objektmauern abgegrenzt und verwaltungstechnisch eigenständig.

Im April 1959 stationierte die UdSSR in Vogelsang und Neuthymen erstmalig außerhalb ihrer Landesgrenze das Raketensystem R-5M (SS-3) um wegen fehlender Reichweiten der vorhandenen Systeme auf die Bedrohung durch das "Project Emily" (Systeme THOR) und dem "SAC" (Strategic Air Command) zu reagieren. Das Raketensystem R-5M hatte eine Reichweite bis 1200 km und konnte mit 1 nuklearen Monogefechtskopf bestückt werden.

Nach 4 Jahrzehnten der Nutzung verließ im April 1994 der letzte sowjetische Soldat (der Stütznachrichtenzentrale) das Gelände der Garnison Vogelsang. Zurück blieb eine Stadt im Wald, welche in ihren Ausmaßen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR seines Gleichen suchte.

Zahlreiche innovative Nachnutzungsideen scheiterten letztendlich an der dezentralen geografischen Lage und den teils unüberschaubaren Investitionskosten.

Ich bemühe mich seit Jahren mit Unterstützung von zahlreichen Freunden, Archiven, Zeitzeugen, Landkreisen und Behörden um eine lückenlose Aufarbeitung der Geschichte dieses Standortes. Wenn sie Erfahrungen, Erlebnisse oder Kenntnisse mit mir/uns teilen möchten, bin ich immer dankbar. Denn die Größe der Garnison sagt nichts über deren Archivlage aus.

Ich möchte versuchen die Geschichte, die Ursachen und die damit verbundenen Hintergründe zu erläutern und darzustellen. Nicht selten bringen neue Unterlagen bessere oder andere Informationen, sodass sich bestehendes verdichtet, ergänzt oder berichtigt werden muss. Daher werden diese Artikel regelmäßig korrigiert oder auch neu geordnet bzw. überarbeitet.
Wenn ich von der "gesamten Garnison" schreibe, ist das gesamte in Anspruch genommene Gelände nördlich ausdehnend ab der Ortschaft Vogelsang, bis zur Havel gemeint. Das nördlich an die Havel angrenzende Gelände wurde als Standorteigener Truppenübungsplatz (TÜP) genutzt und soll hier vorerst nicht behandelt werden. Auf Sowjetischen Karten wurde der Kasernenbereich der Garnison mit dem Namen: "ХАФЕЛЬ" (Havel) geführt.

 

Stand: August 2017

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Zur Geschichte:

Die Geschichte und damit die Nutzung der Garnison Vogelsang beginnt im März 1949. In diesem Jahr beginnen bis zu 800 Arbeiter, auf Befehl der SMAD Karlshorst und unter Leitung des Landesforstamtes, westlich der Ortschaft Tangersdorf etwa 1400 Hektar Holzbodenfläche kahl abzutreiben. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Schaffung eines neuen Schießplatzes für die Sowj. Besatzungstruppen. Mit diesem neu geschaffene Platz beginnt die militärische Nutzung in dieser Gegend. Zunächst herrscht Unklarheit und Verwunderung unter den Forstarbeitern, waren sie doch in ihrem Beruf aufgefordert Wald zu pflegen und zu schützen. Nun sollten sie genau Gegenteiliges verrichten. Viel Zeit bleibt den Arbeitern der Forstwirtschaft nicht, denn diese Fläche soll schon am 01. Juni 1949 fertig und Einsatzbereit sein. Da offensichtlich der neugeschaffene Platz nicht den Bedürfnissen der sowjetischen Streitkräfte genüge ist, ergeht Anfang November 1949 ein weiterer mündlicher Befewhl, den Schießplatz um weitere 1800 Hektar zu erweitern. Als endgültiger Termin wird der 31. März 1950 genannt.
Da die Einheiten der sowj. Besatzungstruppen den 1. Teil des Schießplatzes bereits während der Rodungsarbeiten unangemeldet für den Übungsschießbetrieb nutzen, ergeht am 04. März 1950 vom Kreisforstamt Templin ein Schreiben an die Landesregierung Brandenburg mit dem Hinweis, dass es aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vertretbar sei, den Rodungsbetrieb aufrechtzuerhalten, da dieser von ständigen Ausfallstunden begleitet wird. Daher werden die Arbeiten auf dem 2. Einschlaggebiet zum 04. März 1950 mit sofortiger Wirkung eingestellt. Was bis dahin nicht gerodet wurde, wird von den sowj. Truppen durch Brandrodung beseitigt.
Bis zum 31. Dezember 1949 sind Einschlagkosten i. H. v. 1.260.000,- DM Aktenkundig.

(Quelle: BLHA Potsdam)

 



In den Jahren vor der Bezugfertigstellung der ersten Gebäude der Garnison waren große Teile der sowjetischen Streitkräfte, die aus Prenzlau und /oder Oranienburg gekommen sein sollen, in Barackenlagern vor der Schleuse Kannenburg («Siedlung Hammelspring») und unterhalb der Havel («Havel») untergebracht. Diese beiden Barackenlager, zum Großteil bestehend aus einfachsten "Bretterhütten", wurden zum Ende der 1950er Jahre geräumt. Unklar ist derzeit, welche Truppenteile (TT) dort waren und ob alle TT in die neuen festen Gebäude der Garnison "umzogen". 
Ab 1952 beginnen die Baumaßnahmen für das zukünftige «Militärstädtchen Nr. 12» (военный городок №. 12) der Garnison Vogelsang (Гарнизон Фогельзанг), errichtet als größter Neubaustandort mit dezentralem Charakter und von der DDR bezahlt. Das «Militärstädtchen Nr. 12» bestand anfangs nur aus rund 6-9 Gebäuden. Ab dem Jahre 1953 wurde damit begonnen, die Garnison erheblich zu erweitern und die Infrastruktur auszubauen. In den Jahren 1953 - 1956 wurden ca. 115 der ca. 500 Gebäude errichtet. Folgt man den Baudaten in einigen Liste und den Notizen des gegnerischen Dienstes, liegt die Hauptbauzeit der Garnison in den Jahren 1953 - 1956. Unter welchen Gesichtspunkten diese Baumaßnahmen im einzelnen zu werten sind, bleibt offen. Bekannt ist, dass viele Erweiterungen und Umbauten an Gebäuden sowie auch Neubauten sind im Zuge von Umstrukturierungen und Verlegungen von TT oder Kampfverbänden vorgenommen worden (Nutzerwechsel, siehe «Militärstädtchen Nr. 13»).
Am Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre und in den 1980er Jahren wurde der Bereich rund um die Montagebunker im «Militärstädtchen Nr. 13» (военный городок №. 13) baulich erweitert, um dem neuen Nutzer (Bewegliche Raketentechnische Basis [BRTB] / Raketenabteilung [RA] der Division und ab Mitte der 1980er Jahre die neu gebildeten gemischten RBr. [RA der Div. blieb, jedoch direkt unterstellt der Armeeebene, ohne Befehlsebene Division]) die erforderlichen Räumlichkeiten zu gewährleisten.

Alle Bauten und Teile der Infrastruktur, die nicht von den sowjetischen Truppen in Eigenleistung errichtet wurden, waren durch den VEB Spezialbau (SB) Potsdam (Hauptdirektion), in Zusammenarbeit mit den SB Betriebsteilen Fürstenberg/Havel und Eberswalde, geplant und projektiert worden. Die SB Betriebsteile Fürstenberg («Sonderbaubüro Fürstenberg») und Eberswalde selbst errichteten keine Wohngebäude. Ihre Aufgaben beschränkte sich auf Innenausbau (auch Fertigstellung von sowjetischen Eigenleistungen) oder Auftragsvergabe und Projektierung. Die Bauaufträge wurden dann weiter über das Kreisbauamt Gransee an die verschiedenen Bauausführenden Betriebe (wie Wohnungsbaukombinat, Hoch- und Tiefbaukombinat) und andere Gewerke (Maurer, Straßenbau) vergeben. Eine Detailierte Darstellung der Vergabe und Verrichtung der Bauleistungen ist, auf Grund von ständiger Verantwortungswechsel fast unmöglich. Mit Abzug der 25. Panzerdivision (PD) im Sommer 1989, wurden durch den Spezialbau (SB) Fürstenberg keine Objekte / Bauten mehr realisiert.[5], [6]

Zuletzt (1994) betrug die Fläche des gesamten Standortes Vogelsang (Truppenübungsplatz eingerechnet) ca. 6800 Hektar (68 km²), dies entspricht in etwa der Fläche der Berliner Bezirke Friedrichshain und Mitte.
Die baulichen Merkmale der gesamten Garnison lassen erkennen, dass seit Beginn der Nutzung «Selbständigkeit» im Fokus lag, ein Divisionsstandort der ständig erweitert und ausgebaut wurde. Die Jahreszahlen an einigen Häusern zeigen die Baufertigstellung, sind aber kein Indiz für Eigenleistung.

Welche Gründe letztendlich den Ausschlag für die Wahl dieses Standortes gaben, sind mir nicht belastbar bekannt. Rückschlüsse und mögliche Begleitumstände lassen sich nur in soweit ziehen, als dass man die vorhandenen Merkmale des Standortes aufführen könnte:
- Dezentraler Charakter des Standortes
- Nähe zu Groß-Berlin
- Gleisanbindung nach Frankfurt/O. (Militäreisenbahnlinie)
- Einsatz- und Entfaltungsraum und Aufgabe einer Division im Handlungsrahmen der Armee 
- nachgenutzte Wehrmachtskasernen sind belegt, zudem müssen ab 1956 viele dieser nachgenutzten Wehrmachskasernen zu Gunsten der neu geschaffenen Einheiten der NVA und Grenztruppen (GT) geräumt werden

Aufstellung der 25. Panzerdivision
Glaubt man den Notizen des gegnerischen Dienstes, erfolgte die Verlegung von Truppenteilen der 25. PD aus Oranienburg in erste Gebäude der neu entstandenen Garnison zum Ende des Jahres 1953. Daher wäre anzunehmen, dass die Projektierung und der Bau mit der Vorgabe eines Divisionsstandortes erfolgte.

Das im Jahre 1942 gegründete 25. Panzerkorps (Pk) handelte in der 4. Gardepanzerarmee (gwTA) und erreichte in den letzten Aprilwochen 1945 in dessen Bestand, handelnd in der 1. Ukrainischen Front, den Raum um Cottbus, mit dem Ziel, die deutsche 9. Armee zu zerschlagen. Die 4. gwTA kämpfte bis Kriegsende rund um Prag und Pilsen ("Prager Operation"). Einer der Befehle lautete die „Zerschlagung der Wlassowarmee“.
Nach Kriegsende war die 4. gwTA zunächst in die „Zentralgruppe der Truppen (ZGT)“ eingebunden. Im Jahre 1946 wurde das 25. PK mit dem Armeestab der 4. gwTA aus der „ZGT“ ausgegliedert und als Teil der „Gruppe der Sowjetischen Besatzungsstreitkräfte in Deutschland (GSBSTD) dort unterstellt. Die Bezeichnung "Panzerkorps" änderte sich schon am 10.06.1945 in "Panzerdivision" [7]. Als Grund für die Umbennenung sei der Wechsel zu Mechanisierten Einheiten und TT genannt. Am 29. April 1957 erfolgte die Umbenennung der 4. gwTA in „20. Gardearmee (GA)“.
Seit dem 12. Februar 1958 trugen die Panzerregimenter der 25. PD den Titel „schwere Panzerdivision (sPD)“. Die Bezeichnung "schwer" bezog sich auf die im Verband eingesetzten „Josef Stalin Panzer (JS-3 und JS-4)“. Mit Einführung leistungsfähiger, weitreichender und durchschlagskräftiger Panzerabwehrmittel wurden die schweren Kampfpanzer JS-3 und JS-4 für das moderne Gefechtsfeld jedoch als ungeeignet und unflexibel eingestuft. Sie waren schlicht weg zu schwer, zu langsam und ihre Schlagskraft nicht mehr Zielführend und somit in ihrer Eigenschaft obsolet, weil damit ein leichtes Ziel für gegnerische Panzerabwehrmittel. Aus diesem Grund und durch weitere Umstrukturierung führte die Division bzw. deren Panzerregimenter seit November 1967 wieder die alte Bezeichnung, “PD“.
Am 22. Februar 1968 wurde der 25. Panzerdivision der Titel „Rotbanner“ verliehen. Am 01. Dezember 1983, besuchte der Oberkommandierende der Streitkräfte der GSSD, Armeegeneral Michail M. Seitzew, die 25. PD, um ihnen den Titel "Beste Panzerdivision" zu verleihen. [3]
Die 25. PD verblieb, bis zu ihrem Abzug aus der DDR, im Sommer 1989, in der Struktur der „20. Gardearmee“ mit Stabsitz in Eberswalde und führte u. a. das 162. Panzerregiment (PR) Vogelsang und das 175. PR und 111. PR Prenzlau in seinem Bestand. Alle 3 Regimenter waren, was die Kampfkraft betrug, gleich. In diesem Verbund hätte die 25. PD mit ihren selbständigen Einheiten und Truppenteilen als eine von 5 Großverbänden in der Reserve (2. Staffel) oder als eigenständige operative Gruppe gehandelt und den 2. Frontverteidigungsstreifen besetzt. Zur Mitte des Jahres 1989 hatte die 25. PD mehr Panzer (328 Pz) im Bestand als andere PD mit vergleichbarer Struktur. Die 20. GA blieb bis zum 07. Mai 1992 im Bestand der sowjetischen Streitkräfte. Die 25. PD wechselte in den Jahren mehrfach ihr Unterstellungsverhältnis zwischen der 2. Gardepanzerarmee Fürstenberg und der 20. Gardearmee Eberswalde. Im „Feindkräftehandbuch“ des BND wurde die 25. PD im Jahre 1970 unter der 3. Stoßarmee (SA) Magdeburg geführt! Ob dem so war konnte bisher nicht belegt werden. [1]

Die im Jahre 1985 aus dem Ergebnis der geänderten Militärdoktrinären Ausrichtung der Handlungsoptionen der Warschauer Vertragsstaaten und der beschlossenen Schritte im Rahmen des INF (Intermediate Range Nuclear Forces) Vertrages erfolgten Umstrukturierungen, betrafen die in Vogelsang stationierte taktische Raketenabteilung insoweit, als das diese von nun an in den neu geschaffenen "gemischten" Raketenbrigaden hätte handeln sollen.
Die Befehlsstruktur wurde neu organisiert und auf die Armeeebene konzentriert. Die Raketenbrigaden der Armeen und die Raketenabteilungen der Divisionen wurden zusammengeführt und "gemischte" Rakentenbrigaden gebildet. Im Rahmen der neu geschaffenen „gemischten“ Raketenbrigaden, war es diesen möglich auch nuklear, auf Beschluss der Frontbefehlshaber, handeln zu können. Ob diese Befehlskette auch im Ernstfall bestand gehabt hätte, wenn Divisionskommandeure am Standort unter Druck geraten währen, bleibt und blieb zum Glück offen.

Es befanden sich auf dem gesamten Gelände: Kino / Klub (jeder Truppenteil [TT] hatte seinen eigenen Klub, beim sst. TT der BRTB war es der "Клуб части"), Sporthallen, Saunen, Schule (N° 33), Bäckerei, Wäscherei, Läden (Magazin), Büro der Militärabwehr, Lehreinrichtungen, Rep.- und Wartungswerkstätten, Sportplätze, Heizwerke (8), Klärwerk, Wasserwerk, Krankenhaus, Unterkünfte und die Stäbe der TT, Regimenter und der Division.
Um den enormen Versorgungsbedarf der Garnison mit Lebensmitteln, Waren des täglichen Bedarfs sowie Brennstoffen, Tank -und Schmierstoffen sicherzustellen, führte vom Bahnhof Vogelsang ein Anschlussgleis zu einem Lagerzentrum mit Kühlhaus, Lagerhäusern, Kopframpe und Tanklager. Mit seinen 7 Nebengleisen und dem Hauptgleis diente der Bahnhof Vogelsang sowohl als Startpunkt für Truppen- und Materialtransporte, als auch als Rangierbahnhof für Versorgungsgüter der umliegenden Standorte. Dort wurden beispielsweise die Kesselzüge für die 2 Tanklager bei Kurtschlag (u.a. FP Groß Dölln) rangiert und auf einem Extragleis (welches ab 1953 in Richtung Flugplatz verlegt wurde) in diese Richtung gefahren. Dieser Gleisabzweig ab Bhf. Vogelsang ist seit 2010 zurückgebaut. Nur vereinzelt findet man noch parallel zur L215 Gleisanlagen in Richtung Kurtschlag. Das Tanklager in Vogelsang deckte in der Regel den Wochenbedarf der Garnison ab. Der Treibstoff kam in den meisten Fällen per Bahn aus Wismar. Bei auftretenden Engpässen wurden auch Reserven aus Eberswalde oder Groß Dölln angefordert. Innerhalb der Garnison wurde der Treibstoff an die Bedarfsplätze per Tanklastzug befördert. Es gab keine Versorgungs- oder Tankleitungen innerhalb der Garnison. [2]

Das zur Division gehörende Artilleriemunitionslager (Nr. 39) an der Schleuse Kannenburg (ca. 24.000 m² bebaute Fläche) wurde Ende der 1970er Jahre errichtet und versperrte seit dieser Zeit den Weg in Richtung Kannenburger Schleuse.

Durchschnittlich lebten ca. 10.000 - 12.000 Menschen in der gesamten Garnison Vogelsang, welche damit nach Wünsdorf und Jüterbog die drittgrößte darstellte. Allerdings schwanken diese Zahlen besonders nach dem Jahre 1989 mit Abzug der 25. PD. Somit sind die erwähnten Zahlen oder auch die gern gewählten 15.000 nicht belastbar und sehr vage. Wenn, dann könnten mit viel Fleißarbeit nur Zahlen oder Werte für bestimmte Zeiträume und auch nur für die Militärangehörigen der Division halbwegs verlässlich angeführt werden.
Für Ende der 80ziger Jahre (in etwa zwischen 1987-1988) betrug die Sollstärke am Standort Vogelsang circa 6.000 Militärangehörige. Diese Zahl ist allerdings nur ein theoretischer Wert, hochgerechnet in Anlehnung an die Rechercheergebnisse der Nachrichtendienste der U.S. Army mit Bezug auf die in den Strukturen einer Panzerdivision (Tank Division) geführten Truppenteile, sofern diese am Standort Vogelsang vorhanden waren. Darin nicht enthalten ist die Mannschaft der Stütznachrichtenzentrale (weil diese nicht im Verband der Division geführt wurde) und Truppenteile und Einheiten aus anderen Standorten die den Truppenübungsplatz nutzten. [8]

Nach einer erneuten intensiven Auswertung der mir vorliegenden Unterlagen, Übergabeprotokollen und Original Plänen ist für die «Garnison Vogelsang» ein Gesamtbestand von 507 Gebäuden aufgelistet. Alle diese Gebäude sind in ihrer Funktion bestimmt. Dieser Gesamtbestand gilt für alle 11 Militärstädtchen.

Die Garnison Vogelsang war in mehrere Militärstädtchen aufgeteilt:
Nr. 01: Tanklager Kurtschlag
Nr. 12: Stab 25. PD, PR, MSR, MSB, NA, chem. Abwehr, Militärabwehr, Pioniere
Nr. 12A: Truppenluftabwehr (TLA)
Nr. 12B: ?
Nr. 12C: ?
Nr. 12D: ?
Nr. 13: Bewegliche Raketentechnische Basis (BRTB) / Raketenabteilung (RA) der Division
Nr. 14: Munitionslager (ML)
Nr. 15: Tanklager
Nr. 16: Material- und Versorgungslager
Nr. 17: StNZ 721
Nr. 39: Artilleriemunitionslager für Panzer und Artilleriewaffen der Division

Dennoch gibt es darüber hinaus weitere Militärstädtchen / Gelände, die der Garnison noch nicht abschließend zugeordnet werden konnten.

Bis zum Abzug 1993 waren hier folgende Einheiten disloziert (Liste unvollständig):

в/ч пп 11818 1369. Betriebsstofftanklager

в/ч пп 16445 ???

в/ч пп 25497 519. sst. Bataillon chemische Abwehr (Rufname: ванадий)

в/ч пп 34810 53. sst. Aufklärungsbataillon

в/ч пп 34844 196. sst. Pionierbataillon

в/ч пп 34939 459. sst. Nachrichtenbataillon der 25. PD (Rufname: пешка)

в/ч пп 39223 ???

в/ч пп 45487 897. sst. Nachrichtenbataillon der 132. sst. Nbr. Treuenbritzen

в/ч пп 47389 sst. Medizinisches Bataillon der 25. PD

в/ч пп 47448 803. Garde-Mot.-Schützenregiment, ab 06 / 1989 (verlegt aus Drögen)

в/ч пп 55455 000. Mot.-Schützenbataillon

в/ч пп 55543 665. sst. Raketenabteilung (ab 1985 unterstellt der 464. Rbr., Aufstellung d. gem.Rbr.)

в/ч пп 58763 447. Fla-Raketenregiment der Division (Rot-Banner)

в/ч пп 60372 687. sst. Kraftfahrzeug Bataillon

в/ч пп 60671 162. Panzerregiment (Rot-Banner)

в/ч пп 61000 Stab 25. Panzerdivision (Rot-Banner-Division / Rufname: биточек)

в/ч пп 61100

в/ч пп 00000 1702. sst. Fla-Raketenregiment (ab 1985-1989)

в/ч пп 00000 6. sst. Nachrichtenbrigade RWK FF/O.

в/ч пп 00000 1782. sst. Nachrichtenbataillon der 132. sst. Nachrichtenbrigade

в/ч пп 00000 1158. sst. FRR (Rufname: кальцекс), ab 1989

в/ч пп 92189 69. Wartungs- und Instandsetzungs Bataillon

в/ч пп 95843 305. Hubschrauberstaffel

в/ч пп 00000 Wach- und Sicherstellungsbataillon

в/ч пп 00000 72. Feldbäckerei/Bäckereizug

в/ч пп 00000 1700. Artillerie Munitionslager der Division / Zentrales Munitionslager der GSSD

в/ч пп 00000

в/ч пп 00000 000. Kompanie Materielle Sicherstellung


Informationsstand: 07. 2017

Quellen: [1] P. Rentsch, Zeitzeugen (Revier-Förster, Beteiligte, ehem. Gediente), [2] Bundesarchiv, [3] BStU Archiv, MfS BV Neubrandenburg, [4] MfS HA I Nr. 234, MfS HA I Nr. 16271, MfS HA II Nr. 30189 / 30190 / 22588, [5] Hr. Chimschak, Bauleiter SB Fürstenberg, [6] Hr. Lebelt, ehem. BM Vogelsang, LGB, S. Trambow & M. Stepanov, Team + Archiv heimatgalerie, [7] http://www.gsvg33.narod.ru/25_division.html und http://www.tankfront.ru/ussr/tk/tk25.html, [8] FM 100-2-3 "The Soviet Army Troops, Organization and Equipment"


Der Film ist fertig! Anfang November 2013 wurde der Film zusammen mit dem Filmteam, den Unterstützern und den Protagonisten im geladenen Kreis im Kulturhaus von Vogelsang gezeigt und gefeiert. Es ist ein Film entstanden, der zeigt welche Erlebnisse und Erinnerungen ehemalige Soldaten, Offiziere und auch Anwohner der umliegenden Gemeinden und Städte mit dieser Zeit verbindet und der zum Nachdenken anregen soll. Unisono werden Meinungen geäussert, die ein durchweg ehrliches, wenn auch kritisch positives Bild zeichnen. Viele Zeitzeugen erinnern sich an Momente, in denen man sich traf, sich gegenseitig half Probleme des Alltags gemeinsam zu lösen und versuchte ein Miteinander zu finden. Ihre Darstellungen zeigen, dass nicht alles schlecht war und der Aufenthalt der sowjetischen Truppen in Vogelsang eine Notwendigkeit war und als gegeben akzeptiert wurde.
Ich habe dem Filmteam meine Anerkennug für dieses Projekt ausgesprochen und bin davon überzeugt, dass der Film seinen Weg gehen.

Alle Exemplare sind nun vergriffen und eine 2. Auflage ist derzeit nicht vorgesehen. Dennoch gibt es die Möglichkeit den Film zwar nicht sein eigen zu nennen, aber dennoch zu sehen.

Lenin in Vogelsang Film

Meinungen und Anfragen diesbezüglich, bitte an Frau Trambow. Sollte eine 2. Auflage zur Debatte stehen, ist meine Unterstützung zugesichert.

Die bekannte Seite "Lenin-in-.Vogelsang", mit dazugehöriger Mailadresse ist nicht mehr aktiv. Bitte nutzen Sie für Fragen, Anregungen und Kritik den Kontakt zu Frau Trambow oder zu heimatgalerie.

http://www.geschichtswerkstatt-europa.org/projekt-details/items/Vogelsang.html

Mein kleiner Beitrag dazu:

http://vogelsangfilm.wordpress.com/2012/05/22/в-глубине-леса/

Hinweiß: Informationsstand: 03.2017



Seit dem 29.08.2014 war unsere kleine Ausstellung "Geschichte der Garnison Vogelsang" bereits in Zehdenick / Havel und Oranienburg zu besichtigen. Die Ausstellung ist für jedermann kostenlos und orientiert sich an den Öffnungszeiten der jeweiligen Ausstellungsorte. Ab dem 15.12.2014 war die Ausstellung bis Ende Mai 2015 im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst ausgestellt.

Der neue Ausstellungsort ist das Museum "Roter Stern" in der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf. Nutzen Sie die Gelegenheit. Sollten Sie Fragen und / oder Anregungen haben, die sich aus dem Besuch der Ausstellung ergeben, zögern Sie nicht mit Lob oder Tadel.
Nutzen Sie bitte hierfür das Kontaktfeld ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).

Die Ausstellung zeigt und schildert auf 10 Schautafeln mit Fotos und Dokumenten die Geschichte und den Alltag des drittgrößten Standorts der sowjetischen Streitkräfte in der ehemaligen DDR und versucht viele Fragen zu beantworten, die von Besuchern bei Führungen und in Gesprächen vor Ort und in Foren oft gestellt werden:
Welche Einheiten und Truppenteile waren in Vogelsang stationiert?

  • Wurden das Gelände oder die Kasernenbauten bereits vor 1945 militärisch genutzt?

  • Wann begann hier die militärische Nutzung?

  • Gab es in Vogelsang „Atomraketen“?

  • Wozu dienten die beiden großen Bunker auf dem Gelände?

  • Wann begann der Rückbau und warum war dieser unausweichlich?

  • Was bringt die Zukunft für Vogelsang?

  • Wie haben die Anwohner die Anwesenheit in Erinnerung?

Nutzen Sie die Gelegenheit

Bilder aus der Präsentation im "Deutsch-Russischen Museum" in Berlin-Karlshorst


Вблизи местечка Фогельзанг находился один из самых больших и важнейших гарнизонов ГСВГ. Мне хотелось бы попытаться разъяснить назначение и дать оценку этому объекту. Часто бывает, что новые документы дают новые результаты, поэтому эта статья будет дополняться и возможно заново переписываться.
Я хотел бы обратить внимание на проект «Ленин в Фогельзанге», который занимается непосредственно темой бывшего гарнизона .

http://vogelsangfilm.wordpress.com/2012/05/22/в-глубине-леса/
http://lenin-in-vogelsang.org/author/projektvogelsang/

В гарнизоне Фогельзанг были военные городки:

№ 12: тд, тп, МСБ, МСП, обс, бхз
№ 12 A: ПВО (св)
№ 12 B: ?
№ 12 C: ?
№ 12 D: ?
№ 13: ПРТБ
№ 15: Склад ГСМ
№ 17: ОУС 721
№ 16: Склад материалов 
№ 39: саб тд

По имеющимся данным состоял 12 военный городок примерно из 300 зданий. Из них назначение 189 объектов выяснено. К перечисленным не только здания тд/тп относятся, но и здания ПВО (B), бс, химйческой защйты, инженерные войска

В 1952 году началось строительство «Военного городка №12» и были построены первые 6 - 9 зданий. С 1953 года велось его постоянное расширение. К 1956 году 117 зданий из 320 были готовы .Почему было построено, огромное количество объектов, всего за несколько лет, остаётся для меня загадкой. Известно лишь, что дальнейшие преобразования и переделки зданий производились по причине структурных измений военных подразделений или их переводов в другие районы (Например воен.городок №13)

В конце 60-х - начале 70-х был, предположительно, район бункера, что в 13 городке стали расстраивать, чтобы отдать его в распоряжение прибывшего сюда дивизионного ПРТБ. За проектирование и застройку большого количества зданий гарнизона было ответственно «спецбюро Фюрстенберг» , позднее преименованное в «спецбау». Отдельные здания возводились силами военных строителей.

Территория занимаемая гарнизоном составляла примерно 58 кв.км. Структурные особенности гарнизона указывают на то, что акцент был сделан на «самообеспечение».
Множество раз объекты здесь расширялись.

Здесь находились, или еще находятся: Клуб, спортзал, сауна, школа, пекарня, прачечная, рем.мастерские, спортплац, котельная, очистные сооружения, больница,  штаб.
Чтобы обеспечить потребности гарнизона, были проложены жел-дорожные пути от вокзала Фогельзанга до гарнизонных складов. Предположительно, находилось здесь 12 тыс военных - Объект был третье самых больших в ГДР по многочисленности гарнизон после Вюнсдорфа и Ютербог.
Для определения размеров гарнизона и лучшего ориентирования на местности мне были предоставлены, господином Рентш, оригинальные планы 12-го и 13-го военных городков .

До выхода в 1993 находились здесь следующие части - список неполный:

в/ч пп 11818 1369-Склад ГСМ
в/ч пп 25497 519-отд. батальон химзащиты защйты (ОБХЗ) 25 тд
в/ч пп 34810 53-го РДC орб 25-й тд (Пренцлау??)
в/ч пп 34844 196-отд. инженерно-сапёрный батальон 25. тд
в/ч пп 34939 459-отд. батальон связи/бс 25 тд (позывной: пешка)
в/ч пп 39223 ???
в/ч пп 45487 897-обс 132 брс
в/ч пп 47389 отд. Мед. батальон и. Мед. Пункт (Омедб)
в/ч пп 47448 803-гв Вапнярско-Берлинский ОС БХ мсп (мотострелковый полк)
в/ч пп 55455 000. мсб-тп 25 тд
в/ч пп 55543 665-ордн 25 тд
в/ч пп 58763 447. Зенитно-ракетный полк (ПВО)
в/ч пп 60372 687-оаб 25 тд
в/ч пп 60671 162 Новоград-Волынский КЗ ОКтп 25 тд
в/ч пп 61000 Штаб 25 КЗ тд (Краснознаменная Новоград-Волынская дивизия, позывной: биточек)
в/ч пп 61100 ???
в/ч пп 00000 6. оБрС (РГH) Франкфурт н. Одере
в/ч пп 00000 1782-отд. бс 132. отд. брс
в/ч пп 00000 1158-отд. зрп (позывной: кальцекс)
в/ч пп 00000 отд. ремонтно восстановительный батальон
в/ч пп 00000 1702-отд. зрп, 1985-1989
в/ч пп 92189 69-орвб 25 тд
в/ч пп 95843 305-овэ


Здесь же находился опорный узел связи 721 не относящийся к 25 танковой дивизии, которая имела свой 459 узел связи. Время постройки 1971-1975. Выполнено 56 спец. бригадой.
Этот узел отвечал за наземную кабельную сеть ГСВГ. 1975-1983 6. оБрС (РГК) Франкфурт н. Одере), 1982-1990 897. отд. бс (132. брс. недалеко от  нем.Город Тройенбритцен), 1990 1782. отд. бс 132. отд. брс (недалеко от маленькой деревни Линов).

С апреля до сентября 1959 года в юго-западной части 13-го городка была Р-5м размещена. В казарме № 2 находится защищенные арочные Укрытие

бункер-склад и рядом в лесу одна полевая позиция, другую я пока не нашел.

С 1960 года предусматривалось развертывание ракет средней дальности Р-12 - усовершенствованная Р-5м. Это стационирование не было закончено так как новая разработка Р-14, с большей дальностью, сделала это стационирование на западной границе излишней. Позиция, которая находится недалеко в лесу для ракеты, была построена только частично.

На каждой позиции было 12 автомобилей и примерно 20 человек обслуживающего персонала.

Хранение Р-5м / 8K51

Южная часть 13 городка после вывода Р-5м, большей частью, а также двумя бункерами-хранилищами, использовалась ПРТБ и 72 инженерной бригадой, правда с какой целью мне пока неизвестно.
К постройке: Когда и как хранилище расширялось пока еще окончательно не определено. В одном из хранилищ находилась рампа для грузовиков. Оба хранилища были оснащены кранами, на каждом по две лебёдки. Входы в хранилища открывались только с внутренней стороны и прикрывались маскировочными сетями. Все это было обнесено по периметру стеной, исключавшей возможность что-то увидеть с внешней стороны. Также стена отделяла хранилища от остальной территории.Вход сюда был строго ограничен. Защита объекта предусматривала вышки наблюдения и оборонительные сооружения.
Внутри, хранилища разделялись на 3 части. В дальней части бункера находилось техническая и управленческая часть этого объекта.Где и как происходили монтаж и хранение Р-5м точного ответа пока нет.Имело ли для системы Р-5м качество воздуха и постоянная температура значение - неизвестно, так как гарантировать эти параметры бункеры не могли.
Причиной возведения объекта, навряд ли послужили тогдашние угрозы Хрущева. Для развертывания системы было наверняка другое основание, а реализованы эти планы были вовсе не в спешке - на скорую руку, как это может на первый взгляд показаться.

Если кто-то располагает снимками этих бункеров времен ГСВГ, был бы очень рад разместить их в данной теме.

 


Abzug der 25. Panzerdivision

In Übereinstimmung mit dem Beschluß des ZK der KPdSU und des Ministerrates der UdSSR über die Verringerung der Stärke der Streitkräfte und der konventionellen Waffen wurde durch den Generalstab dert Streitkräfte der UdSSR der Entschluß gefasst, im Sommer 1989 vier Panzerdivisionen (u.a. die 25. PD Vogelsang und die 32. PD Jüterbog), eine Fla-Ra Brigade, mehrere Luftlande -und Luftsturmabteilungen, chemische Abteilungen, mehrere Ausbildungseinheiten und andere Truppenteile vom Territorium der DDR abzuziehen sowie einige organisatorisch-strukturelle Veränderungen durchzuführen [1], um den den reinen Verteidigungscharakter der Warschauer Vertragsstaaten zu unterstreichen bzw. zu bekräftigen.

Die 25. Panzerdivision (PD) und die dazugehörigen sst. Truppenteile (wie z.B. die Truppenluftabwehr) waren auch ein Teil dieses Beschlusses und wurden auch in die UdSSR zurückverlegt und teilweise aufgelöst.

Generalmajor Iwanow bat zusätzlich in seinem Schreiben vom 28. Februar 1989 um eine Organisierung des rechtzeitigen Informationsaustausches über aufgedeckte Aufklärungsabsichten des Gegners, die Konzentrierung der Kontrollen von Personen die wegen Spionagetätigkeit im Blickfeld der Militärabwehr der Gruppe und des MfS lagen, um die Ausarbeitung eines Maßnahmenkomplexes zur Aufdeckung und Verhinderung möglicher Aufklärungstätigkeiten durch den Gegner und um die Verhinderung möglicher Provokationen antisozialistischer Elemente im Zuge der Übergabe der freigezogenen Objekte.

In die Sicherungsmaßnahmen waren mehrere DE des MfS und der sowjetischen Militärabwehr (Operativgruppen) involviert:
Hauptabteilung I (u.a. Abwehrarbeit in den Führungsorganen) , der HA II (Spionageabwehr), HA III (u.a. ELOKA, Funkelektronische Abwehr/Funkaufklärung) und HA XIX (u.a. Absicherung Militärverkehr bei der DR). Die Erläuterung der einzelnen Maßnahmen bzw. Aufgabenbereiche erscheint weiter unten. Deren Sicherungsmaßnahmen sind im Zuge ihrer Aufgaben umfangreich dokumentiert und in den Beständen der BStU erhalten geblieben. Für den Standort Vopgelsang ist die "Operativgruppe Vogelsang" ausgewiesen

Einzelheiten der Rückführung

Die Rückführung der Kampf- und Rädertechnik erfolgte aus der Garnison Vogelsang in 3 Etappen. Die Rückführungstransporte der Kampf- und Rädertechnik, der Munition, des Personalbestandes, sowie weiterer Technik unterschiedlicher sst. Truppenteile der 25. PD, erfolgte in den Zeiträumen 16.04. - 09.06.1989 (27.03. - 26.08.) mit ca. 25 (48) Eisenbahntransporten über die Verladebahnhöfe Vogelsang und Prenzlau und schließlich über die Grenzübergangsbahnhöfe Grambow und Frankfurt/Oder. Im Landmarsch führte die Route über den Autobahn-Grenzübergang FORST. [6]
In der 2. Etappe wurden für die Rückführungstransporte der Rad- und Kettenfahrzeuge der 25. PD im Zeitraum vom 11.05. - 02.06.1989 in Vogelsang 150 schwere Flachwagen (Sam, Rlmmp, Rmms Wagen) bereitgestellt.

Die offizielle Verabschiedung der 25. Panzerdivision, erfolgte am 12. Mai 1989 auf dem Bahnhof Prenzlau. [3] Die Organisatorischen Absprachen zur praktischen Umsetzung der Rückführungsaufgaben fanden in den vorangeganenen Monaten zwischen
dem Leiter "Spezielle Transport- und Bauaufgaben" (STBA) und dem Chef Militärtransportwesen (MTW) der GSSD statt. Darin wurde das Volumen der Transporte proknotiziert.

Das MTW der DDR schätze in diesem Schreiben vom 07.02.1989 den Gesamtbedarf für die Rückführung von 4 Panzerdivisionen auf 5.000 Wagen bzw. 1.600 Züge. Offensichtlich war der geschätze Umfang des MTW allein mit Hilfe der Reichsbahn auf den Schienenwegen bis Brest nicht zu realisieren (u.a. lange Laufzeiten der Wagen, Leerfahrten), weshalb der Leiter der STBA die Hochseeschifffahrt und die Eisenbahnfähre Mukran als weitere Option vorschlug. [3]


Dieser Vorschlag wurde aber Ende März 1989 in einem Schreiben des Ministers für NV an Genossen E. Krenz wieder verworfen. In einem Schreiben des Leiters der HA I an den Stellvertreter des Ministers vom 27. April 1989 betrug die reale Anzahl der geplanten Züge für die 3 Etappen der Rückführung bei 199. In einer Information der HA XIX vom 03. Juli 1989 sind bis zum 02. Juli insgesamt 82 Züge gefahren.

Da die Transportbewegungen der 3. Etappe der Rückführung in den Monaten Juli und August genau in die Ferienzeit (Kinderferienlager, Ferienaustausch DDR/Polen) fielen, beantragte der Minister für Verkehrswesen der DDR beim Generalsekretär E. Honecker einen Aufschub der Transporte ab der zweiten Augusthälfte. Diesem Bitten wurde durch die sowjetische Seite stattgegeben.


Übersicht der Rückführungstransporte von den Bahnhöfen Vogelsang und Prenzlau

Ein Transport bestand durchschnittlich aus 10-20 schweren Plattenwagen sowie 1-6 Mannschafts- und 1-3 geschlossenen Wagen.

16.04. und 22.04.1989: je 1 Zug (26 Wagen) Munitionstransport über Frankfurt/Oder, weiterer Munitionstransport aus Vogelsang am 17.10.1989 [4]
12.05. - 09.06.1989: 24 Züge vom Abgangsbahnhof Vogelsang und 19 Züge aus Prenzlau. [4]

23.08.: 1 Zug aus Vogelsang über die Güst Grambow

Im Landmarsch

20.05. - 22.06.1989 8 Kolonnen mit insgesamt 700 Fahrzeugen über AGüst FORST [6]

Gesamtübersicht der Truppenverbände, ihrer Standorte, die Verladebahnhöfe und die Anzahl der Züge


Parallel zur Truppenrückführung verlief auch eine ganze Reihe Umdislozierungen von Militäreinheiten. Für den Standort Vogelsang sind 2 Umdislozierungen vermerkt. In das freigezogenen Objekt des sst. Pionierbataillons wurde eine Kompanie der chemischen Abwehr aus Bernau verlegt. Das Freigewordenen Gelände der Panzerdivision wurde mit einer sst. Kompanie ZBV aus Prenzlau belegt. Ein anderes FlaRakRgt trifft aus der UdSSR ein und das Mot.-Sch.-Rgt Drögen wird nach Vogelsang verlegt. [5]  

Liste der abgezogenen Verbände, Truppenteile und Einheiten vom Standort Vogelsang [5]:
FlaRakRgt, Pion. Btl., Nachr. Btl., Aufkl. Btl., Btl. mater. Sicherstellung, Btl. Chem. Abwehr, SaniBtl., Instands. Btl.

Aufgaben bzw. Abwehrmaßnahmen der DE des MfS

Die Regierung der DDR, die Bezirksverwaltungen des MfS und das MfS selbst waren, im Zuge der Streckenabsicherung über alle Schritte der Rückführung genaustens im Vorfeld informiert und in die Planungen des gesicherten Abzugs eingeweiht.
Zu den Aufgaben der HA III gehörten Maßnahmen der funkelektronischen Abwehr. Hier galt es die gegnerischen Geheimdienste an der Informationsgewinnung via Sonden oder an der Übermittlung von Nachrichteninformationen zu hindern.
In Vogelsang erfolgte eine solche Maßnahme am 17.05.1989 [2]. Die Bahnstrecken Frankfurt/O.-Grunow und Frankfurt/O.-Seelow wurden ebenfalls in die Abwehrmaßnahmen der HA III einbezogen.   

Mit dem Abzug der 25. Panzerdivision und dessen Stab "verlor" der Standort Vogelsang seinen Status und Charakter. Ab dieser Zeit erfolgten vermehrt Umdislozierungen verschiedener Einheiten und Truppenteile von und nach Vogelsang.

Quellen: [1] HA II 30189 Bl. 209, [2] HA II 30190 Bl. 44, [3] HA XIX 8698 Bl. 2, [4] HA II 22588 Bl. 36, [5] HA II 24399 Bl. 612;623-624;626-627, [6] HA I 234 Bl. 232-233

Stand:15.01.2017



Zur Verdeutlichung der Größe und zur besseren Orientierung, wurde mir freundlicherweise von Hr. Rentsch eine Kopie vom Originalplan "Militärstädtchen Nr. 12" und "Nr. 13" zur Verfügung gestellt.

Karte # 1 zeigt das Militärstädtchen N° 13, Karte # 2 das Militärstädtchen N° 12 [1,2]

Topographische Karten des Gebietes Vogelsang, Karten "-a/-c/-d" = Aufnahmejahr: 1954, Druck: 1958. "-b" = Aufnahmejahr: 1954, Druck: 1957 [3]


Beiderseitige Festlegung der Grenzen der militärisch genutzten Flächen durch die sowjetischen Streitkräfte, verbrieft: Mitte 1990, Karten Stand 1983, Ausgabe 1985. Erst im Zuge der Umwidmung der Räte des Kreises in Landkreise (1993) wurden die Amtsblätter auf den Karten korrigiert. [3 - DN1/130052a]


Karten der Verwaltung Militärtransportwesen und der Verwaltung Pionierwesen des Ministerium für Nationale Verteidigung
Karte der Passierbarkeit und des Pionierausbaus, Stand 1979 1:100.000
Karte der Transportwege, Stand 1983 1:100.000
Karte der Marschstraßen, Stand 1987 1:100.000


Militärtopographische Karten des sowjetischen Generalstabs / Генеральный Штаб (секретно)
Хафель 1979 1:50.000
Хаммельшпринг 1986 1:50.000
Фюрстенерг 1987 1:100.000


Luftbilder Garnison Vogelsang
Aufnahmedatum: 1953
. Bild 1 und 2 (# 1 zeigt u.a. den Gleisabzweig zum FP Dölln, # 2 zeigt Kannenburger Schleuse). Bilder ähnlich Kartenblättern "N-33-99-D-c & -d" [4]

Aufnahmedatum: 1991. Bild 3 - 6. Gebiet entspricht etwa Kartenblättern "N-33-99-D-c & -d" [4]


Links, eine Übersichtskarte des MfS, Bezirksverwaltung Potsdam, Abteilung II. Die Karte zeigt den Ausbauzustand der Jahre 1950-1952. Demnach und dem Schriftbild folgend, sollte diese Karte auch aus dieser Zeit stammen. [5] Rechts, eine Übersichtskarte des MfS, Bezirksverwaltung Potsdam, Abteilung II. Zu sehen ist der Pioniermäßige Ausbau von Fahrzeugstellungen ("Erdbunker" und eine Kommandostelle [umkreist]) an mehreren Waldstraßen. Zudem zeigt die Karte den "Warschauer Punkt". Hier und an der rechte Seite der Karte versammelten sich während der angelegten Übungen ranghörere Offiziere. Während dieser Übungen bliebt diese Waldgebiet sowohl für Zivilisten, als auch für die zuständigen Förster gesperrt. Letztere durften aber anschließend den zurückgelassenen Müll einsammeln. Ich habe alle Stellungen kontrolliert und bevor jetzt ein Run in die Wälder einsetzt, von "Bunkern" im eigenlichen Sinne, sind diese Stellungen weit entfernt. [6]

(Quellen: [1] P. Rentsch, [2] Archiv Heimatgalerie, [3] Bundesarchiv Berlin, [4] LGB, [5] BStU, MfS BV Pdm Abt. II 652 Band 9 Seite 0011, [6] BStU, BVfS Potsdam Abt II 652 Bd. 21)

 


 

Auch die Gegnerischen Dienste (hier CIA), waren rund um den Garnisonsstandort Vogelsang natürlich nicht untätig. Aus ihren Sichtungen und Auswertungen sind 2 Karten entstanden, die einen sehr frühen Nutzungsstand der Garnison zeigen könnten. Sollten die Angaben der Jagen stimmen, müssten beide Karten von vor 1952 stammen, weil die ersten Gebäude noch nicht eingezeichnet sind und stattdessen das Sommerlager unterhalb der Havel in seiner ganzen Ausdehnung vermerkt ist. Die ersten Gebäude der Garnison wurden etwa in den Jagen "239-241" und "255" errichtet.

(Quelle: FOIA, Washington D.C., CIA-RDP82-00457R007200300004-2, CIA-RDP82-00457R006900150014-9)


Bilder aus dem Militärstädtchen Nr. 12/Военный Городок N° 12 (Divisionsstandort 25. Panzerdivison/PD) der Garnison Vogelsang.

(Quellen: B. Kielblock, Archiv heimatgalerie)

Bilder aus dem Militärstädtchen Nr. 13/Военный Городок N° 13 (Standort BRTB der RA der PD)

(Quellen: M. Bansemer, Archiv heimatgalerie)


Foto's im Panoramaformat aus allen Militärstädtchen.



Moderne Drohnentechnik macht es möglich, dass ich jetzt auch Bilder und ein Video der Garnison aus fast 350 m Höhe anbieten kann. Dadurch lassen sich sowohl Ausdehnung der genutzten Gesamtfläche, als auch Renaturierte Flächen noch besser verdeutlichen. So zeichnen sich deutlich die Flächen der Unterbringung am KPP 1 ebenso ab, wie die der ehemaligen Panzerhallen und der Bereich dahinter (Krankenhaus, Bäckerei). Aus verschiedenen Perspektiven, ist im hinteren Teil die Fläche des Militärstädtchen N° 13 (RA / BRTB der Division) zu erkennen. Möglich macht dies die enorme Flughöhe.

Die Luftbilder Bilder und das Video wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: www.hochbild-hueller.de
Um dem Betrachter die Orientierung zu erleichtern, tragen einige Luftbilder Informationen.

Video-Link "Garnison-Vogelsang 2015"


Diese 360° Panoramen ermöglichen dem Betrachter, durch Interaktion das Sichtfeld auf ausgewählte Orte innerhalb der Garnison Vogelsang selbst zubestimmen und so bereits bekannte Orte "rundum" zubetrachten. Die Navigation im Bild erfolgt entweder mit dem Mauszeiger selbst oder mit Hilfe der Pfeil-, Plus,- und Minustasten am unteren Bildrand. Wenn die Resonanz auf diese Bilder es zulässt, könnten weitere folgen. Diese Panoramen wurden mir freundlicher Weise von Karsten Räth zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Reliefwand im Keller der TLA

Lenin am Kulturhaus

Wer an dieser Möglichkeit der Fotografie gefallen findet, wird auf der Homepage von Herrn Räth belohnt.

Karsten Räth

 


Bilder aus verschiedenen Epochen des Rückbaus. Die bekannten Pläne unterstützen die Orientierung auf dem Gelände. Karte # 1 zeigt den Stand der Rückbaumaßnahmen im Militärstädtchen N° 13, # 2 und # 3 zeigt das Militärstädtchen N° 12.


Auf dem Gelände befand sich auf dem Militärstädtchen Nr. 17 die Stütznachrichtenzentrale 721 (ОУС=Oпoрный узел связи / Rufname: Разбитной), die organisatorisch und anbindungstechnisch mit der Dislozierung der 25. PD nichts zu tun hatte. Die Panzerdivision hatte ihre eigenen Nachrichtenverbindungen (459 sst.NBtl.).
Bauzeit der StNZ: 1971-1975
Bauträger: 56. Spezialbaubrigade der Front / Forst Zinna

Die Arbeits- und Zuordnungsbereiche der StNZ waren in 3 geographische Bereiche unterteilt. Es gab das Nord- (Северный батальон), das Zentral- (Центральный батальон) - und das Südbataillon. (Южный батальон). Die Stütznachrichtenzentrale in Vogelsang war eingebunden in das Nordbataillon. Ihre Aufgabe bestand darin, auf den Haupttrassen der Fernkabel gemeinsam im Verbund mit anderen StNZ ankommenden Trägerfrequenzsignale zu verstärken, zu kontrollieren und die Durchlassfähigkeit der Signale auch über Quer- und Rochadeverbindungen zu garantieren.  
Die StNZ war in der Anfangszeit (1975-1983) unter der Verwaltung eines Truppenteils der 6. sst. Nachrichtenbrigade (NBr.) RWK Frankfurt/Oder. Als die Frage der Zuständigkeit später neu geklärt werden musste, (die 6. sst. NBr war eine Brigade in Reserve der Streitkräfte der UdSSR, nicht der Gruppe) wurde dieser Truppenteil der 6. sst. NBr aus der 6. sst. NBr. herausgenommen und der 132. NBr. Treuenbrietzen unterstellt. Aus dem ausgegliederten Truppenteil der 6. sst. NBr wurde das 897. sst. Nachrichtenbataillon (NB) der 132. NBr. gebildet. Von 1982-1990 war das 897. sst. NB für diesen stationären NA-Knoten zuständig. Nach Abzug (ca. 1990) des 897. sst. NB aus Vogelsang, übertrug man die Zuständigkeit der StNZ, bis zum endgültigen Abschalten 1994, dem 1782. NB der 132. NBr. (Lynow). Dies kann allerdings nur als Notlösung angesehen werden, da zum einen die StNZ bis zum völligem Abzug der WGS nicht ohne Besatzung hätten sein dürfen/können und zum anderen das 1782. NB auch für die Führung und Betreuung der Stütznachrichtenzentrale in Ahlbeck (Seekabel) zuständig war. Als letzte Einheit verlies die Mannschaft der StNZ den Standort Vogelsang, ihr Übergabeprotokoll trägt das Datum vom 02. März 1994. Das Bauwerk hat eine Grundfläche von ca. 1050 m², verteilt auf einer Ebene. Die Schutzklasse (immer nur maßgeblich für den Zeitraum der Projektierung) ist mir nicht bekannt, dürfte aber eher niedrig gewesen sein. [1], [2]

(Quelle: [1]: P. Rentsch), [2]: BBG

Bilder, Plan aus der Stütznachrichtenzentrale (STNZ) auf dem Gelände der Garnison.

(Quellen: TITOV NIKOLAI 65, R. Löhder, Archiv heimatgalerie)

Die Stationierung der Systeme R-5M / 8K51 (SS-3 / Shyster):

Im April 1959 wurden für kurze Zeit (bis Sept. des gleichen Jahres) 2 Raketenabteilungen und 2 Feldmontageeinheiten (BRTB/пртб) aus der UdSSR nach Vogelsang und Neuthymen verlegt. Im südwestlichen Teil (Militärstädtchen Nr. 13) der Garnison Vogelsang wurden die 638. Raketenabteilung/оидн und die 432. BRTB (Feldmontageeinheit) stationiert. Beide Einheiten (auch die Einheiten in Neuthymen) gehörten zur 72. Ing. Brigade/72-я инженерная бригада РВГК. Ihr mitgeführtes System, die R-5M, war eine strategische Rakete mit der Fähigkeit einen nukleare Gefechtsköpfe (Mono GK) bis zu 1200 km weit zu tragen. Eine höhere Anzahl von GK ging zu Lasten der Reichweite.
Die entsprechenden Merkmale der Stationierung befinden sich noch heute im Militärstädtchen Nr. 13 (2 Bogendeckungen [Bunker], Fahrzeughallen, etc.), auf dem Truppenübungsplatz (TÜP) und in den angrenzenden Wäldern (Gefechtsstartstellungen im Feld/боевая стартовая позиция). Eine "Feldstellung" für das System R-5M ist bekannt und wurde ausgiebig dokumentiert. Jedoch sind wir der Auffassung/Überzeugung, dass es sich bei dieser um eine "Startposition zur Gefechtsausbildung im Feld (УПБСП / учебную полевую боевую стартовую позицию) handelt. Es fehlen die notwendigen Strukturen der Entfaltung. Ebenso sind die Positionen der Leitstrahl-Antennen unbekannt (System TRAL). Die gefechtsbereiten Feldstellungen sollten / müssten sich im weiteren Umfeld der Garnison befinden. Die Normativen für die Entfaltung bzw. Gefechtsbereitschaft sind bekannt. Die Suche danach gleicht der "Nadel im Heuhaufen", was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.[7]

Die Resolution ЦК КПСС и СМ СССР № 589-365сс zur Vornstationierung der Systeme R-5M in der DDR kam am 26. März 1955, unterzeichnet vom damaligen sowjetischen Partei- und Staatschef Nikita S. Chruschtschow und dem damaligen Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR Nikolai A. Bulganin. Im Jahr 1958 gab der Verteidigungsminister Marschall Malinowski den Befehl zur Verlegung in die DDR (Vogelsang / Neuthymen). Vor der Stationierung auf dem Gebiet der DDR gab die Regierung der UdSSR am 31.03.1958 an den Kongress der USA, das Parlament von GB, die Bundesregierung der BRD und alle Parlamente auf der Welt eine Erklärung ab, in der vor den Gefahren von Atomwaffen und Wasserstoffbomben gewarnt wurde. Gehört hat darauf niemand, erst daran anschließend wurden 2 Raketenabteilungen (in Vogelsang: 638. Raketenabteilung [RA] und die 432. BRTB [Feldmontageeinheit]) aus der Reserve des Oberkommandos mit je 2 Feuerbatterien und 2 Startrampen. Der Kampfsatz pro Rampe betrug 3 Träger mit Gefechtskopf (GK).[7] Die Reaktionszeit der RA von der Alarmierung bis zur Abschussbereitschaft der Rakete lag anfangs bei ca. 30 Stunden. Nicht ungewöhnlich, bedenkt man das diese Truppen keinerlei Erfahrung mit der Verlegung dieser Systeme im Feld hatten. Vor den Systemen R-5 gab es nur die R-1 und R-2, aber keine ballistische Rakete strategischer Bedeutung mit Flüssigkeitstank und Trägheitsnavigation, die im Feldeinsatz in Normzeit in Stellung zu bringen war. Demnach wurde solange trainiert, bis die Normzeit den Vorgaben entsprach. Für "angemessen" hielt man dann später eine Normzeit von unter 5 Stunden.

Die R-5M war eine flüssigkeitsbetriebene, 1stufige ballistische Rakete mit (damaliger) strategischer Bestimmung, mit (in der Endversion) bis zu 1200 km Reichweite, zudem eine Weiterentwicklung der R-5. Gewicht des Gefechtskopfs (GK) betrug ca. 1,3 Tonnen. Der GK hatte eine Sprengkraft von bis zu 300 kt (Hiroshima "Little Boy" 13 kt TNT). Im Gegensatz zur R-5 konnte u. a. die Zielgenauigkeit verbessert werden. Die Möglichkeit der Reichweitensteigerung bei genauerer Zielpräzision war Ziel der modernisierten Versionen. Die R-5M konnte mit verschiedenen Gefechtsköpfen bestückt werden, unter anderem einen als Monogefechtskopf (моноблочная ВЧ) bezeichneten Nukleragefechtskopf. Dieser Gk konnte, im Gegensatz zu Mehrfachgefechtskopfen, nur ein Ziel bekämpfen, gestattete aber die Wahl der Detonationsstärke in gewissen Grenzen. Die Zielfindung vollzog sich, einfach formuliert, mit dem Verschluss der Treibstoffzuvor, wodurch die Ballistische Bahn verlassen wird und die Rakete nieder geht. 

Länge der Rakete mit GK: 21 Meter, Rumpfdurchmesser: 1,60 Meter, Ruderdurchmesser: 3,45 Meter, Startgewicht: 28 Tonnen, Treibstoff: 92% Äthylalkohol. Indienststellung: 21.06.1956. Zielgenauigkeit spielte in dieser frühen Phase der Entwicklung ballistischer Systeme eine Rolle, konnte aber nicht optimal gewählt werden, weil die Navigation nur über eine Trägheitsnavigationsplattform (TNS, Kreiselstabilisierung, regelt Höhe und Flugbahn) und Treibstoffzufuhr (Je kürzer die Reichweite je weniger Zufuhr) erfolgte, die eine höchst präzise Trefferwirkung auf das zu bekämpfende Ziel, anfangs nicht sicherstellte. Die Kreisel des TNS arbeiten und liefen unter Volllast bereits vor, während und nach der Startphase. In der höchsten Stufe der Gefechtsbereitschaft arbeiten die Kreisel bereits unter Volllast. Ein Grund warum die Träger nur 20 bis 30 Minuten in dieser höchsten Stufe der Gefechtsbereitschaft belassen werden konnten. Das Manko der Waffenwirkung wurde u. a. versucht mit der Detonationskraft der Ladung und der Wahl der Detonationshöhe zur Erreichung einer Flächenwirkung auszugleichen. Zugleich wurde versucht, über diese unterschiedlichen Detonationsverfahren eine wirksame Flächenwirkung auf verschieden viele Ziele zu erreichen. [1]

Der Stationierung der Systeme R-5M in der ehemaligen DDR im Jahre 1959, ging vonseiten der Amerikaner 1957 das Projekt "Emily" voraus. Das Projekt "Emily" folgte der militärstrategischen Konzeption der NATO von 1957: "Massive Vergeltung / Massive Retaliation" (u. a. Unterstellung strategischer US-Raketen mittlerer Reichweite unter die Befehlsgewalt des Oberbefehlshabers [SECEUR] der NATO-Streitkräfte in Europa. Militärische Antwort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, SIOP).
Das Projekt sah die Stationierung von Raketen des Typs "THOR" in England [1] und die Stationierung von Raketen des Typs "JUPITER" in Europa, wie Italien und der Türkei, vor. Das Verhältnis der stationierten GK war 150 (THOR) : 12 (R-5M). Damit wäre es möglich gewesen, die amerikanischen, in England stationierten nuklearen Erstschlagmittel gegen den europäischen Teil der UdSSR zum Einsatz zu bringen, wenn dies der Präsident der USA für seine und in Abstimmung mit dem Premierministers des Vereinigten Königreiches angeordnet hätte, ohne die eigenen Trägersysteme in den USA zu nutzen. Zudem gab es für die amerikanischen Militärs ein "Papier" (Eisenhower Instructions), dass die Erstschlagentscheidung bei Abwesenheit und / oder Tod des Präsidenten regelte. Der vertraglich geregelte Bündnisfall ("Artikel 5/§ 5" [5] NATO-Vertrages [gegenseitige Beistandspflicht]) hätte keine Rolle gespielt, da es sich um keinen Verteidigungsfall gehandelt hätte. Die "gegenseitige Beistandspflicht" basiert auf dem Dokument "NSC 5434/1" vom 30. August 1954, welches die vorbestimmten Abläufe der militärischen Unterstützung (Foreign Military Assistance Programs) regeln oder regeln sollte.

Die Stationierung der Systeme R-5M in der ehemaligen DDR (Vogelsang und Neuthymen) kann als eine erste und in dieser Zeit einzig machbare Möglichkeit angesehen werden, auf die Bedrohungslage (Strategic Air Command [SAC], Projekt "Emily") dieser Tage angemessen zu reagieren. Da weder die USA noch die UdSSR in dieser Zeit (1954) militärisch in der Lage waren, aus ihrem Land heraus den "Gegner" mit Raketen direkt zu bedrohen. Aus diesem Grund wurde es notwendig, verfügbare Systeme außerhalb des eigenen Landes zu stationieren.

Die Westlichen Dienste, allen voran der BND, hatten durch einheimische Quelle vermutlich bereits in der Vorbereitungsphase (Baumaßnahmen, Baufeldberäumung, Eisenbahntransporte) durch ungewöhnliche Aktivitäten in der Kaserne Vogelsang Kenntniss von einer Stationierung sowjetischer "Raketenwaffen".
So gibt eine Quelle in der Standortkartei des BND am 31.03.1957 (Blatt 14) an, dass Erweiterungsbauten in den Jagen 206/209 und 224-228 ausgeführt werden und das Lager nunmehr vergrössert wird. Ab Februar 1959 nehmen die Meldungen über ankommende Baumaterialien (Zement, Kies, Splitt und Betonfertigteile) zu (Blatt 24). Selbst die Ausmasse der Betonplatten werden vermerkt.
Schließlich berichtet eine Quelle im April 1959 (Blatt 26): "...soll ostw. vom Schwarzen Weg und hart S vom Schiesstand [...] eine Baustelle entstanden sein, an der nur Sowjets arbeiten. Die Baustelle ist ungewöhnlich scharf bewacht, an den Ecken befinden sich MG-Posten. Die Zufahrtsstrassen sind durch gefällte Bäume versperrt, [...]. An der Stelle sind Planierraupen oder Bagger eingesetzt, die eine grössere Stelle bearbeiten und dabei in die Tiefe gehen. Nach Gerüchten handelt es sich um den Bau von Abschuss-Rampen.". Die Anlieferung weiterer "Betonfertigteile" wird im April 1959 (Blatt 27) beobachtet. Wieder werden die "Ausmasse" detaliert beschrieben. Weitere Quellenmeldungen über ungewöhnliche (zumindest für die westl. Dienste) Aktivitäten, welche von der üblichen Routine abweichen, werden auf weiteren Blättern der Standortkartei vermerkt. Auch der Französische Dienst, stützt die Feststellungen mit dem Hinweis (Blatt 33, Juli 1961 und Ende Sept. 59): "Im Obj. soll im Laufe d. letzt. Jahr. eine Raketenabschußrampe gebaut worden sein [...].". "Baustelle an der Strasse VOGELSANG - BURGWALL (ostw. Schw. Weg): Baustelle mit Stacheldraht umgeben. Bauarbeiten werden von Sold. mit Fm-Abz. durchgeführt. Betonplatten und Sockel (an STR. 2 gegeben, Rak.verdächtig). Am 4.10. wurde die Strasse von VOGELSANG n. BURGWALL von ungef. 1 km westl. der E-Linie ZEHDENICK-HAMMELSPRING in westl. Ri gesperrt.".     
Eine Meldung gibt mir zumindest zu Denken, denn es handelt sich um den "Jagen 207", welcher südlich direkt an den "Jagen 225" grenzt, wo die "ungewöhnlich scharf bewachte Baustelle" liegt: "Im Jagen 207 befindet sich ein sogenannter Pflanzgarten (in der Nähe Bauobjekt). Das Betreten dieses Gartens wurde erst durch das zuständige Ministerium erwirkt, unter sowj. Bewachung wurde das Arbeitskdo., das Pflanzen brauchte, in den Garten geführt.".[8]
Welches zuständige Ministerium erwirkt den hier das Betreten einer Umgebung, welche doch so streng bewacht wird und das während der Bauarbeiten im Jagen 225? Denn ich gehe mal davon aus, dass es sich bei der "streng bewachten Baustelle" um die Übungsfeldstellung der R-5 handelte, welche ostw. des Schwarzen Weg, im Jagen 225 lag / liegt.
Allerdings bin ich skeptisch, ob die Meldungen und Hinweise zu den entladenen Baumaterialien als Indiz für den Baubeginn der Bunker o. ä. im Zusammenhang mit der Stationierung zu werten sind. Betonfertigteile oder auch Betonplatten können im Zuge des stetigen Ausbaus der Kaserne Vogelsang genauso gut für Garagendächer oder Schleppdächer und Plattenwege benutzt worden sein. Eine Verwendung dieser und ähnlicher Materialien ist mannigfaltig.

Zum Aufbau der Bunker (Shelter):
Der östliche Montagebunker hatte eine große LKW-Rampe mit gedeckter Lagerzuführung (diese ist in jedem Fall zu einem späteren Zeitpunkt entstanden, vermutlich mit Bildung der gemischten Rakentenbrigaden [RBr.]) Mitte der 80er Jahre. Beide Bunker verfügten über 2 Portalkrananlagen mit je 2 Laufkatzen, dubliert an den jeweiligen Kopfenden. Die vorderen Zugänge wurden durch Anbauten gedeckt. Die Portalkrananlagen und die Anbauten können auch später erweitert bzw. angebaut worden sein. Beide Zugänge an den Stirnseiten waren durch große Lagertore (tschechischer Fabrikation) verschlossen und am hinteren Aussenbereich mit Tarnnetzen gedeckt. Auch diese Tarnmaßnahme kann aus späterer Nutzung stammen.
Die hinteren Aussentore konnten nur von innen geöffnet werden. Dieser gesonderte Objektteil mit den Bunker war durch eine umlaufende Mauer von außen nicht einsehbar. Zusätzlich verfügt der östliche Bunker über eine Sichtschutzwand "neueren" Materials am hinteren Aussentor. Diese umlaufende Mauer trennte auch den "Bunker Bereich" vom restlichen Objektgelände. Der berechtigte Zutritt zum Objekt wurde durch zwei Zugangskontrollen geregelt. Geschützt wurde dieser Bereich auch durch eine Vielzahl von Objektverteidigungsanlagen / Rundumverteidigungen und Beobachtungstürmen, besetzt durch ein speziell geschultes Wachpersonal. Dieses war direkt an der Objektgrenze untergebracht und hatte klar definierte Postenbereiche.

Der Innenbereich der Montagebunker ist / war in mehrere Bereiche geteilt. Über den Anbau war der 1. Raum, eine Art "Produktschleuse" zu betreten. Das angelieferte "Produkt" wurde empfangen und eventuell für die Übergabe zum "Montagebereich" vorbereitet. Im nachfolgenden 2. Raum (räumlich der Grösste) könnte als "Übergabeschleuse / Übergabepunkt" bezeichnet werden. Möglich das das "Produkt" hier zur Übergabe an Raum 3 bereit gestellt wurde bzw. aus Raum 3 zur Abholung zwischengelagert wurde. Dem Personal aus Raum 1 kommend, war es nicht möglich den 3. Raum zu betreten. Gleichzeitig konnte Raum 1 nicht von Raum 3 kommend betreten werden. Dies bedeutet, dass das Personal in Raum 1 nicht wusste was in Raum 3 gearbeitet wird. In diesem 3. Raum, dem "Montageraum", könnten arbeiten an den Produkten erfolgt sein. Alle 3 Räume waren durch Wände und Tore getrennt. Im hinteren Teil der Trakt mit den technischen Arbeitsräumen, welcher durch eine Trennwand mit Flügeltor vom "Montagebereich" getrennt war.
Der 3. Raum war sowohl vom 2., als auch vom Bereich der technischen Arbeitsräume, zusätzlich zu den Toren, mit einem Vorhang an den Zugängen gegen unberechtigten Einblick gesichert. Es wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zwei-Personenprinzip zum Betreten der "Montageräume" und "Übergabebereiche" praktiziert. Dem Montagepersonal war es NICHT möglich, den gesamten Bunker von einer der beiden Seiten komplett zu durchqueren.
Dies wurde durch ein simples, aber dennoch effektives Sicherheitsprinzip an den Toren der "Montage- und Übergaberäume" verhindert. Zusätzlich gibt es verschiedene Anzeichen / Merkmale, die gegen eine dauerhafte Anwesenheit von Personal sprechen (wie in Lagern üblich). Ähnliche Merkmale waren in den "Bunkern" vom Typ GRANIT der Gruppe "GLOBUS" am FP Groß Dölln zu sehen.
Eines der Merkmale die gegen ein Lagerregime für nukleare Komponenten sprechen, sind u.a. die Spaltmaße an den Toren der Stirnseiten. Dieses Spaltmaß ist nicht auf Grund mangelnder Baukunst oder etwa Termindruck entstanden. Es resultiert aus den Konstruktionen der Torscharnieren, die u.a. ein "aufschwingen" sicherstellen sollen und aus dem einfachen Grund, dass eine Hermetisierung des Bauwerks nicht gewollt bzw. geplant war. Anderenfalls wäre es ein leichtes gewesen, die Tore mit dem Torblatt auf dem Rahmen der Torzarge mit Dichtung aufliegen zulassen. Hinzu kommt, dass es sich um einen Typbau handelt (Pläne zeigen, dass keine "Vogelsang" oder "Neuthymen" Varianten projektiert wurden), der in allen denkbaren Klimaregionen gebaut wurde bzw. werden sollte. Verbautes Material unterliegt folglich den Temperaturschwankungen, was sich an Spaltmaßen bemerkbar machen kann.

Nachfolgende Grafik verdeutlicht die Konstruktion der Torscharniere und die daraus folgenden Spaltmaße. [2]

Wie oder mit welcher Bestimmung die drei großen Räume im Zusammenhang mit der Stationierung der Trägersysteme der R-5M genutzt wurden, ist derzeit nicht belastbar bekannt. Mir zumindest nicht. Somit könnte eventuell nur der Zweck / Nutzung dieser Räume, nicht aber der Inhalt geklärt sein.
Auf Grund der gefundenen Merkmale, der Dokumentation (Vermessung) und bekannter Wartungs- und Dienstvorschriften, die R-5 betreffend, ist auch anzunehmen, dass der Anbau vor dem 1. Raum als Sichtschutz diente.

Alles weitere ist Spekulativ. Anzumerken wäre natürlich, dass meine Darstellungen zur Nutzung der Bunker sicher nicht des Weisheits letzter Schluss sein können und die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen wird. Derzeit liegen mir nur solche Erkenntnisse vor, die auf die "Montagevariante" schliessen lassen. Des weiteren kann es nicht schaden, die Zeiträume vor der Verlegung der R-5 im beschriebenen Objektteil etwas genauer zu betrachten. Auch da werden Merkmale sichtbar, die gegen eine Lagervariante sprechen.

Beide Bunker hatten einen Fernwärmeanschluss, der in einem Wasserkreislauf endete. Dieser Wasserkreislauf war in folge als Heizung über einfache Wandrohre ausgeführt und konnte zusätzlich über einen Abzweig zum Heizregister die so entstandene Wärme der Zuluft beigemischt werden, sodass die zugeführte Aussenluft (Zuluft) in der Kälteperiode erwärmt werden konnte um über die Lüftungskanäle das Bauwerk zusätzlich zu erwärmen. Mehr Lüftungs- und Klimatechnik sind in dem anzutreffenden Ausbauzustand nicht zu erkennen.
Vier Räume im Trakt der technischen Arbeitsräume waren in eine separaten Umluftanlage eingebunden. Dazu gab es einen Umkleideraum (Гардероб) und einen Waschraum mit Handwaschbecken (Умывальник).

Das im südlichen Teil des Geländes gelegene Objekt (Militärstädtchen Nr. 13, ugs. "Raketenlager") wurde nach Rückführung der Systeme R-5M (September 1959) zum größten Teil u.a. durch die sst. Raketenabteilung (RA) / Bewegliche Raketentechnische Basis (BRTB) der Division / Armee genutzt.
Auch die Bunker wurden nach Abzug der RA der 72. Ing. Brigade durch die BRTB der Division / Armee weitergenutzt. Unter welchen Maßgaben und zu welchem Zweck, ist noch nicht geklärt. Es ist anzunehmen, dass die Bunker ihrer Zweckbestimmung folgend genutzt wurden.

Vorgesehen war ab 1960 die Stationierung der Mittelstreckenrakete R-12 (SS-4[Sandal]), eine Weiterentwicklung des Systems R-5M. Diese Stationierung wurde jedoch nicht vollzogen, da die weiterentwickelte R-14 u.a. durch höhere Reichweite eine Stationierung der R-12 auf dem westlichen Kriegsschauplatz (KSP) überflüssig machte. Die Feldstellungen hierfür wurden jedoch errichtet und teilweise komplett ausgebaut. Jeweils 4 Feldstellungen lassen sich in den Wäldern bei Lychen und Tangersdorf finden. Jede dieser Feldstellungen hatte etwa 12 Fahrzeuge und entspechend Bedinungspersonal aufzunehmen, um die nötigen Betriebsabläufe, wie etwa Betankung, das Aufrichten und weitere Startvorbereitungen, sicherzustellen. Zusätzlich gab es in etwa 100 - 110 m Entfernung zu jeder Feldstellung einen Beobachtungsbunker für den Batteriechef.

Zum Verständnis ein paar Bilder der vorbereiteten Feldstellungen für die R-12 (SS-4) bei Vogelsang von R. Löhder (vielen Dank!) [6]:

Die spätere Entscheidung (1961) der Stationierung der Systeme R-12 und R-14 auf der Karibikinsel Kuba war möglicherweise ein weiterer Schritt um im Ergebnis den vollständigen Abzug der Raketen des Typs "THOR" und "JUPITER" zu erreichen.

Bild 2 zeigt den Zeitungsartikel der "Krasnaja Swesda" aus dem Jahre 1999. In diesem Artikel "Russische Raketen auf deutschem Boden" werden Zeitzeugen zu den damaligen Hintergründen und technischen Abläufen befragt.
Bild 1 und 3 zeigen die beiden Feldstellungen der R-5M in Vogelsang und Neuthymen.

Übersicht einiger Standorte der Raketen "THOR" in England [3], [4]:

 


Feltwell - 77th RAF SMS - 15 THOR
Hemswell - 7th RAF SMS - 15 THOR
Driffield - 8th RAF SMS - 15 THOR
North Luffenham - 44th RAF SMS - 15 THOR 

 

 


Bild 1: Gefechtskopf der R-5M auf Montagewagen, Bild 2: Meldung über die Sichtung der Eisenbahntransportwaggons am Bahnhof Frankfurt/Oder im April 1959 durch "FLEUROP" [Anm. Partnerdienste des BND] (Auszug aus Standortkartei des BND), Bild 3: Meldung über die Absicherung am Standort Neuthymen im April 1959 durch "FLEUROP/ASTER" [Partnerdienst, Großbritaninen] (Auszug aus Standortkartei), Bild 4: Meldung über die Entladung von Trägermitteln und deren Verbringung zum Standort Neuthymen im Januar 1959 [Anm. zeitlich etwas früh] (Auszug aus Standortkartei), Bild 5: Eisenbahntransportwaggon für den Transport der Trägermittel der R-5M [9], Bild 6: Deklaration der Eisenbahntransportwaggons im Vierteljahresbericht der CIA vom 31. März 1961 nach Sichtung.

 

Stand: 12.10.2017
Quellen: [1] P. Rentsch, [2] Team + Archiv Heimatgalerie, [3] "Project EMILY: Thor IRBM and the RAF"/J. Boyes, [4]: http://albiefield.co.uk/UK/OPEMILY/index.htm , [5]: Nordatlantikvertrag , [6] Bilder R-12 Vogelsang: Ralf Löhder, [7] M. Uhl "Stalins V-2" S. 236/238, [8] BA Koblenz-BND-Militärische Lage-Bestand B 206/114-Standortkartei DDR-1950-1976, [9] Youtube, Bild 1: M. Bansemer, Bild 2: Staatsbibliothek München, Bild 3: Archiv heimatgalerie

Da ich inzwischen über sämtliche Übergabeprotokolle und einen großen Pool von Bildern (auch aus Nutzerzeiten) verfüge, habe ich mir in den Kopf gesetzt, das gesamte Garnisonsgelände in 3D darzustellen. Wieder ist für die Umsetzung Szabolcs Kizmus zuständig, der seine Gabe abermals beeindruckend unter Beweis stellt. Thanks Szabi!

Now I have the idea to see the large field of the Garnison Vogelsang in 3D. Again supports me Szabolcs Kismus. Again he shows his art and impressed.

Die komplette Garnison darzustellen, wird voraussichtlich mehrere Monate Zeit beanspruchen. Um möglichst jedes einzelne Gebäude darzustellen, haben wir die Garnison in mehrere Bereiche unterteilt. So arbeiten wir Bereich für Bereich ab. Diese Bereiche orientieren sich nicht immer an den Militärstädtchen. Wenn alles klappt, werden die einzelnen Bereiche dann immer mit dem vorigen verbunden. So entsteht Stück für Stück ein wunderschönes Modell der Garnison Vogelsang.
Bisher fertiggestellt: Der Wohn- und Unterkunftsbereich im östlichen Teil der Garnison (2005 - 2007 Entsiegelt und renaturiert), mit dem Haus des Divisionskommandeurs. Um einen kleinen Einblick in den Ablauf der Arbeit zu ermöglichen, habe ich die einzelnen Schritte unten dargestellt. Mit zunehmender Fülle sind diese "Schritt-für-Schritt" Darstellungen nicht mehr angedacht.


Im Frühling 2011 bekam ich mit einigen Freunden die Möglichkeit den westlichen Montagebunker zu dokumentieren und zu vermessen. Das Projektierungsdatum und die Bezeichnung des Bauwerks muss ich leider noch schuldig bleiben. Allerdings ist die Zweckbestimmung im Zusammenhang mit den Systemen R-5M unhaltbar, da das Baudatum irgendwann nach 1960 liegt.

Es gibt derzeit verschiedene Denkansätze, was die Zweckbestimmung des Bauwerks betrifft, auch in die Richtung der 'Versorgung' anderer Systeme.   

Szabolcs Kizmus
fertigte aus den Daten der Vermessung ein 3D Modell. Es gibt im Vergleich zum östlichen Bunker einige Unterschiede.
So sind z.B. die Innenwände nicht glatt, sondern haben die bekannte "Granit"- (Rippen) Struktur. Vor einiger Zeit erhielt ich verlässliche Meßdaten des östlichen Bunkers. Der Vergleich ergab, dass beide Bunker in Länge, Breite und Höhe gleich sind.

Einige Daten zum Bauwerk:
Länge: ca. 97.4 m
Breite: ca. 10.7 m
Höhe: ca. 5.40 m

Im Inneren:
3 Räume unterschiedlicher Länge. Dem folgt ebenfalls der Trakt der technischen Arbeitsräume des Bunkers. Die links und rechts abgehenden Räume könnten unterschiedliche Verwendung im Sinne der technischen Arbeitsabläufe, dem Ein- und Ausgang der "Produkte" und der Sicherstellung des Lüftung und Klimaregimes gehabt haben. Am Ende ein Doppelflügeltor mit anschließendem Zwischenraum und Ausgangstor.

Ich danke allen fleißigen Vermessungshelfern, dem Licht Besorger, dem Genehmigungserteiler und natürlich dem 3D-Modellfertiger Szabolcs Kizmus!

Das Ergebnis der Vermessung vom Montagebunker West. 3D Modell in Zusammenarbeit mit Szabolcs Kizmus.

Detailgrafik zum Spaltmaß an den Toren der Stirnseiten. Dieses Spaltmaß resultiert zum einen aus der Konstruktion der Torscharnieren (u.a. "aufschwingen"), da es sich bei dem Bauwerk um ein Typenprojekt handelt welches in jeder denkbaren Klimaregion gebaut wurde und daher auch Klimaschwankungen unterworfen sein kann und zum anderen war eine Hermetisierung, welche ohne größeren Aufwand realisierbar gewesen wäre, nicht gewollt bzw. notwendig. Beide Karten sind Teil verschiedener Dokumente über den Standort Vogelsang und in der Online Library der CIA recherchierbar und da sie dem FOIA (Freedom of Information Act) unterliegen, zugänglich und nutzbar.  

(Quelle: Team + Archiv heimatgalerie, Szabolcs Kizmus, B. Pohler)

(Quellen: R. Löhder [Bild 17-23], T. Fröhlich [Bild 24-29], Archiv heimatgalerie)

 



Sollte noch jemand Aufnahmen / Fotos der Bunker aus früheren Jahren haben, so würde ich mich freuen, die hier mit einzuordnen.
Если у тебя читатель сохранилось фото или видео бункера, то можешь их здесь разместить.

(Quellen: P. Rentsch [Bild 1-2], T. Fröhlich [Bild 3], Archiv heimatgalerie, [4] Archiv Hr. Eckart, [5] "Rührt euch!"

 


Der Rückbau der Garnison schreitet weiter voran. Die Gebäude können nicht gerettet werden, die Erinnerung an den Standort schon.

Umso mehr freut es mich, dass es durch den Eigentümer, die EMB, gelungen ist die Reliefwand auf dem Truppenübungsplatz an der ehemaligen Feldlager Kaserne nun dauerhaft zu erhalten. Zusammen mit einer Informationstafel erinnert Sie daran was diese Gegend einst prägte.
Der Initiative des Förster Hr. Wosnizek ist es zu verdanken, dass die Reliefwand die Rückbauphase unbeschadet überstanden hat. Eine erste Maßnahme zum Erhalt folgte in Form eines Daches in Längsrichtung, um die Wand nicht Schutzlos der Witterung auszusetzen. Nun konnte die Reliefwand mit Spenden und der Unterstützung der "EMB" restauriert und gerettet werden. 

Am 30.03.2015 gab es am Standort eine kleine feierliche Übergabe und Enthüllung am Standort. Nun strahlt die Reliefwand wieder im einstigen Glanze. Danke für den Erhalt!

Der Weg dorthin ist weit, aber er lohnt sich. Reliefwand auf dem TÜP 53° 6'34.11"N 13°21'29.32"E

Bericht dazu im "Nordkurier"

Bild 1 und 2: 2009

Quelle: Bild 6 Zeitungsbericht vom 31.03.2015 im "Uckermarkkurier"

 

Auf der jährlich Ende August / Anfang September im Rahmen der Konversion stattfindenden Führung, hatte ich die Besucher an der Reliefwand (Kalaschnikow) im Bereich der Truppenluftabwehr informiert, dass ich seit dem 16.08.2012 einen Antrag auf „Prüfung auf Erhalt im Sinne des Denkmalschutzes“ bei der unteren Denkmalschutzbehörde Brandenburg gestellt habe, um diese Reliefwand (Truppenluftabwehr) und eine andere Reliefwand (auf dem Truppenübungsplatz [TÜP]) zu erhalten.
Nach über 2 Jahren der Prüfung und Beratung, liegt mir nun eine für mich nicht zufriedenstellende Antwort vor.


„Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Reliefwände zweifellos erhaltenswerte Zeugnisse
deutscher Nachkriegsgeschichte sind, die an die besondere militärische
und politische Situation in der DDR und die hier stationierten
sowjetischen Streitkräfte erinnern. Aufgrund der durch Zerstörung und
Verfall bereits eingetretenen Substanzverluste und die insgesamt
schlichte künstlerische Qualität erfüllen die Reliefwände jedoch nicht
die Kriterien zur Unterschutzstellung als Denkmale. Hinzu kommt, dass
die Reliefwände aufgrund des voranschreitenden bzw. bereits erfolgten
Abbruchs der zugehörigen Militärbauten ihren historischen Bezug bereits
weitgehend verloren haben. Aus diesen Gründen ist die Eintragung der
beiden Reliefwände in die Denkmalliste nicht vorgesehen.
An dieser Stelle möchte ich auch zu bedenken geben, dass aufgrund des
baulichen Zustands und der abseitigen Lage der Reliefwände ihre
langfristige Erhaltung bzw. Nutzung an ihren gegenwärtigen Standorten
für jetzige bzw. künftige Eigentümer äußerst problematisch und wohl auch
kaum zumutbar sein wird.

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege
und Archäologisches Landesmuseum
Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege
Dezernat Inventarisation und Dokumentation
Wünsdorfer Platz 4-5
15806 Zossen OT Wünsdorf“


Wie ich mit dem Ergebnis der Prüfung umzugehen gedenke, weiß ich noch nicht. Ich hatte mir das natürlich einfacher und im Ergebnis besser für uns alle vorgestellt. Zumal zum Antragszeitraum die Wände (besonders die bei der TLA) noch gut erhalten war.
Leider war es mir zusätzlich verwehrt, Eigeninitiative den Erhalt betreffend anzuwenden. Dies wurde mir von Öffentlicher Seite untersagt! Eigenständige Denkmalpflege ist im Land Brandenburg verboten!

Reliefwand im Bereich der TLA (Bild 1, 2009 und 2, 2013)
53° 3'17.10"N 13°21'41.45"E


 

Am 20.05.2017 war es nun soweit. Alle Genehmigungen und Auflagen waren beisammen und meinerseits erfüllt. Damit stand der Umsetzung des Leninreliefs vom Kulturhaus nichts mehr im Wege.

Diese Maßnahmen zum Erhalt und der anschließenden musealen Nutzung wurde notwendig, da der Rückbau leider keine Bögen schlägt. Ich hatte im Vorfeld versucht das Relief unter Denkmalschutz zustellen, was mir jedoch verwährt blieb. Daher nun diese Umsetzung auf das Gelände der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf. Hier soll der Lenin am Museum "Roter Stern" eine neue Heimat finden.

Für die Bergung und den Transport hatte ich professionelle Unterstützung durch die Fa. DBO-Boettcher und der Fa. H.T.S. Dirk Scholz Eberswalde. Hierfür mein herzlichster Dank! Nicht vergessen möchte ich auch die Unterstützer aus den eigenen Reihen, die mir dieses Projekt mit ihrer finanziellen Hilfe ermöglichten. Namentlich sei hier: Th. Fröhlich, D. Müller (modernruins.de), UE-Photography
Schlußendlich gilt mein Dank auch dem Standort Wünsdorf für die Übernahme der "Patenschaft".

Die MAZ berichtet

 


 

Am 28.12.2016 beging die Stadt Zehdenick/Havel ihr 800-jähriges Gründungsjubiläum. Aus diesem Grund ist ein Festbuch entstanden, in dem die bewegte und vielfältige Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung mit Hilfe von 18 Autoren gebündelt wurde. Ich wurde durch die Stadt Zehdenick gebeten, meinen Teil in Form der Geschichte der Garnison Vogelsang beizutragen. Dafür herzlichen Dank an die Stadt Zehdenick für die Organisation und an den Nordlicht Verlag für die Realisierung!

Festbuch 800 Jahre Zehdenick
Eine Zeitreise durch Vergangenheit und Gegenwart 
Hardcover, 21 x 25 cm
336 Seiten mit zahlreichen Fotos und Abbildungen
Mit großformatiger Übersichtskarte über die Zehdenicker Ziegeleilandschaft in ihrer Blütezeit um 1910.
22,90 Euro

Einige wenige Exemplare sind noch vorhanden.

Das Buch kann über den Nordlicht Verlag oder direkt über mich bestellt werden.

www.nordlichtverlag.de

Ergänzend dazu, ein Artikel in der MOZ vom 26.11.2015

www.moz.de